Beim Strohballenbau werden an den Plätzen für Fenster und Türen Holzrahmen eingelassen. Foto: Christian Keil / strawalz

Ein Haus ganz aus Stroh

von | 15. März 2018

Mit Stroh kann man Häuser bauen. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. Ist aber eigentlich ein alter Hut – mensch­heits­ge­schichtlich betrachtet jedenfalls.

Mit Stroh wurde schon früh gebaut. Stroh­hütten sind in so gut wie allen alten Kulturen bekannt. Auch die Ausfa­chung der Fach­werk­bauten im Mittel­alter mit einem Gemisch aus Lehm und Stroh war weit verbreitet. Das Material hält trocken, weil es hydrophob, also wasser­ab­weisend ist. Deswegen verrottet es kaum – voraus­ge­setzt, es wird vor kleinen, gierigen Nagern und zu viel Unwetter hinrei­chend geschützt. Und es hat eine Eigen­schaft, ohne die das moderne Bauen nicht auskommt: Es dämmt fantastisch.

Nun zum prak­ti­schen: Stroh ist als Baustoff in Deutschland zuge­lassen. Dazu muss es einige Kriterien erfüllen. Es muss eine Rohdichte zwischen 85 und 115 kg/​m³ haben und darf nur in geringem Maße Feuch­tigkeit aufnehmen.

Ansonsten könnte man damit auch keine Häuser bauen und es nicht mal als Dämm­ma­terial nutzen. Diese Verwendung ist weit verbreitet. Doppel­wände, fach­män­nisch zwei­scha­liges Mauerwerk genannt, können zum Beispiel mit klein­ge­häck­seltem Stroh ausge­blasen und so mit wenig Geld, aber einer hohen Effizienz hervor­ragend gedämmt werden.

Mit Holz­ständern einfacher

Doch darum soll es hier nicht gehen. Sondern um das Bauen eines Stroh­hauses. Das kann auf viele Arten erfolgen. Prin­zi­piell unter­scheidet man zwischen last­tra­genden (Stroh wird konstruktiv einge­setzt) und nicht last­tra­gender Bauweise (Stroh wird als Dämma­terial einge­setzt). Doch nur die nicht last­tra­genden Stroh­bal­len­kon­struk­tionen sind in Deutschland hinrei­chend verbreitet, da für last­tra­gende Stroh­bal­len­ge­bäude es einer Zustimmung im Einzelfall bedarf.

Eine Variante ist ein Holz­stän­derbau. Dieser wird analog einem Fachwerk errichtet. In die Ständer werden Stroh­ballen eingelegt oder – bei entspre­chender Verkleidung – Stroh lose einge­blasen und verdichtet. Die tragende Konstruktion ist also das Holz.


Gekürzt. Geschrie­ben für das Online-​Magazin wohn­WER­KEN der Schlü­ter­schen Ver­lags­ge­sell­schaft. Der kom­plette Beitrag ist hier ab Seite 162 zu lesen.

Über neue Tech­no­lo­gien für die Ener­gie­wende berich­tet Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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