Koh­le­kraft­werke stoßen 175 Kilo­ton­nen Stick­oxide aus

Lebt von Vorräten, die aus finanztechnischer Sicht zu Carbon Bubbles werden könnten: Kraftwerk Boxberg. Foto: Bernd Schnabel / Vattenfall
Foto: Bernd Schnabel / Vattenfall

Die Koh­le­kraft­werk in Deutsch­land haben 2014 ins­ge­samt 175 Kilo­ton­nen Stick­oxid aus­ge­sto­ßen. Gegen­über den Vor­jah­ren ist dies ein Rück­gang. Das berich­tet die Bun­des­re­gie­rung unter Zuhil­fe­nahme der Zahlen des Umwelt­bun­des­am­tes (UBA) auf eine Anfrage der Grünen.
Hier die Daten seit 2006 (jeweils in Kilo­ton­nen NOx pro Jahr):

Entwicklung der NOX-Emissionen deutscher Kraftwerke in Kilotonnen pro Jahr. Quelle: Bundestag
Quelle: Bun­des­tag

Den Grünen ging es vor allem um die durch­schnitt­li­chen täg­li­chen Aus­stöße, die nach der Drei­zehn­ten Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (13. BImSchV)für Groß­feue­rungs­an­la­gen gelten. Die Grenz­werte für Stick­oxid im Tages­mit­tel liegen demnach für Groß­kraft­werke mit einer Leis­tung von mehr als 300 Mega­watt bei 150 mg/ m3 und für Braun­koh­le­kraft­werke sogar mit 200 mg/m3. Für Anlagen, die erst ab dem Jahr 2014 ans Netz gegan­gen sind, gilt ein Jah­res­grenz­wert von 100 mg/m3, unab­hän­gig ob Braun­kohle oder Stein­kohle.

Die Grünen stellen dem Daten von anderen Betrei­bern von Steinkohle- und Braun­koh­le­kraft­wer­ken gegen­über, die mit der besten ver­füg­ba­ren Technik ein Grenz­wert im Tages­mit­tel von 70 mg/ m3 tech­nisch errei­chen und dabei noch wirt­schaft­lich arbei­ten.

Doch diese Fragen konnte die Bun­des­re­gie­rung gar nicht beant­worte, weil sie dafür streng genom­men nicht zustän­dig ist. Denn der Vollzug des Bundes-Immissionsschutzgesetzes liegt bei den Ländern, wes­we­gen dem Kabi­nett auch keine Daten zu ein­zel­nen Kraft­wer­ken vor­lie­gen.

Zeit­ge­mäß ist dies in Zeiten von COP21 kei­nes­wegs. Es braucht glo­ba­ler Ansätze beim Kli­ma­schutz, und die könnte in Deutsch­land nur die Bun­des­re­gie­rung instal­lie­ren und erfül­len. Die Länder sind damit über­for­dert. Eine Kon­troll­stelle beim UBA wäre hier viel effek­ti­ver. Sie könnte die Daten erheben und Ver­stöße sank­tio­nie­ren. Doch die wird wohl im Klein-Klein der Bund-Länder-Kompetenz-Rangelei nicht kommen.


Mit den Ver­wer­fun­gen am Arbeits­markt, die ein Koh­le­aus­steig mit sich bringt, beschäf­tigt sich Energieblogger-Kollege Kilian Rüfer hier auf seinem Blog Sustain­ment.