Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung: Sind Solar‐ und Photovoltaik‐Anlagen ver­si­chert?

Kann auf verschiedene Arten versichert werden: PV-Anlage. Foto: Urbansky PV, Solarstrom, Versicherung
Kann auf verschiedene Arten versichert werden: PV-Anlage. Foto: Urbansky

Die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung gehört zu den wich­tigs­ten Policen für Haus­be­sit­zer. Ob der Ver­si­che­rungs­schutz auch für eine instal­lierte Solar­an­lage gilt, hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab.

In den meisten Ver­trä­gen sind Anlagen bis zu einer gewis­sen Größe oder einem bestimm­ten Anschaf­fungs­preis ent­hal­ten. Leis­tung und Alter der Solar­an­lage können bei der Absi­che­rung eben­falls eine Rolle spielen. Dabei gelten je nach Ver­si­che­rer unter­schied­li­che Grenz­werte. Wer bereits eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung besitzt, sollte vor dem Einbau der Anlage einen Blick in die Ver­trags­be­din­gun­gen werfen. Vor dem Neu­ab­schluss ist ein genauer Ver­gleich der Ange­bote für eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung zu emp­feh­len.

Welche Schäden werden abge­deckt?

Seit 2010 setzt sich die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung aus vier Bau­stei­nen zusam­men. So lässt sich der Ver­si­che­rungs­schutz an die per­sön­li­chen Bedin­gun­gen anpas­sen. Ein Bau­stein sichert Solar­an­la­gen gegen Schäden durch Feuer, Blitz­schlag und Explo­sion ab. Für Solar­be­sit­zer wichtig ist zudem die Absi­che­rung gegen Hagel und Sturm. Zu beach­ten ist dabei, dass nur Schäden ab der Wind­stärke 8 ver­si­chert sind. Ein wei­te­rer Bau­stein ver­si­chert durch Lei­tungs­was­ser ver­ur­sachte Schäden. Ele­men­tar­schä­den müssen bei der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung separat abge­si­chert werden. Der Zusatz schützt vor den finan­zi­el­len Folgen durch ele­men­tare Ereig­nisse wie Über­schwem­mun­gen, Lawinen oder Erd­rut­sche.

Welche Leis­tun­gen sind bei Solar­an­la­gen wichtig?

Eine gute Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung defi­niert sich in erster Linie über die beinhal­te­ten Leis­tun­gen. Emp­feh­lens­wert ist unter anderem der Ein­schluss von grober Fahr­läs­sig­keit. Ansons­ten kann der Ver­si­che­rer die Leis­tung bei grob fahr­läs­si­gen Schäden kürzen oder sogar kom­plett ver­wei­gern. Wird die Solar­an­lage beschä­digt, sollten Abbruch‐ und Auf­räum­kos­ten mit einer Summe von min­des­tens 50.000 Euro abge­deckt sein. Müssen nach einem Brand Reste der Anlage abge­baut und ent­fernt werden, kommt der Ver­si­che­rer für die Kosten auf.

Wichtig ist auch ein Schutz vor Über­span­nungs­schä­den. Schlägt der Blitz nicht im Haus selbst, sondern in eine Über­land­lei­tung ein, können soge­nannte Strom­spit­zen ent­ste­hen. Diese können mit­un­ter auch Schäden an einer Heizungs‐ oder Solar­an­lage ver­ur­sa­chen.

Spe­zi­elle Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung abschlie­ßen?

Sofern die Solar­an­lage nicht den im Vertrag der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung genann­ten Bedin­gun­gen ent­spricht, können Haus­be­sit­zer auch eine sepa­rate Police abschlie­ßen. Vorteil ist dabei ein zumeist höherer Leis­tungs­um­fang, welcher zudem indi­vi­du­ell auf Solar­an­la­gen aus­ge­rich­tet ist. So sind bei den meisten Policen auch Schäden durch Material‐ und Kon­struk­ti­ons­feh­ler abge­deckt. Über die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung sind solche Schäden nicht ver­si­chert. Sinn­voll ist zudem der Schutz vor durch einen Dieb­stahl ver­ur­sachte finan­zi­el­len Schäden. Gute Ver­träge decken zudem auch Schäden durch Tier­ver­biss, Kurz­schluss oder eine falsche Bedie­nung. Die Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung bietet zudem noch einen wei­te­ren wich­ti­gen Vorteil. So kommen die Policen auch für ent­gan­gene Erträge auf­grund eines Aus­falls der Solar­an­lage auf.

Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen

Ein umfas­sen­der Haft­pflicht­schutz ist für Inhaber von Solar­an­la­gen eben­falls von großer Bedeu­tung. Diese kommt für Schäden auf die Dritten ent­ste­hen. Dies gilt bei­spiels­weise wenn sich ein Modul löst und dadurch ein gepark­tes Fahr­zeug beschä­digt wird. Kommen dabei noch Per­so­nen zu Schaden kann dies ohne aus­rei­chen­den Schutz den finan­zi­el­len Ruin des Besit­zers bedeu­ten. Mitt­ler­weile schlie­ßen die meisten Haft­pflicht­ta­rife auch Solar­an­la­gen mit ein. Aller­dings gelten dabei mit­un­ter gerin­gere Ver­si­che­rungs­sum­men.

Die Haft­pflicht­ver­si­che­rung sollte bereits beim Aufbau der Solar­an­lage vor­han­den sein, da hierbei eben­falls Schäden ent­ste­hen können. In der Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist außer­dem noch ein pas­si­ver Rechts­schutz vor­han­den. Der Ver­si­che­rer prüft zunächst alle Ansprü­che, ob diese auch gerecht­fer­tigt sind. Andern­falls werden die Ansprü­che abge­wehrt, falls erfor­der­lich mit recht­li­chen Mitteln.