Solar­ther­mie satt für reich­lich spor­tive Warm­du­scher

Hier können viele Sportler mit solarer Wärme duschen - und heizen. Foto: Urbansky Solarthermie, Heizung, Warmwasser
Hier können viele Sportler mit solarer Wärme duschen - und heizen. Foto: Urbansky

Dank hoch­leis­tungs­fä­hi­ger Solarthermie-Kollektoren duschen die Sport­ler nach dem Trai­ning auf der Ber­li­ner „Hans-Rosenthal“-Sportanlage seit 2011 mit Warm­was­ser, das solar erhitzt wird. Aus den Jugend­mann­schaf­ten des dort behei­ma­te­ten Fuß­ball­ver­eins Tennis Borus­sia Berlin stammt auch Jerome Boateng.
Fast 70 Qua­drat­me­ter Kol­lek­tor­flä­che sammeln dazu an Solar­strah­len ein, was der Ber­li­ner Himmel gratis zu bieten hat. Die Solarthermie-Anlage auf dem Flach­dach der Gebäude der Sport­an­lage besteht aus 15 ein­zel­nen Solarthermie-Kollektoren:

  • 3 x Vaku­um­röh­ren­kol­lek­to­ren des Typs CPC 30 STAR azzurro mit jeweils 14 Vaku­um­röh­ren, einer Brut­to­flä­che von jeweils 3,29 Qua­drat­me­tern und einem  Kol­lek­tor­er­trag (nach Solar Keymark für den Stand­ort Würz­burg) von jeweils 602 kWh pro Qua­drat­me­ter und Jahr
  • 12 x Vaku­um­röh­ren­kol­lek­to­ren des Typs CPC 45 STAR azzurro mit jeweils 21 Vaku­um­röh­ren, einer Brut­to­flä­che von jeweils 4,91 Qua­drat­me­tern und einem Kol­lek­tor­er­trag (nach Solar Keymark für den Stand­ort Würz­burg) von jeweils 602 kWh pro Qua­drat­me­ter und Jahr

Gemein­sam kommen die Kol­lek­to­ren des Her­stel­lers Para­digma auf eine Kol­lek­tor­flä­che von 68,8 Qua­drat­me­tern (soge­nannte Brut­to­kol­lek­tor­flä­che). Die ent­spre­chende Aper­tur­flä­che beträgt 63 Qua­drat­me­ter. Um ein Maximum an Son­nen­strah­len zu ernten, wurden die Kol­lek­to­ren mit einem Auf­stell­win­kel β = 30 Grad zur Hori­zon­ta­len Rich­tung Südwest (Abwei­chung von Süden nach Westen = 30 Grad) auf­ge­stän­dert. Der jähr­li­che Sola­r­er­trag der Anlage wird auf rund 31.000 kWh bezif­fert. Die Spit­zen­leis­tung beträgt etwa 40 Kilo­watt, die Soll­tem­pe­ra­tur ist auf 75 Grad Celsius aus­ge­legt.

60 % Ernte

Die Solarthermie-Kollektoren absor­bie­ren die Son­nen­strah­len (dank aus­ge­feil­ter Technik sowohl direkte als auch diffuse Strah­len) und wandeln so ein Maximum derer in nutz­bare Wärme um.  Jens Knötzsch von Para­digma rechnet mit 60 bis 65 % der Sollar­leis­tung, die direkt in Wärme umge­wan­delt werden kann. Die Lei­tungs­ver­luste ver­lau­fen sich dabei im unteren, ein­stel­li­gen Bereich.

Die Wärme wird an das Wär­me­trä­ger­me­dium Wasser über­ge­ben und von diesem zu einem Puf­fer­spei­cher mit 3.000 Liter Fas­sungs­ver­mö­gen wei­ter­ge­lei­tet. Para­digma ver­zich­tet auf Glykol, da dieses die Effi­zi­enz um bis zu 15 % mindert, durch die brei­igere Kon­sis­tenz für mehr Wartung sorgt und nach Knötzschs Angaben nach 7 Jahren eh tot ist, sprich, der Frost­schutz wird dann nicht mehr gewähr­leis­tet. Statt dessen wird bei Frost warmes Wasser (30 bis 50°) aus dem unteren Spei­cher­teil durch die Lei­tun­gen in die Kol­lek­to­ren gelei­tet. Diese sind nach dem Ther­mos­kan­nen­prin­zip auf­ge­baut, das wär­mende Wasser hält also einige Zeit vor und muss nicht ständig nach­ge­pumpt werden.

Hei­zungs­un­ter­stüt­zung mit drin

Das Warm­was­ser fließt dann in das Trinkwarmwasser-Speicherladesystem mit einem Fas­sungs­ver­mö­gen von 4.000 Litern mit Wärme zu ver­sor­gen. Dreht ein Sport­ler den Dusch­hahn auf und ver­langt nach Warm­was­ser, strömt das solar erhitzte Dusch­was­ser aus dem Dusch­kopf.

Die Solarthermie-Anlage ist demnach zur Warm­was­ser­be­rei­tung aus­ge­legt. Sie kann jedoch auch die Heizung unter­stüt­zen: Besteht ein Über­schuss an solarer Wärme, sprich: der Warm­was­ser­be­darf ist bereits gedeckt, kann die Solar­wärme aus dem Puf­fer­spei­cher auch dem Heiz­sys­tem der Sport­an­lage (sta­ti­sche Heizung und Lüftung) zuge­führt werden.


Ein Beitrag, wie die Zukunft der Wär­me­netze aus­sehen könnte – etwa mit der Befül­lung via Solar­ther­mie, haben meine Energieblogger-Kollegen von Eco­quent Posi­ti­ons hier ver­fasst.