Checkliste als „Online-Schnellerfassung“. Grafik: IGT

Smarthome-​Systeme vergleichen

von | 22. Dezember 2017

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-​Verantwortlichen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Im Dezember nun erstellten die Wis­sen­schaft­ler eine Check­liste, um verschiedene Smart-​Home-​Systeme mitein­ander zu vergleichen.

Viele Hersteller von Smarthome-​Systemen versprechen gren­zenlose Vielfalt. Beim genaueren Hinsehen ergeben sich oft viele Unter­schiede. Einige Systeme haben eher Stärken im Bereich der Heizung und andere im Bereich der Verschattung. Dies gilt insbe­sondere für „proprietäre“ Systeme, bei denen man alle Kompo­nenten vom selben Hersteller kaufen muss.

Welches System kann nun was? Und noch wichtiger: Welches System kommt für ein konkretes Projekt in Frage? Mit der in diesem „Tipp des Monats“ darge­stellten Check­liste gelingt eine schnelle und einfache Erfassung der Funktionalität.

Wie ermittelt man ein „gutes“ Smarthome-System?

Gemäß Herrn Alexander Schaper, Geschäfts­führer der SmartHome-​Initiative Deutschland, gilt: „Das beste System ist das, welches meine Anfor­de­rungen [zuver­lässig] umsetzt“. Das trifft den Nagel auf den Kopf aber macht die Sache nicht einfacher. Immerhin steckt in dieser Aussage, dass man zur Bewertung von Smarthome-​Systemen die Anfor­de­rungen des Nutzers berück­sich­tigen muss. Das erklärt, warum es keine ulti­mative Rangliste geben kann.

Nicht jeder will ein hoch­gradig intel­li­gentes Gebäude – ein gewisser Grad an Auto­mation genügt womöglich. Ein System, welches z.B. nur Licht und Steck­dosen schalten kann, ist zwangs­läufig weniger „smart“ als eins, welches auch die Verschattung ansteuern, die Heizung regeln und Einbrecher verschrecken kann. Wenn die erst­ge­nannten Anfor­de­rungen dem Nutzer genügen, ist das weniger smarte System für eine Instal­lation ausrei­chend und womöglich besser geeignet als ein funk­tio­na­leres und damit eventuell auch komple­xeres und aufwen­di­geres System.

Check­liste zur Erfassung der umsetz­baren Anforderungen

Was möglich und sinnvoll ist, ist vorhandene Systeme dahin­gehend syste­ma­tisch zu erfassen, welche Anfor­de­rungen man umsetzen kann. Das klingt kompli­zierter als es ist, denn im Grunde hängen die meisten Funk­tionen davon ab, ob passende Sensoren oder Aktoren verfügbar sind und einge­bunden werden können.

Wer z.B. eine Raum­tem­pe­ra­tur­re­gelung umsetzen will, sollte ein System wählen, welches Raum­be­dien­geräte mit Soll­tem­pe­ra­tur­ein­stellung anbietet (sei es als Extra-​Gerät oder sei es im Stell­an­trieb inte­griert). Wer eine Fußbo­den­heizung hat, sollte sich im Vorfeld versi­chern, dass der Anbieter nicht nur normale Heizkörper-​Stellantriebe, sondern auch passende Aktoren für Fußbodenheizung-​Stellantriebe im Programm hat. Wer zur Heizung Zeit­pro­gramme hinter­legen will, sollte sich infor­mieren, ob das jeweilige System entweder eine Zeit­schaltuhr im Programm hat oder das als Funktion eines Controllers oder Servers unterstützt.

In ähnlicher Form gibt es jeweils wenige Fragen zu Licht/​Geräten, Verschattung, Sicherheit und Weiteres wie in Abbildung 1 darge­stellt. Die Fragen lassen sich schnell mit Hilfe eines Produkt­ka­talogs eines Herstellers oder im Gespräch mit einem Firmen­ver­treter ermitteln. Deshalb sollte die Erfassung eines Systems in weniger als 15 Minuten möglich sein.

Alter­nativ zur Papier­version steht auch ein kosten­loses Online-​Tool zur Verfügung, mit dem Sie genau diese Erfassung selber durch­führen können. Die Eingaben können bequem über den PC am Arbeits­platz erfolgen. Die Webseiten sind aber extra so gestaltet, dass diese auch unterwegs über einen Tablet-​PC genutzt werden können. So können Sie z.B. bei einem Messe­besuch die Gespräche mit unter­schied­lichen Firmen sofort proto­kol­lieren. Damit vermeidet man, dass man nach dem fünften Gespräch schon gar nicht mehr weiß, was man beim ersten Gespräch erzählt bekommen hat.

Der Vorteil des Tools ist, dass es nach der letzten Frage eine Auswertung erzeugt und man sich sowohl die getä­tigten Eingaben als auch die Auswertung per Mail zusenden lassen kann.

Das Tool steht hier zur kosten­losen Nutzung zur Verfügung.

Der Tipp des Monats des IGT kann hier abon­niert werden.


Mit dem Smart Home, ohne dass sich eine moderne TGA-​Anlage kaum sinn­voll steu­ern lässt, befasst sich auch Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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