Check­liste für Buil­ding Manage­ment Systems

Anbringen eines Sensors, der das Ankippen des Fensters registriert und daraufhin ein Signal zur Ausschaltung der Heizung sendet. Foto: innogy
Anbringen eines Sensors, der das Ankippen des Fensters registriert und daraufhin ein Signal zur Ausschaltung der Heizung sendet. Foto: innogy

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-Verantwortlichen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Im März nun erstell­ten die Wis­sen­schaft­ler eine Check­liste für Buil­ding Manage­ment Systems (BMS).

Die Zustän­dig­kei­ten inner­halb der Ebenen der Gebäu­de­au­to­ma­tion ver­la­gern sich. Schlag­worte wie „Smart Buil­ding“ oder „Cogni­tive Buil­ding“ ver­deut­li­chen, dass es bei der Auto­ma­tion in moder­nen Gebäu­den um weit mehr geht, als die reine Rege­lung der Raum­tem­pe­ra­tur, das prä­senz­ba­sierte Schal­ten von Licht oder den ener­gie­op­ti­mier­ten Betrieb der Anla­gen­tech­nik.

Grafik: IGT
Grafik: IGT

Die dazu erfor­der­li­che zusätz­li­che „Intel­li­genz“ wird über leis­tungs­fä­hige Soft­ware bereit­ge­stellt, die auf Com­pu­tern in der soge­nann­ten „Manage­ment­ebene“ läuft. Damit wandelt sich die klas­si­sche GLT (Gebäude-Leittechnik) zum BMS (Buil­ding Manage­ment System).

In Bezug auf BMS-Software wird von den Her­stel­lern oft viel ver­spro­chen – aber bei genaue­rem Hin­se­hen ergeben sich sehr schnell Unter­schiede. Mit der in diesem „Tipp des Monats“ vor­ge­stell­ten Check­liste können Sie die wesent­li­chen Kri­te­rien erfas­sen und die Anbie­ter sys­te­ma­tisch ver­glei­chen.

Wandel der GLT (Gebäude-Leittechnik) zum BMS (Buil­ding Manage­ment System)

Gemäß der CEN TC 247 wird die Welt der Gebäu­de­au­to­ma­tion in drei Ebenen unter­teilt. Die wesent­li­chen Merk­male dieser Ebenen sind die fol­gen­den:

Management-Ebene

Über­wa­chung der Gesamt­an­lage
Opti­mie­rung oder Steue­rung von Betriebs­ab­läu­fen
Visua­li­sie­rung (Zustände, Ergebn isse,Statistiken, Aus­wer­tun­gen, etc.)

Auto­ma­ti­ons­ebene

Steu­er­ge­räte wie z.B. Con­trol­ler oder DDC inkl. ein­fa­cher lokaler Bedie­nung
Signal­ver­ar­bei­tung inklu­sive Verknüpfungs- und Ablauf­steue­run­gen

Fel­debene

Sen­so­ren und Aktoren, die wie­derum direkt oder kom­mu­ni­ka­tiv (z.B. über Funk- oder Bus­sys­teme) an die Auto­ma­ti­ons­ebene ange­bun­den sind

Die Con­trol­ler bzw. DDC der Auto­ma­ti­ons­ebene sind für die wesent­li­chen Steuerungs- und Rege­lungs­auf­ga­ben zustän­dig. Das Ein­schal­ten einer Leuchte auf­grund eines Prä­senz­si­gnals oder Tas­ten­drucks kann ein Con­trol­ler bzw. eine DDC schnel­ler und zuver­läs­si­ger aus­füh­ren, als wenn jede Aktion in der Manage­ment­ebene koor­di­niert wird.

Über­grei­fende Funk­tio­nen sowie Moni­to­ring und Visua­li­sie­rung erfor­dern mehr „Intel­li­genz“. Ver­laufs­kur­ven für eine HCL-Beleuchtung (d.h. Rege­lung von sowohl Inten­si­tät als auch Licht­farbe der künst­li­chen Beleuch­tung) unter Berück­sich­ti­gung von Zeit, Präsenz und Tages­licht lassen sich mit Soft­ware in der Manage­ment­ebene intui­ti­ver pro­gram­mie­ren bzw. bedie­nen und ändern als über Soft­ware für die Auto­ma­ti­ons­ebene.

Das gilt ins­be­son­dere dann, wenn in einem Projekt Con­trol­ler unter­schied­li­cher Her­stel­ler zum Einsatz kommen, die die ent­spre­chen­den Funk­tio­nen unter­schied­lich – wenn über­haupt — unter­stüt­zen. Noch extre­mer wird es, wenn man Nutzern die Mög­lich­kei­ten ein­räu­men möchte,

einiges über das Smart­phone zu steuern – und dieser Trend setzt sich auch zuneh­mend in Büro­ge­bäu­den durch. Oder die Auto­ma­ti­ons­ebene mit anderen IT-Systemen koppelt (z.B. Raum­bu­chungs­sys­tem).

Dies erfor­dert eine Soft­ware, die weit mehr kann als eine klas­si­sche GLT. Ein GLT-System ist ein System, welches eher für das tech­ni­sche Betriebs­per­so­nal gedacht ist. Dabei ist es in vielen Fällen auf den Her­stel­ler der kon­kre­ten Con­trol­ler bzw. DDC zuge­schnit­ten. Wie oben beschrie­ben, gehen die Anfor­de­run­gen an die Auto­ma­ti­ons­ebene deut­lich weiter und deshalb wird hier der Begriff „Buil­ding Manage­ment System (BMS)“ ver­wen­det.

Check­liste

Wie erwähnt, rühmen sich bereits einige Her­stel­ler von Soft­ware, diesen zuneh­men­den Anfor­de­run­gen gerecht zu werden. Aber die Unter­schiede in der echten Funk­tio­na­li­tät sind enorm. Die hier her­un­ter­lad­bare Check­liste enthält die ele­men­ta­ren Fragen, die man zum Erfas­sen der echten Leis­tungs­fä­hig­keit und bei Bedarf zum Ver­gleich zwi­schen unter­schied­li­chen Her­stel­lern stellen sollte.

Der Tipp des Monats des IGT kann hier abon­niert wer­den.


Mit dem Smart Home, ohne dass sich eine moderne TGA-Anlage kaum sinn­voll steu­ern lässt, befasst sich auch Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

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