Ein Haus ganz aus Stroh

Beim Strohballenbau werden an den Plätzen für Fenster und Türen Holzrahmen eingelassen. Foto: Christian Keil / strawalz
Beim Strohballenbau werden an den Plätzen für Fenster und Türen Holzrahmen eingelassen. Foto: Christian Keil / strawalz

Mit Stroh kann man Häuser bauen. Das mag auf den ersten Blick erstau­nen. Ist aber eigent­lich ein alter Hut – mensch­heits­ge­schicht­lich betrach­tet jeden­falls.

Mit Stroh wurde schon früh gebaut. Stroh­hüt­ten sind in so gut wie allen alten Kul­tu­ren bekannt. Auch die Aus­fa­chung der Fach­werk­bau­ten im Mit­tel­al­ter mit einem Gemisch aus Lehm und Stroh war weit ver­brei­tet. Das Mate­rial hält trocken, weil es hydro­phob, also was­ser­ab­wei­send ist. Des­we­gen ver­rot­tet es kaum – vor­aus­ge­setzt, es wird vor kleinen, gie­ri­gen Nagern und zu viel Unwet­ter hin­rei­chend geschützt. Und es hat eine Eigen­schaft, ohne die das moderne Bauen nicht aus­kommt: Es dämmt fan­tas­tisch.

Nun zum prak­ti­schen: Stroh ist als Bau­stoff in Deutsch­land zuge­las­sen. Dazu muss es einige Kri­te­rien erfül­len. Es muss eine Roh­dichte zwi­schen 85 und 115 kg/m³ haben und darf nur in gerin­gem Maße Feuch­tig­keit auf­neh­men.

Ansons­ten könnte man damit auch keine Häuser bauen und es nicht mal als Dämm­ma­te­rial nutzen. Diese Ver­wen­dung ist weit ver­brei­tet. Dop­pel­wände, fach­män­nisch zwei­scha­li­ges Mau­er­werk genannt, können zum Bei­spiel mit klein­ge­häck­sel­tem Stroh aus­ge­bla­sen und so mit wenig Geld, aber einer hohen Effi­zi­enz her­vor­ra­gend gedämmt werden.

Mit Holz­stän­dern ein­fa­cher

Doch darum soll es hier nicht gehen. Sondern um das Bauen eines Stroh­hau­ses. Das kann auf viele Arten erfol­gen. Prin­zi­pi­ell unter­schei­det man zwi­schen last­tra­gen­den (Stroh wird kon­struk­tiv ein­ge­setzt) und nicht last­tra­gen­der Bau­weise (Stroh wird als Däm­ma­te­rial ein­ge­setzt). Doch nur die nicht last­tra­gen­den Stroh­bal­len­kon­struk­tio­nen sind in Deutsch­land hin­rei­chend ver­brei­tet, da für last­tra­gende Stroh­bal­len­ge­bäude es einer Zustim­mung im Ein­zel­fall bedarf.

Eine Vari­ante ist ein Holz­stän­der­bau. Dieser wird analog einem Fach­werk errich­tet. In die Ständer werden Stroh­bal­len ein­ge­legt oder – bei ent­spre­chen­der Ver­klei­dung – Stroh lose ein­ge­bla­sen und ver­dich­tet. Die tra­gende Kon­struk­tion ist also das Holz.


Gekürzt. Geschrie­ben für das Online-Magazin wohn­WER­KEN der Schlü­ter­schen Ver­lags­ge­sell­schaft. Der kom­plette Beitrag ist hier ab Seite 162 zu lesen.

Über neue Tech­no­lo­gien für die Ener­gie­wende berich­tet Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.