Auf Helgoland dürfen auch Dank des Eingreifens der Initiative Freie Wärme die Kaminöfen weiter brennen. Foto: Urbansky

Erfolg­reich gegen Anschlusszwänge

von | 18. Oktober 2017

Anschluss­zwänge werden von Kommunen landauf, landab weiter genutzt, um indi­vi­du­ellen und meist effi­zi­en­teren Heiz­sys­temen den Garaus zu machen. Geschützt werden sollen dabei die Monopole der meist kommu­nalen Ener­gie­ver­sorger und Netzbetreiber. 

Der Kampf gegen die teils unsin­nigen Verbote und Zwänge ist deswegen so wichtig, weil er mit der Vertei­digung markt­wirt­schaft­licher Prin­zipien das Geschäft des mittel­stän­di­schen Ener­gie­handels für die Zukunft sichert. In drei Fällen war dies in letzter Zeit wieder erfolgreich.

Mono­pol­stellung, intrans­pa­rente Preis­systeme, keine Wech­sel­mög­lich­keiten – die Schre­ckens­liste für Fern­wär­me­kunden ist lang. Aktuell prescht der Inter­es­sens­ver­treter der Ener­gie­netz­be­treiber, der BDEW, vor und fordert – natürlich im Namen und Rahmen der Ener­gie­wende – leitungs­ge­bundene Wärme­netze mit Hilfe soge­nannter Sammel- und Verteil­funk­tionen zu verdichten und auszu­bauen. Die Wärme­netze sollen nach und nach in ein Ziel­system trans­fe­riert werden, das die Einbindung von erneu­er­baren Energien erleichtert. Auch rechnet man mit einem Anstieg der Anfor­de­rungen an die Qualität der Wärme in Wärme­netz­sys­temen um die recht­lichen Vorgaben und die Kunden­wünsche zu erfüllen.

Liest sich schön. Man möchte aber fast meinen: Koste es, was es wolle. Die Allianz Freie Wärme hält dagegen. Zwar könnten Nah- und Fernwärme im Einzelfall sinnvoll sein, wenn sie für den Bürger frei und ohne Anschluss- oder Benut­zungs­zwang wählbar, sowie wirt­schaftlich seien. „Doch bei den zentralen Wärme­netzen handelt es sich nach wie vor noch um den einzigen dere­gu­lierten Markt im Ener­gie­sektor, mit vielen verbrau­cher­recht­lichen Einschrän­kungen”, so Johannes Kaindl­s­torfer, Sprecher der Initiative. Und: „Der Ausbau und die ener­gie­tech­nische Opti­mierung bestehender Wärme­netze gehen mit erheb­lichem finan­zi­ellen Aufwand einher. Das beein­flusst letztlich auch die Kosten im ohnehin schwie­rigen Wohnungs­markt negativ – die Steu­er­zahler und Millionen von Mietern werden zusätzlich belastet.“ …


Gekürzt. Geschrieben für Brenn­stoff­spiegel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 10/​2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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