Wesentliche Anforderungen an die GA zur HOAI Leistungsphase 1. Grafik: IGT

Anfor­de­rungen an die Gebäu­de­au­to­mation zur HOAI Leis­tungs­phase 1

von | 7. Februar 2022

Das Münchener IGT – Institut für Gebäu­de­tech­no­logie gibt monatlich Tipps heraus, mit denen Mietern, Verwaltern und TGA-Verant­wort­lichen die Steuerung der Haus­technik leicht gemacht werden soll. Im Februar nun ging es um die Anfor­de­rungen an die Gebäu­de­au­to­mation zur Leis­tungs­phase 1 nach HOAI.

Bereits zum Beginn von Projekten sind die elemen­taren Eckpunkte vorzu­geben. Das gilt auch bei Baumaß­nahmen, in denen später die Gebäu­de­au­to­mation zum Einsatz kommt.

Konkret: Die wesent­lichen Anfor­de­rungen sind bereits während der HOAI Leis­tungs­phase 1 fest­zu­legen. Dabei sind die GA-​Fachplaner zu dieser Phase meist noch nicht aktiv und somit beginnen die meisten Projekte mit unklaren Anfor­de­rungen an das wichtige Gewerk der Automation.

Dabei genügen zu dieser Phase wenige Stich­worte, zu denen wir in diesem „Tipp des Monats“ Text­vor­schläge zusam­men­ge­stellt haben. Diese sind so formu­liert, dass sie von den in dieser frühen Phase betei­ligten Personen – z.B. Bauherr, Architekt oder Gene­ral­planer – fest­gelegt werden können.

Anfor­de­rungen an die Gebäudeautomation

Zur Fest­legung der Anfor­de­rungen an die Gebäu­de­au­to­mation existiert die Norm EN 15232. In dieser Norm ist eine Check­liste enthalten, mit Hilfe derer der Einfluss der Gebäu­de­au­to­mation auf die Gesamt-​Energieeffizienz des Gebäudes ermittelt werden kann. Diese unter­scheidet in 4 soge­nannte Gebäudeautomation-Effizienzklassen:

  • Klasse A: hoch ener­gie­ef­fi­zi­entes Gebäu­de­au­to­ma­ti­ons­system (GA-​System) und Tech­ni­sches Gebäu­de­ma­nagement (TGM)
  • Klasse B: erwei­tertes GA-​System und einige spezielle TGM-Funktionen
  • Klasse C: Standard GA-System
  • Klasse D: GA-​System, das nicht ener­gie­ef­fi­zient ist

Diese GA-​Effizienzklassen haben eine sehr deutliche Auswirkung auf die Ener­gie­ef­fi­zienz. Im Vergleich zu einem „Standard-​Gebäude“ (d.h. „GA-​Effizienzklasse C“) benötigt ein Büro­ge­bäude der „GA-​Effizienzklasse B“ 20% weniger ther­mische Energie und 7% weniger elek­trische Energie.

Idea­ler­weise wird zum Projekt­start von Bauvor­haben die grund­sätz­liche Ziel-​GA-​Effizienzklasse fest­gelegt. Im Detail ist das aber oft nicht möglich, da je nach Gewerk ein unter­schied­licher Auto­ma­ti­onsgrad sinn­voller ist. In diesem Fall muss bereits zur HOAI Leis­tungs­phase 1 eine grobe Unter­teilung vorge­nommen werden. Dazu haben wir die wesent­lichen Anfor­de­rungen an die Gebäu­de­au­to­mation je nach Gewerke unter­teilt. Die Abbildung zeigt den Zusam­menhang zwischen den unter­schied­lichen Anfor­de­rungen und den damit verbun­denen GA-Effizienzklassen.

Ganz wichtig ist, dass zu jedem Gewerk eine Aussage getroffen werden sollte. D.h. es sollten für jedes Gewerk jeweils die Texte der Klasse A/​B, der Klasse C oder der Klasse D als Anfor­derung über­nommen werden. Ganz schlecht – aber leider üblich – ist es, keinerlei Anfor­derung fest­zu­schreiben und die spätere Entscheidung dem Zufall oder der „Lust und Laune“ von späteren Planern zu über­lassen. Das wäre das gleiche, als wenn Sie beim Auto­händler ein Auto bestellen würden, ohne die Farbe oder die Leistung festzulegen.

Vertiefte Bewertung sowie konkrete Abschätzung des ener­ge­ti­schen Einsparpotenzials

Wie erwähnt, erlaubt die EN 15232 die Bewertung der Gebäu­de­au­to­mation im Hinblick auf die Ener­gie­ef­fi­zienz. Dabei kann sogar sehr schnell und einfach das ener­ge­tische Einspar­po­tenzial ermittelt werden.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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