Strom Sparen im Unter­neh­men

Mit LEDs ausgerüstete Produktionshalle. Die Energieeinsparungen betrugen gut 70 Prozent und amortisierten nach wenigen Monaten die Investition. Foto: Waldmann
Mit LEDs ausgerüstete Produktionshalle. Die Energieeinsparungen betrugen gut 70 Prozent und amortisierten nach wenigen Monaten die Investition. Foto: Waldmann

Jeder will Energie sparen. Ob durch Zeit­schal­ter an den Steck­leis­ten, Abschal­ten von Geräten im Standby-Modus oder Kochen mit Rest­wärme – Strom sparen heißt Geld sparen! Täglich machen wir Gebrauch von vie­ler­lei solchen Tipps, um unsere Neben­kos­ten klein zu halten. Damit leisten wir ganz neben­bei unseren Beitrag zum Umwelt­schutz. Pri­vat­haus­halte ver­brau­chen aller­dings nur knapp ein Viertel des Stroms, laut Sta­tis­tik des Umwelt­bun­des­am­tes ist die Indus­trie der hung­rigste Sektor mit einem Ver­brauch von über 40%. Welche Ener­gie­spar­maß­nah­men können Unter­neh­mer nutzen, ohne dabei Effi­zi­enz oder Pro­duk­ti­vi­tät zu ver­lie­ren?

Unter­schätzte Strom­fres­ser

Dass pro­du­zie­rende Unter­neh­men Energie benö­ti­gen ist selbst­ver­ständ­lich. Doch nicht nur Maschi­nen wollen betrie­ben werden. Gebäude werden beheizt und beleuch­tet und gerade in hier sind die größten Erspar­nisse möglich. Der Grund für das hohe, unge­nutzte Poten­tial ist der noch immer weit ver­brei­tete Einsatz ver­al­te­ter Technik. Zwar sind Glüh­bir­nen seit fast zehn Jahren ver­bo­ten, es gibt jedoch noch immer immense Dun­kel­zif­fern an Vor­rä­ten und wer beson­ders auf­merk­sam ist, mag die eine oder andere Birne noch in einer Fabrik­halle finden. Auch die Halo­gen­lampe – Zunächst beju­belt als Nach­fol­ger der Glüh­birne – ent­puppte sich als nicht ener­gie­ef­fi­zi­ent durch wird seit Sep­tem­ber 2018 nicht mehr pro­du­ziert. Eine kom­plette Umrüs­tung auf LED-Beleuchtung ist auch für große Unter­neh­men der beste Rat­schlag, um Neben­kos­ten zu senken: Laut der Deut­schen Ener­gie­agen­tur sparen LEDs im Ver­gleich zu her­kömm­li­cher Beleuch­tung ganze 70%!

Es kommt auf die Details an

Ein Konzept zum betrieb­li­chen Ener­gie­ma­nage­ment sollte alle Mög­lich­kei­ten zur Rea­li­sie­rung des Ein­spar­po­ten­ti­als berück­sich­ti­gen. Die Anschaf­fung neuer Technik, etwa neueren, effi­zi­en­te­ren Pro­duk­ti­ons­an­la­gen, die Iso­lie­rung von Gebäu­den für bessere Wär­me­hal­tung oder auch Ver­gla­sung mit guten ther­mi­schen Eigen­schaf­ten – All dies sind Maß­nah­men, die sich in der Praxis schnell amor­ti­sie­ren und somit sind sie aus unter­neh­me­ri­scher Sicht attrak­tiv. Dabei sollten auch die kleins­ten Maß­nah­men nicht unter­schätzt werden. Bei Umgang mit Stark­strom können zum Bei­spiel abschalt­bare Steck­do­sen genutzt werden, mit denen die passive Ener­gie­ab­fuhr an ange­schlos­sene, nicht genutzte Geräte unter­bun­den werden kann.

Eine intel­li­gente Ver­net­zung aller Systeme erlaubt Auto­ma­ti­sie­rung und Fern­steue­rung – Genau wie im eigenen Smart-Home. Vor­rei­ter ist hier das „Edge“, ein 40.000m² Büro­ge­bäude in Ams­ter­dam. In diesem werden alle Systeme über Apps gesteu­ert, Solar­ener­gie wird genutzt, Regen­was­ser wird über die Dach­rin­nen gesam­melt und ver­sorgt Toi­let­ten und Grün­flä­chen und selbst die Außen­fas­sa­den sind in einem Winkel gebaut, welcher direkte Son­nen­ein­strah­lung redu­ziert und somit die Wär­me­bil­dung im Gebäude redu­ziert. Hier kann auch die Indus­trie noch einiges lernen.

Das Fazit bleibt: Effi­zi­en­tes Ener­gie­ma­nage­ment hilft Unter­neh­men Geld zu sparen, die Umwelt zu schüt­zen und sichert ganz neben­bei die Zukunfts­fä­hig­keit und den lang­fris­ti­gen Gewinn. Ebenso wie in den eigenen vier Wänden auf mög­li­ches Poten­tial geach­tet wird, muss dieses auch in der Wirt­schaft rea­li­siert werden. Übri­gens fördert das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Energie viele Maß­nah­men zum Ein­spa­ren von allen Arten von Energie – Nicht nur für Strom!