Trink­was­ser­er­wär­mung: Unter­schied zwi­schen Klein‐ und Groß­an­lage

Müssen garantiert regelmäßig auf Legionellen und andere Keime geprüft werden: zwei 2000-l-Speicher einer Großanlage zur Trinkwassererwärmung. Foto: Urbansky
Müssen garantiert regelmäßig auf Legionellen und andere Keime geprüft werden: zwei 2000-l-Speicher einer Großanlage zur Trinkwassererwärmung. Foto: Urbansky

Bei Klein­an­la­gen – die Unter­schei­dung trifft das DVGW‐Arbeitsblatt W 551 sehr präzise – geht man davon aus, dass im Warm­was­ser­kreis­lauf eine schnelle Umwäl­zung erfolgt und sich keine oder kaum Legio­nel­len oder andere Keime bilden können. Jeden­falls traf diese Unter­schei­dung einst der Gesetz­ge­ber.

Ent­spre­chend klein dimen­sio­niert dürfen die Anlagen auch nur sein. Der Warm­was­ser­spei­cher darf maximal 400 l und jede Rohr­lei­tung zwi­schen dem Abgang des Trink­was­ser­er­wär­mers und der Ent­nah­me­stelle maximal 3 l fassen. Eine Zir­ku­la­ti­ons­lei­tung, die eben­falls mit instal­liert sein könnte, wird nicht mit­ge­rech­net.
Natür­lich können sich Legio­nel­len auch in einer solchen Klein­an­lage pudel­wohl fühlen.

Etwa, wenn der Planer eine Wär­me­pumpe mit einem Spei­cher von 398 l kom­bi­niert und das Ganze bei 42°C Was­ser­tem­pe­ra­tur am Laufen hält. Oder der Haus­be­sit­zer die Warm­was­ser­tem­pe­ra­tu­ren dau­er­haft und deut­lich unter 60 °C hält. Dadurch können die Haus­be­woh­ner über kurz oder lang ernst­haft erkran­ken.

Viel Wasser – viel Bak­te­rien?!

Groß­an­la­gen hin­ge­gen können demnach mehr als 400 l Wasser spei­chern und auch für mehr als 3 l in den genann­ten Lei­tungs­kom­po­nen­ten Platz haben. Die mög­li­che Zir­ku­la­ti­ons­lei­tung spielt auch hier keine Rolle. Anlagen dieser Art erwär­men und trans­por­tie­ren warmes und kaltes Trink­was­ser in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern, Alten­hei­men, Kran­ken­häu­sern, Gewer­be­be­trie­ben oder Pen­sio­nen – also überall da, wo viele Men­schen viel warmes und kaltes Wasser benö­ti­gen. Und wo viele Men­schen sind, lassen sich auch sehr leicht Krank­hei­ten ver­brei­ten.
Die Legio­nel­len etwa können gleich mehrere davon aus­lö­sen. Die bekann­teste ist die Legio­närs­krank­heit. Allein in Deutsch­land erkran­ken jähr­lich bis zu 30.000 Per­so­nen daran. Für 15% von ihnen ver­läuft das tödlich. Für die Legio­nel­len sind Trink­was­ser­an­la­gen ein wahres Para­dies. Sie fühlen sich pudel­wohl bei 5 bis 55°C. Erst ab 60°C werden sie inaktiv und sterben ab.…


Gekürzt. Geschrie­ben für IKZ Praxis. Zum Abo geht es hier. Erschie­nen in 10/2017. Der kom­plette Beitrag ist auch hier online zu lesen.