Eigen­strom in der WEG — ein schwie­ri­ges Unter­fan­gen

BHKW, das bei einer WEG installiert wurde und der Eigenversorgung mit Strom dient. Foto: EM Energiemanagement
BHKW, das bei einer WEG installiert wurde und der Eigenversorgung mit Strom dient. Foto: EM Energiemanagement

Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten dazu zu bewegen, selbst Strom zu erzeu­gen und zu ver­mark­ten ist ein schwie­ri­ges Unter­fan­gen. Denn letzt­lich muss die Eigen­tü­mer­ge­mein­schaft nicht nur zustim­men, sondern künftig auch als sog. Elek­tri­zi­täts­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men auf­tre­ten.

Tat­säch­lich gibt es am Markt einige Spe­zia­lis­ten, die sich diesem Thema widmen. Für die Eigen­tü­mer als Betrei­ber gibt es mehrere Modelle.

Sie können den Strom zu einer nied­ri­gen Ver­gü­tung in das öffent­li­che Netz ein­spei­sen, die Abwick­lung der Strom­ver­mark­tung einem Con­trac­tor über­las­sen oder sich selbst bzw. ihre Mieter via Mie­ter­strom­mo­dell ver­sor­gen (siehe auch Betrei­ber­mo­delle für Eigen­strom­erzeu­gung). Recht­lich darf eine Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft (WEG) das. Fest­ge­stellt wurde dies in einem Urteil des FG Rheinland‐Pfalz (15.1.2015, 4 K 1102/14, Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, da Revi­sion beim BFH unter Az. IV R 6/16 anhän­gig), das sich auf die Ein­spei­sung des durch die WEG erzeug­ten Stromes in das Netz bezieht. ..

Dann wären noch die Ein­nah­men. Wird ein BHKW wär­me­ge­führt betrie­ben, hängt die Höhe der erziel­ten Ein­nah­men von der gelie­fer­ten Wär­me­menge ab. Zwar kann man in jeder Wohnung ermit­teln, wie viel Wärme dorthin gelie­fert wurde. Aber so gut wie jedes BHKW wird für Spit­zen­las­ten mit einem Gas‐Brennwertkessel kom­bi­niert. Nicht ermit­teln kann man, wer nun die Wärme erzeugte – BHKW oder Kessel. Und so ist es schwie­rig, die über ein BHKW gewon­ne­nen Ein­nah­men an die rich­ti­gen Mieter oder Wohn­ei­gen­tü­mer aus­zu­schüt­ten.

Glei­ches gilt für den Strom. Aller­dings können hier – bei einem kom­plet­ten Selbst­ver­brauch der erzeug­ten Strom­menge – die Vor­teile über ein eigenes Mie­ter­strom­mo­dell allen Par­teien zugu­te­kom­men. Dafür ist es immer ratsam, inner­halb der Eigen­tü­mer­ver­samm­lung von vorn­her­ein eine Klärung zu errei­chen, wie mit den Gewin­nen aus einem BHKW oder einer anderen strom­erzeu­gen­den Anlage zu ver­fah­ren ist. …

Doch in welchem Umfang lohnt sich das über­haupt? Dazu eine kleine Rech­nung: Ange­nom­men, ein BHKW kann 50 % des Strom­ver­brauchs in einem Wohn­ge­bäude abde­cken (eine PV‐Anlage wird dies nie errei­chen). Dann würden bei einem jähr­li­chen Strom­be­darf von 125.000 kWh (für ein Haus mit 50 Par­teien und durch­schnitt­li­cher Ver­brauchs­größe von 2.500 kWh im Jahr) 62.500 kWh mittels BHKW abge­deckt. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 09/2018. Zum Abon­ne­ment der Zeit­schrift Immo­bi­li­en­wirt­schaft geht es hier.

Über den kli­ma­neu­tralen Gebäu­de­be­stand berich­tet Energieblogger‐Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.