Nachhaltiges Bauen in Deutschland wird derzeit noch vom Innenminisiterium und in Zukunft vom neuen Bauministerium gesteuert. Foto: Andreas Rietz (BBSR)

Aufbruch in die Kreislaufwirtschaft

von | 8. Februar 2022

Die Zukunft muss nach­haltig sein. Weder dürfen Brenn­stoffe noch Rohstoffe verschwendet werden. Für die EU- Mitglieds­staaten gelten bereits seit 2021 anspruchs­volle Ziele zur Wieder­ver­wend­barkeit oder Recy­cling­fä­higkeit von Konsum­gütern und Abfällen. Auch die Bauwirt­schaft wird in naher Zukunft danach handeln müssen. Doch kann man heute überhaupt schon nach­haltig bauen?

Die neue Bundes­re­gierung will mit einem Ruck nachholen, was ihre Vorgänger jahrelang in Sachen Nach­hal­tigkeit und Ener­gie­ef­fi­zienz im Immo­bi­li­en­markt verschlafen haben. Ab 2025 soll der Effi­zi­enzhaus 40-​Standard (vergleichbar mit dem alten KfW-​40-​Standard) verbindlich werden. Ein Gebäude darf dann in der umbauten Fläche nur noch 50 bis 60 Kilo­watt­stunden je Quadrat­meter und Jahr verbrauchen und nicht 80 bis 90 wie im bisher verbind­lichen KfW-​70-​Standard. Der gilt ab 2024 nur noch für Bestands­ge­bäude, die saniert werden. Hinzu kommt eine Solar­pflicht für Dächer bei Neubauten sowie im Sanie­rungsfall. Gleich­zeitig soll es den fossilen Heiz­sys­temen an den Kragen gehen: Ab 2025 müssen neu einge­baute Heizungen zu mindestens 65 % erneu­erbare Energien nutzen, bisher sind es 15 %.

Zudem soll die Nach­hal­tigkeit von Gebäuden sehr stark bewertet werden. „Wir werden die Grund­lagen schaffen, den Einsatz grauer Energie sowie die Lebens­zy­klus­kosten verstärkt betrachten zu können. Dazu führen wir u. a. einen digitalen Gebäu­de­r­es­sour­cenpass ein. So wollen wir auch im Gebäu­de­be­reich zu einer Kreis­lauf­wirt­schaft kommen. Außerdem werden wir eine nationale Holzbau‑, Leichtbau- und Rohstoff­si­che­rungs­stra­tegie auflegen. Inno­va­tiven Mate­rialien, Tech­no­logien und Startups wollen wir den Markt­ein­tritt und Zulas­sungen erleichtern“, so die Koalitionäre. …


Gekürzt. Geschrieben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­ständige Beitrag erschien in der Nummer 02/​202. Gratis testen unter https://​www​.haufe​-immo​bi​li​en​wirt​schaft​.de

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Effi­ziente Ener­gie­ver­sorgung und Verwaltung dank PropTechs

Effi­ziente Ener­gie­ver­sorgung und Verwaltung dank PropTechs

Nach dem Bau der Immobilie geht es um deren Verwaltung und Energieversorgung. Verschiedene PropTechs wollen dabei helfen, dies effizient und kostengünstig umzusetzen. Eine Übersicht. Wenn es um Ressourcen- und Kosteneinsparungen geht, liegt es eigentlich auf der Hand,...

Ein stabiler Strom­preis bei Null Emis­sionen ist möglich

Ein stabiler Strom­preis bei Null Emis­sionen ist möglich

Die Wärmepumpe wird die Heiztechnologie der Zukunft sein – auch in Gewerbeimmobilien. Der Wärmepumpengipfel Ende Juni, der von der Bundesregierung initiiert wurde, lässt daran kaum Zweifel aufkommen. Die Wärmepumpe an sich ist jedochnicht klimaneutral – der...

Wärme­pumpen Heiz­lösung der Zukunft

Wärme­pumpen Heiz­lösung der Zukunft

An der Wärmepumpe führt im Wohnungsbau in Zukunft kein Weg vorbei. Sie wird die dominierende Heiztechnologie sein. Das wird nicht nur politisch unterstützt, sondern auch von den Herstellern. Zahlreiche Praxisbeispiele beweisen schon heute die Effizienz dieser Systeme...