Abfallverwertung und Rezyklate können auch zur Herstellung von Kabellrohrsystemen genutzt werden. Foto: Frank Urbansky

Die Nach­hal­tigkeit endet oftmals bei der Arbeit

von | 23. März 2021

Viele Menschen haben das Thema Nach­hal­tigkeit in ihrem Privat­leben gut in ihren Lebens­alltag inte­griert. Sie verwenden öffent­liche Verkehrs­mittel oder das Fahrrad für kurze Verkehrswege und achten im Super­markt genau darauf, woher Obst und Gemüse kommen. Sobald sie jedoch an ihrem Arbeits­platz sind, scheint das Thema für sie plötzlich keine Rolle mehr zu spielen.

Vom Paulus zum Saulus

Leider nimmt hier der berühmte biblische Weg vom Saulus zum Paulus die umge­kehrte Richtung. Das liegt aber oftmals gar nicht am Unter­nehmen selbst. Viele Betriebe nehmen das Thema Nach­hal­tigkeit ernst und richten auch ihre Kommu­ni­kation darauf aus. Sie haben zum Teil sogar eigene Kampagnen entwi­ckelt und eine entspre­chende Onpage­op­ti­mierung ihrer Webseite vorgenommen.

Doch trotzdem finden sich im Büro­müll­eimer die berühmten Alukapseln für den Kaffee und der Bild­schirm des Monitors wird auch am Abend beim Verlassen des Arbeits­platzes nicht ausge­schalten. Auch kurze Wege werden mit dem Firmen­wagen erledigt, obwohl es keinen vernünf­tigen Grund dafür gibt und bei der Wurst, die beim Super­markt um die Ecke für die Mittags­pause gekauft wird, spielt Bio-​Qualität und Massen­tier­haltung plötzlich keine große Rolle mehr.

Es sind viele Klei­nig­keiten, die jedoch insgesamt einen großen Schaden anrichten. Scheinbar wohnen in vielen Menschen zwei Persön­lich­keiten. Der Paulus im Privat­leben und der Saulus am Arbeits­platz. Was sie dabei jedoch vergessen, ist die Tatsache, dass das alles auf dem gleichen Planeten stattfindet.

Nach­hal­tigkeit im Unter­nehmen fördern

Um die Mitar­beiter auch im Unter­nehmen zu einer nach­hal­tigen Lebens­weise zu moti­vieren, ist es wichtig, sie an den entspre­chenden Maßnahmen zu betei­ligen. Anders ausge­drückt: Es ist zwar schön, wenn sich auf der Webseite entspre­chende Keywords zum Thema Nach­hal­tigkeit befinden, sie müssen jedoch erst von den Mitar­beitern mit Leben befüllt werden.

Wichtig sind klare sichtbare Signale. Dazu gehört zum beispiels­weise die Verwendung von Recycling-​Papier, der Wechsel zu einem Ökostrom-​Anbieter inklusive entspre­chendem Vertrags­an­gebot für die Mitar­beiter auf der Intranet-​Seite oder die Nutzung der Such­ma­schine Ecosia statt Google. Denn diese verwendet ihre Werbe­ein­nahmen dazu, um weltweit Bäume zu pflanzen.

Wichtig ist in diesem Zusam­menhang die Kongruenz. Erst wenn alle Mitar­beiter tatsächlich das umsetzen, was die Unter­neh­mens­führung in der öffent­lichen Kommu­ni­kation behauptet, entsteht für alle der Eindruck, dass es das Unter­nehmen wirklich ernst damit meint.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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