Besonders im Winter schützen gut isolierte Fenstergläser und lassen die wenigen Sonnenstrahlen als Wärmeenergie in die Wohnräume. Foto: Urbansky

EnEV: Reicht Glas­wechsel statt Fenstertausch?

von | 1. Juni 2017

Gebäu­de­dämmung ist Pflicht. Fenster sind eine der Schwer- und Schwach­punkte. In einer Komplett­sa­nierung schlagen gerade sie finan­ziell deutlich zu Buche. Bei einem bestimmten Gebäude- und Fens­tertyp kann Tausch der Glas­scheiben sinnvoll sein. Der ist deutlich günstiger, aber nicht immer das beste Mittel.


Der Fens­ter­tausch blieb auch 2016 bei ener­ge­ti­schen Sanie­rungen nach dem Auswechseln des Heizungs­kessels die zweit­be­lieb­teste Maßnahme. Tatsächlich sind moderne, auch dreifach verglaste Fenster wahre „Wärme­rück­hal­te­wunder“. Doch sie haben inklusive der Montage auch ihren Preis. Bei bestimmten Fens­ter­typen ist es jedoch möglich, nur die Gläser der Fenster auszuwechseln. …

Nur Fenster von 1985 bis 1995

Der Glas­tausch ist für Fens­ter­rahmen möglich, die in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren mit Zweifach-​Isolierglasern eingebaut wurden“, grenzt Jochen Grönegräs, Haupt­ge­schäfts­führer des Bundes­ver­bandes Flachglas, den Zeitraum ein. …

Für diese Fenster jedoch hat ein reiner Glas­tausch zwei grund­le­gende Vorteile: Er kann deutlich schneller und mit weitaus weniger Dreck und somit Belas­tungen für die Mieter erfolgen, da ja die alten Rahmen weiter­ge­nutzt werden. Und er ist deutlich günstiger. Experten rechnen, dass der reine Glas­tausch eine Kosten­er­sparnis von 30 bis 40 Prozent gegenüber einem kompletten Fens­ter­tausch mit sich bringt.

Ener­gie­be­rater nötig

Doch selbst wenn eine Wohnungs­ge­sell­schaft Fenster aus diesem Zeitraum wechseln will und nur über den Glas­tausch nachdenkt, sollte sie vorher einen Ener­gie­be­rater enga­gieren. Der kann über­prüfen, ob sich die ener­ge­tische Sanierung tatsächlich auf den Glas­tausch begrenzen lässt. …


Gekürzt. Geschrieben für Die Wohnungs­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 06/​2017. Zum Abon­nement der Zeit­schrift Die Wohnungs­wirt­schaft geht es hier.

Ein Beitrag, wie die Zukunft der Wärme­netze aus­se­hen könnte, haben meine Energieblogger-​Kollegen von Ecoquent Positions hier ver­fasst.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Klima­schutz­con­tracting – das nächste große Ding?

Klima­schutz­con­tracting – das nächste große Ding?

Mit dem Klimaschutz-Contracting sollen Energiedienstleistungen auf ein neues Level gebracht werden. Damit beschäftigt sich ein Arbeitskreis im Contracting-Verband vedec. Contracting boomt. Der Fachverband konstatierte für 2020 ein Wachstum von 4,5 % im Umsatz und 6,55...

Was das Jahr 2022 ener­gie­po­li­tisch bringt

Was das Jahr 2022 ener­gie­po­li­tisch bringt

2022 wird energiepolitisch durch die Ampelkoalition geprägt werden. Aber auch die EU plant auf dem Energie- und insbesondere dem Gasmarkt große Umstrukturierungen, die alle Verbraucher betreffen. Die Energiepolitik der EU wirkt sich immer stärker auf die deutsche...

Digitaler Gebäude-​Zwilling schafft Transparenz

Digitaler Gebäude-​Zwilling schafft Transparenz

Im Wohnungsbau ist die digitale Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) noch nicht weit verbreitet. Dabei bietet sie gerade für die Planung und den späteren Betrieb von Wohnimmobilien große Vorteile. Die höheren Investitionen in der Planungsphase rentieren...