Schema der passiven Kühlung durch eine Erdreich-Wärmepumpe. Grafik: BWP

Wärme­pumpen: Heizen und Kühlen mit einer Technologie

von | 3. März 2020

Die Klima­er­wärmung bringt ein ener­ge­ti­sches Problem zum Vorschein, das bisher kaum disku­tiert wird: Bis 2050 wird der Kühl­bedarf von Gebäuden weltweit den Heiz­bedarf übersteigen. 

Das Problem dabei: Kälte kann nur mit höherem ener­ge­ti­schem Aufwand erzeugt werden als die gleiche ener­ge­tische Wärme­menge. Nur eine Tech­no­logie kann dies vermeiden: die Wärme­pumpe. Im rever­siblen Betrieb kann sie sowohl Heizen als auch Kühlen.

Wärme­pumpen können auf zwei Arten kühlen. Zum einen kann die Antriebs­en­ergie für den Verdichter genutzt werden. Hier spricht man von einer aktiven Kühlung bezie­hungs­weise vom rever­siblen Wärmepumpen-​Betrieb. Zum anderen kann einfach mittels der Umwälz­pumpe die Wärme aus dem Gebäude ins Erdreich oder ins Grund­wasser abgeführt werden. Dann spricht man von einer passiven Kühlung. Die erste Variante ist die energieintensivere.

Die passive Kühlung ist nur bei Erdreich- oder Grundwasser-​Anlagen möglich, sollte aber grund­sätzlich den Vorrang haben“, sagt Henning Schulz von Wärme­pum­pen­spe­zia­listen Stiebel Eltron. Immer, wenn hohe Kühl­lasten anfielen, sollte über eine rever­sible Wärme­pum­pen­anlage nach­ge­dacht werden. Bei Nicht­wohn­ge­bäuden über­stiegen die Kühl­lasten mitt­ler­weile häufig sogar den Heiz­wär­me­bedarf. Dafür seien rever­sible Wärme­pumpen perfekt geeignet. Aber auch im Wohnbau werde die Kühl­funktion immer öfter nachgefragt.

Bauwerk muss geeignet sein

Bei der Ausstattung, auch in der Nach­rüstung von Bestands­ge­bäuden, ist darauf zu achten, dass die Kühlung auch bautech­nisch umgesetzt werden kann. Deswegen müssen die zu kühlenden Räume geeignet sein, die Kälte auch abzugeben. Dazu dienen etwa Kühl­decken oder die heute schon verbreitete Beton­kern­ak­ti­vierung, bei der die Kühl­lei­tungen in den Geschoß­decken verlegt werden und die ther­mische Trägheit und damit Spei­cher­fä­higkeit des Betons ausnutzen. …


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Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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