Das alles lässt sich an einem Haus smart machen. Grafik: innogy

Smart home nach­rüsten – aber wie?

von | 5. September 2018

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-​Verantwortlichen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Im August nun befassen sich die Forscher damit, wie man Smart home in einem Bestands­ge­bäude nach­rüsten kann.

Beim Neubau von Wohn­ge­bäuden kommt es oft vor, dass man sich zunächst gegen eine Smarthome-​Installation entscheidet. In Konkurrenz mit Garten­ge­staltung, Küchen­ein­richtung & Co. und gleich­zeitig begrenztem Budget zieht das Smart Home oft den Kürzeren.

Was ist aber, wenn man ein paar wenige Jahre später genau solche Smarthome-​Funktionen nach­rüsten möchte? Was hätte man beim Bau (mit wenig Zusatz­aufwand) beachten sollen? Wann kann man einen Neubau als „Smart Home Ready“ bezeichnen?

Früher oder später …

Einbrecher verschrecken, Stand-​by-​Verbraucher auto­ma­tisch abschalten, Beleuchtung und Raum­tem­pe­ratur über Wunsch­szenen einstellen – vieles davon erfährt zuneh­mende Akzeptanz durch Nutzer.

Früher oder später wird das Smart Home also auch dort Einzug halten, wo man sich das im Moment womöglich noch gar nicht vorstellen kann. Insbe­sondere funk­ba­sierte Smarthome-​Systeme versprechen eine jeder­zeitige und problemlose Nachrüst-​Möglichkeit. Das ist aller­dings nicht ganz richtig. Auch bei funk­ba­sierten Systemen benötigen Gebäude oft eine „Backbone-​Verkabelung“ – konkret die Plat­zierung von ein paar wenigen Empfangs-​/​Sende­an­tennen in z.B. unter­schied­lichen Stock­werken und deren Verka­belung mit einem zentralen Controller. Dies ist oft die beste Variante zur Gewähr­leistung einer zuver­läs­sigen Über­tragung von Funksignalen.

Insbe­sondere wird zusätz­licher Platz in Unter­putz­dosen benötigt, um in den Räumen die Sensoren und Aktoren posi­tio­nieren zu können. Decken­leuchten oder Roll­la­den­an­triebe lassen sich nicht über Zwischen­stecker ansteuern. Wenn dieser Platz für Unterputz-​Aktoren erst später geschaffen werden muss, braucht man zum Setzen von zusätz­lichen oder tiefen Unter­putz­dosen mehr Zeit und
Aufwand als der eigent­liche elek­trische Anschluss und die Program­mierung der Komponenten.

Sofern später ein kabel­ba­siertes Smarthome-​System nach­ge­rüstet werden soll (sei es ein busba­siertes System oder ein zentraler Controller mit stern­för­miger direkter Verka­belung in die Räume), scheitert das oft an fehlenden Leer­rohren oder präventiv verlegter Verka­belung. Denn das nach­träg­liche Einziehen einer solchen Verka­belung ist in einer bewohnten Immobilie meist nicht möglich.

Vorbe­rei­tungen heute für das Smart Home von morgen?

Was sollte man in Konse­quenz schon beim Bau einer Immobilie oder bei einer größeren Reno­vierung beachten, um später für möglichst viele Systeme vorbe­reitet zu sein? Immerhin weiß man heute noch
nicht, welche Anfor­de­rungen später an ein Smart Home gestellt werden und somit erst recht nicht, welches System später zum Einsatz kommen soll.

Vorbe­rei­tungs­va­ri­anten

Je nach späterer konkreter Umsetzung ergeben sich andere Anfor­de­rungen an die Vorbe­reitung. Je mehr man also schon heute über die spätere System­ar­chi­tektur weiß oder zumindest „erahnt“, desto
konkreter kann man sich darauf vorbe­reiten. Zur Auswahl stehen die folgenden Varianten:

  • Mix“ (leitungs­ge­bundene zentrale/​dezentrale Misch­va­riante): Mehrfach-​Aktoren zentral in der Unter­ver­teilung mit jeweils stern­för­miger Verka­belung in die Räume zu Leuchten, Rollläden
    etc.; busba­sierte Sensoren dezentral in den Räumen.
  • Dez.“ (dezen­trale leitungs­ge­bundene Variante): Durch­gängige Nutzung von dezen­tralen Sensoren und Aktoren in den Räumen mit Verbindung über eine BUS-Leitung.
  • Funk“ (funk­ba­sierte Variante): Durch­gängige Nutzung von dezen­tralen Sensoren und Aktoren in den Räumen mit Verbindung über ein Funkprotokoll.

Der Tipp des Monats des IGT kann hier abon­niert werden.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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