Smart ausgerüstete Heizungen lassen sich per App überwachen. Foto: Loxone

Smart Home: Hype oder Nichthype – das ist nicht die Frage

von | 28. August 2018

Nahezu jede Kompo­nente der Haus­technik lässt sich smart gestalten. Bei Immo­bi­li­en­ver­waltern in Deutschland ist dies noch kein Thema. Der Nutzen scheint nicht klar definiert. 

Er liegt in drei Gebieten: Einsparung, Sicherheit und Komfort. All das kann zur Wert­stei­gerung einer Immobilie beitragen. Bauherren müssen beim Neubau und bei grund­le­genden Sanie­rungen die notwendige Infra­struktur für smarte Tech­no­logien schaffen.

Smart Home ist in aller Munde. Manche wollen damit Kosten senken und etwa Energie sparen, andere freuen sich auf daten­seitig komplett durch­leuchtete Immo­bilien, die so besser und quasi frei von Arbeits­kraft digital zu verwalten sind. Doch über allem schwebt die Angst vorm Datenklau. Wie realis­tisch ist eigentlich die smarte Ausstattung der großen Immobilienbestände?

Zuerst: Das Angebot ist recht groß. Es gibt keine Haustechnik-​Komponente, die derzeit nicht am Markt in einer smarten Varianten verfügbar wäre. „Diese sind aber weniger an den Bedürf­nissen und Wünschen des Endkunden – komplette Vernetzung – als an eigenen Geschäfts­in­ter­essen orien­tiert“, so Prof. Dr. Christian Pätz, Sprecher der Euro­päi­schen Z‑Wave Alliance. Das führt zu Produkten, die am Bedarf vorbei entwi­ckelt wurden und schnell wieder verschwinden.

Deswegen sieht er auch nicht die klas­sische Haustechnik-​Industrie am Drücker, die weiterhin gern an bewährten, aber in seinen Augen zu teuren Standards wie KNX festhält, sondern die großen Inter­net­planer wie Amazon oder Google. …

Erste Pleiten, erste Rettungen

Tatsächlich scheint die derzeitige Produkt­po­litik der Technik­her­steller ihre ersten Kinder zu fressen. Im Mai musste einer der Smart-​Home-​Pioniere Insolvenz anmelden. Wibutler entwi­ckelte eine eigene Heim­zen­trale, mit der die verschie­densten Geräte ohne Rücksicht auf deren Standards einge­bunden werden konnten. …

Auf der anderen Seite: Anbieter wie Loxone steigern Jahr um Jahr ihre Umsätze. Allein 2017 waren es 32,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund ist vor allem im Ausland zu suchen, wo Loxone einen Großteil seiner Gewinne macht. Denn da setzen Immo­bi­li­en­ver­walter und öffent­liche sowie gewerb­liche Bauherren verstärkt auf smarte Tech­no­logien. In Deutschland sind die Treiber eher private Bauherren. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 0708÷2018. Zum Abon­ne­ment der Zeit­schrift Immo­bi­li­en­wirt­schaft geht es hier.

Über den kli­ma­neu­tralen Gebäu­de­be­stand berich­tet Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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