Haben auch in diesem Jahr viel vor: EEX-CEO Peter Reitz und Finanzvorstand Iris Weidinger. Foto: Urbansky

EEX steigert Stromhandels-​Marktanteil deutlich

von | 27. April 2017

An großen Erfolgs­ge­schichten ist die Leipziger Wirt­schaft, abgesehen vom Auto­mo­bilbau mit BMW und Porsche, eher nicht gewöhnt. Eine Ausnahme bildet die Euro­päische Strom­börse EEX

Seit ihrer Gründung vor 15 Jahren wächst sie konti­nu­ierlich und konnte für das letzte Jahr gleich mehrere Rekorde verbuchen, unter anderem den von 555 Kunden. Die Umsatz­erlöse stiegen um 23 % auf insgesamt 234,2 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern betrug 87,6 Mio. Euro und stieg damit um 76 %. Haupt­zug­pferd bleibt dabei das Geschäft mit dem Strom.

Strom bleibt Zugpferd

Die Trans­ak­ti­ons­erlöse am Strom-​Terminmarkt stiegen im Jahr 2016 um 45 % auf 87,4 Mio. Euro (2015: 60,4 Mio. Euro). Im Vergleich zum Vorjahr ist das Handels­vo­lumen in diesem Markt auf 3.934 TWh (2015: 2.561 TWh) gestiegen. In diesem Zusam­menhang steigerte die EEX auch ihren Markt­anteil deutlich, von 31 % auf 37 % in Deutschland, von 24 % auf 33 % in Frank­reich und von 49 % auf 63 % in Italien. Am Strom-​Spotmarkt der EPEX SPOT lagen die Trans­ak­ti­ons­erlöse mit 67,6 Mio. Euro um 6 % über dem Rekordwert des Vorjahres (2015: 63,4 Mio. Euro).

Beim Erdgas stiegen die Trans­ak­ti­ons­erlöse im Jahr 2016 um 53 % auf 33,6 Mio. Euro (2015: 22,1 Mio. Euro). Insbe­sondere das Volumen am Termin­markt trug mit einem Anstieg von 86 % auf 1.098 TWh zu diesem Ergebnis bei. Am Spotmarkt stiegen die Handels­vo­lumina um 43 % auf 688 TWh.

In den eher margi­nalen Geschäfts­feldern Umwelt­pro­dukte, Global Commo­dities und Info-​OProdukete gab es ebenfalls Zuwächse. Die Emis­si­ons­rechte stiegen um 56 % auf 2,5 Mio. Euro (2015: 1,6 Mio. Euro). Die Commo­dities lagen bei 1,1 Mio. Euro. Deutliche Stei­ge­rungen gab es bei Schiffs­diesel, Eisenerz und und ersten Handels­ge­schäften in den Fracht­kon­trakten. Die Trans­ak­ti­ons­erlöse aus den Agrar­märkten stiegen 2016 um 50 % auf 0,3 Mio. Euro (2015: 0,2 Mio. Euro). An den Termin­märkten für Milch­pro­dukte verzeichnete die EEX Rekord­vo­lumina. Bei Info-​Produkten betrugen die Umsatz­erlöse 5,0 Mio. Euro und damit 34 % mehr als im Vorjahr (2015: 3,7 Mio. Euro).

Einstieg in US-Markt

Für dieses Jahr hat sich die EEX ebenalls viel vorge­nommen. „Im Sommer werden wir die Strom-​Produkte der Power Exchange Central Europe (PXE) auf eine gemeinsame Plattform mit unseren anderen Strom-​Terminprodukten über­führen“, so EEX-​CEO Peter Reitz.

Zudem wolle das Unter­nehmen, wie schon im März ange­kündigt, die US-​Börse Nodal Exchange erwerben und damit in den weltweit größten Strom-​Terminmarkt einsteigen. Nodal hat in den USA einenAMrkt­anteil von 22 %. Reitz lobte in diesem Zusam­menhang ausdrücklich seinen Partner und Haupt­an­teils­eigner Deutsche Börse Gruppe, die diese Expansion begleitet. Das beweist auch eine andere Zahl: Binnen fünf Jahren stieg die Zahl der Standorte von 2 auf 15, bis auf Singapur alle in Europa.

Reitz kündigte zudem an, eventuell ein öster­rei­chi­sches Produkt aufgrund des Preis­splits im dortigen Grenz­gebiet am Markt zu instal­lieren. Vorm Brexit ist dem Unter­nehmen ebenfalls nicht bange. „London ist ein wichtiger Markt und ein wichtiger Standort, das wird auch nach Brexit so sein“, so Reitz. EEX-​Philosophie sei es, mit einer regional über­grei­fenden Börse auch UK-​Markt zu bedienen, egal ob dieser zu EU gehöre oder nicht.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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