Standen im Mittelpunkt der EAST: Speicherlösungen für die Energiewende, wie hier ein E-Batterie-Block. Foto: IBC Solar

Sonne auf dem Dach – Strom im Speicher

von | 25. Oktober 2016

Gast­beitrag von Ener­gie­lösung Bayern. Mehr hier.

Wie herrlich der Sommer doch war. Die Kinder schwimmen im See oder essen Eis. Die Bier­gärten sind gut besucht und die Stimmung ist jeden Abend ausge­lassen und fröhlich. Untertags sitzt man im Garten und bräunt sich und abends wird der Grill angefacht, um ganze Berge von Fleisch darauf zu schmoren.

Bevor der Herbst kommt, fliegt man in den Urlaub, um noch das letzte Quäntchen an Sonnen­be­strahlung heraus­zu­holen. Der moderne Hausherr ist aber nicht nur Sonnen­an­beter, sondern auch Solar­ener­gie­nutzer. Er kann die langen Sommertage entspannt genießen, weil er weiß, dass sein Strom­zähler nicht wie verrückt läuft, wenn der Kühl­schrank versucht, Eis, Fleisch und Limo kalt zu halten. Auch um die Klima­anlage und die Venti­la­toren muss er sich keine Sorgen machen. Doch gilt das auch nachts?

Welche Vorteile habe ich von einem Stromspeicher?

Eine Photo­vol­ta­ik­anlage auf dem Dach zu haben, war bis 2011 eine lohnende Sache. Bis zu diesem Jahr lag die Einspei­se­ver­gütung für den Strom, der einem förmlich aufs Dach fiel, höher als der Strom­preis. Was man am Tag nicht verbrauchte, speiste man ein und nachts zog man seinen Bedarf wieder aus dem Netz.

Da sich dieses Verhältnis aber nun gegen den privaten Ener­gie­pro­du­zenten gerichtet hat, muss eine andere Lösung her. Diese heißt Strom­speicher. Der kann die nicht verbrauchte Energie für die Nutzung bei Nacht oder, wie im Falle einer Urlaubs­reise, mehrere Wochen lang speichern. Neben dem persön­lichen Beitrag zur Ener­gie­wende und dem Verdienst an der Umwelt, spricht auch die große Unab­hän­gigkeit von Strom­an­bietern für den Kauf eines Strom­spei­chers. Der Verbraucher kann selbst kontrol­lieren aus welcher Quelle sein Strom kommt und diesen auch nach­haltig nutzen. Die Zahl an Anbietern ist groß und der Wett­bewerb sorgt für ständigen Fort­schritt bei der Tech­no­logie. Man rechnet damit, dass diese Methode bereits 2017 ökono­misch lohnend sein wird. Bis dahin springen Spei­cher­för­der­pro­gramme in die Rentabilitäts-Bresche.

Welche Förderung erhalte ich beim Kauf eines Stromspeichers?

Erneu­erbare Energien sind in aller Munde und die Ener­gie­wende seit dem Atom­aus­stieg das große Ziel. Daher ist es nicht verwun­derlich, dass es Förder­pro­gramme für Bereiche gibt, in welchen die Tech­no­logie noch Aufhol­bedarf hat oder in denen die Nachfrage nur schleppend steigt. Ein solches Programm bietet die KfW Bank an. Ihre Unter­stützung für den privaten Strom­speicher läuft noch bis zum Ende des Jahres 2018. Sie kann mit anderen Förder­pro­grammen für erneu­erbare Energien, sowie mit dem Projekt für ener­gie­ef­fi­zi­entes Bauen gekoppelt werden. Diese Kredite können bis zu 20 Jahre Laufzeit haben, was sich an der tech­ni­schen, aber auch ökono­mi­schen Lebens­dauer der Speicher ausrichtet. Aber wie lange hält eine solche Solar-Batterie?

Welche Lebens­dauer haben Solar-Stromspeicher?

Das hängt von der Spei­cher­me­thode ab. Veraltet und mitt­ler­weile auch preislich nicht mehr ohne Weiteres konkur­renz­fähig sind Strom­speicher auf Blei-​Basis. Sie leisten zwar eine höhere Amper-​Zahl, haben aber auch Nachteile. Ein wichtiger Indikator bei diesen Spei­cher­sys­temen ist die Anzahl an Be- und Entla­dungen. Diese liegt bei Blei-​Säure-​Akkus unter 3.000 Zyklen, was etwa zehn Jahren entspricht. Bei einem Wirkungsgrad von maximal 85 Prozent und einer empfoh­lenen Entla­de­tiefe von maximal 60 Prozent bedarf es einer relativ genauen Voraus­planung beim Verbrauch. Die Entla­de­tiefe gibt an, zu wieviel Prozent der Akku entladen werden kann, bevor er wieder geladen werden muss. Hält man sich nicht daran, verkürzt dies die Lebens­dauer des Strom­spei­chers. Die neuere Tech­no­logie findet beim Lithium-​Ionen-​Akku Anwendung. Dieser hält über 5.000 Zyklen und, auf die längere Zeit gerechnet, ist er finan­ziell rentabler als sein Blei-​Pendant. Sein Wirkungsgrad liegt bei bis zu 95 Prozent bei einer maximalen Entla­de­tiefe von 90 Prozent.

http://​www​.strom​-speicher​.org/​l​e​b​e​n​s​d​a​u​e​r​-​v​o​n​-​s​t​r​o​m​s​p​e​i​chern/

http://​www​.enwipo​.de/​2016​/​09​/​22​/​s​t​r​o​m​s​p​e​i​c​h​e​r​-​s​i​n​d​-​s​c​h​l​u​e​s​s​e​l​-​z​u​r​-​e​n​e​r​g​i​e​w​e​n​d​e​-​i​m​-​e​i​g​e​nheim/

https://​www​.ener​gie​loesung​.bayern/​e​n​e​r​g​i​e​l​o​e​s​u​n​g​/​e​n​e​r​g​i​e​t​h​e​m​e​n​/​e​n​e​r​g​i​e​e​r​z​e​u​g​u​n​g.html

Was kosten Stromspeicher?

Über 44 Hersteller kämpfen mit ihren über 300 verschie­denen Speichern in diesem Markt um die Vorherr­schaft. Und dieser ist nicht gerade klein. Die Deutschen haben 1,5 Millionen Solar­an­lagen auf ihren Dächern und 90 Prozent der Neuan­schaf­fungen werden in Kombi­nation mit einem Strom­speicher getätigt. Je nach indi­vi­du­ellen Gege­ben­heiten empfehlen sich die verschie­denen Modelle im Kosten­be­reich zwischen 5.000 und 30.000 Euro.

Und keine Angst! Ist der Akku einmal voll, fließt der Über­schuss ins Stromnetz. So haben Sie auch in Ihrem wohl­ver­dienten Urlaub etwas davon, ohne in der ersten Nacht zuhause frieren zu müssen. Auf jeden Fall sollten Sie vor dem Kauf Ihren persön­lichen Verbrauch, sowie Ihre Förder­mög­lich­keiten kennen. Melden Sie sich einfach bei Ener­gie­lösung Bayern für das richtige Angebot.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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