Das Atrium des Anbaus des hessischen Finanzministeriums (links) wird über den Fußboden mit Abwärme aus dem Altgebäude ausreichend beheizt. Möglich macht dies der Passivhausstandard, der dem Gebäude schon von außen anzusehen ist. Fotos: HMdF und Urbansky

Potenzial Abwärme – Effi­ziente Heizung für gut gedämmte Häuser

von | 27. März 2018

Jedes Gebäude, in dem Menschen leben und arbeiten, „produ­ziert“ Wärme. Meist verpufft sie ungenutzt in Form von Abwasser oder verbrauchter Luft.

Die Gebäu­de­technik kann jedoch diese Poten­ziale ener­ge­tisch und damit auch wirt­schaftlich sinnvoll heben und nutzen – entweder im gleichen Gebäude oder an anderer Stelle. Voraus­setzung jedoch ist ein guter Dämm­standard und die richtige Technik.

Ursprünglich sollte der neue Anbau des Finanz­mi­nis­te­riums Hessen mit Geothermie-​Wärmepumpen beheizt werden. Jedoch ist der Unter­grund Wies­badens mit reichlich Wasser durch­zogen. Dennoch setzten die Planer auf die Tech­no­logie und bohrten. Das wenig über­ra­schende Ergebnis: In nicht allzu großer Tiefe stießen sie auf einen arte­si­schen Brunnen, der ihnen fast das

ganze Bauland wegschwemmte. Mit reichlich Beton gelang es, diesen wieder zu verschließen. Doch Geothermie schied damit als Lösung aus.Da der Neubau im Passiv­haus­standard errichtet werden musste – so will es eine Vorgabe der hessi­schen Landes­re­gierung für öffent­liche Bauten – war der Wärme­bedarf nicht allzu groß. Fossile Energien kamen nicht infrage. Fündig wurden die Planer bei der Suche nach einer Alter­native im schon bestehenden Altbau. Dieser produ­ziert so viel Abwärme, dass damit der 22 Mio. Euro teure Neubau gleich mit geheizt werden konnte. …

Kühlung sorgt für hohe Effizienz

Abwärme-​Lösungen sind immer dann sinnvoll, wenn große Mengen genau tempe­rierter Abwärme anfallen oder eine Kühlung erfor­derlich ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Abluft aus Server­räumen. Diese kann in Büro­ge­bäuden etagen­weise oder zentral gesammelt und zu Heiz­zwecken weiter genutzt werden. Daraus hat das Dresdner CleanTech-​Startup AoTerra eine seri­en­reife Lösung entwi­ckelt. Die Server­räume, und das ist der große Vorteil, werden gleich mit gekühlt.


Gekürzt. Geschrie­ben für IKZ. Zum Abo geht es hier. Erschie­nen in 03/​2018. Der kom­plette Beitrag ist auch hier online zu lesen.

Mit der Infra­ro­t­hei­zung, befas­sen sich meine Energieblogger-​Kollegen von energie​-exper​ten​.org hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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