Das Ablesen von Verbrauchsdaten vereinfacht die Digitalisierung des Meterings und hilft Fehler zu vermeiden. Das wiederum vermindert Reklamationen bei der Rechnungslegung. Anyline

Digi­ta­li­sierung im Ener­gie­be­reich – wie Kunden Entwick­lungen beeinflussen

von | 14. April 2022

Die Digi­ta­li­sierung nimmt immer mehr Einfluss darauf, wie wir lernen, arbeiten, konsu­mieren, kommu­ni­zieren oder unsere Freizeit gestalten. Das Echo darauf fällt aller­dings sehr unter­schiedlich aus. Geschätzt werden von den meisten Menschen die Vorteile der neuen Tech­no­logien oder begeistern sich für die Zukunfts­mög­lich­keiten. Im Ener­gie­be­reich liegt bei vielen Unter­nehmen und privaten Haus­halten jedoch weiterhin der Fokus auf günstigen Tarifen, wobei die digitale Trans­for­mation Spar­po­ten­ziale mit sich bringt. Dies erkennen Verbraucher oft erst auf den zweiten Blick.

Chancen und Kosten für den Energiesektor

Ob an der Laden­kasse oder bei der Kommu­ni­kation mit Freunden und Business-​Partnern, digitale Tech­no­logien beein­flussen jeden Lebens­be­reich. Auch Firmen aus der Ener­gie­branche sehen sich Heraus­for­de­rungen gegenüber, um diesen Wandel ins Unter­nehmen zu bringen und Kunden vom eigenen Weg zu über­zeugen. Hierbei ist es vor allem der steigende Verbrauch, der Anbieter von Energie auf die Probe stellt.

Die moderne Digi­tal­technik ist nicht ohne Strom in zahllosen Verbrau­chern vom Server bis zum Smart-​Home-​Gerät machbar. Der digitale Wandel im Alltag bringt zwangs­läufig einen höheren Ener­gie­bedarf mit sich, den kein Kunde teuer bezahlen möchte. Für Anbieter der Branche heißt es, den stei­genden Bedarf zu fairen Preisen zu decken und gleich­zeitig den digitalen Wandel betriebs­intern voranzubringen.

Als Verbraucher mit der Tarifwahl Einfluss nehmen

Während die Digi­ta­li­sierung firmen­intern einen neuen Umgang mit Kunden­daten und eine intel­li­gentere Steuerung der Ener­gie­technik ermög­licht, liegen die Schwer­punkte des Verbrau­chers auf den Kosten. Regel­mäßig wird nach alter­na­tiven Anbietern geschaut, die faire Ener­gie­preise bieten und diese mit höchsten Standards im Daten­schutz verbinden.

Ähnliche wie bei einem Sport­wet­ten­an­bieter Vergleich oder der jähr­lichen Analyse von Versi­che­rungen führen Kunden einen Tarif­ver­gleich durch. Während die Rahmen­be­din­gungen bei Angeboten wie Sport­wetten eindeutig definiert sind und ein klarer Zusam­menhang zwischen Einsatz und Gewinn erkennbar ist, wird die Analyse im Ener­gie­be­reich komplexer.

So achten viele Verbraucher alleine auf den Kosten­faktor und wünschen sich den nied­rigsten Cent­betrag pro Kilo­watt­stunde. Aspekte wie der Service des Anbieters oder ein besonders umfas­sender Daten­schutz lassen sich finan­ziell nicht darstellen und werden deshalb schnell übersehen. Gleiches gilt für die Offenheit des Versorgers für inno­vative Tech­no­logien und den Willen, die Digi­ta­li­sierung haus­intern voranzubringen.

Digi­ta­li­sierung kurz- und lang­fristig belohnen

Für den einzelnen Verbraucher lohnt es, sich neben dem Preis über die Firmen­struk­turen und den Inno­va­ti­ons­geist des Ener­gie­ver­sorgers zu infor­mieren. Hieraus lässt sich lang­fristig herleiten, wie modern die betrieb­lichen Struk­turen sind und welches Spar­po­tenzial der Digi­ta­li­sierung an die Kund­schaft weiter­ge­geben werden kann. Der Bedarf an Energie dürfte privat und betrieblich in den Folge­jahren noch steigen, was zukünftig zu alter­na­tiven Tarif­kon­zepten und Alter­na­tiven in der Versorgung führen dürfte.

Sichere Umgang mit Daten als Faktor

Daten von Kunden bedeuten für jedes Unter­nehmen eine besondere Wert­schöpfung durch Weitergabe und Vermarktung. Ein verläss­licher Umgang mit Daten sollte nicht nur bei Ener­gie­ver­sorgern überprüft werden. Spätestens vor der Unter­schrift eines neuen Ener­gie­ver­trags ist heraus­zu­finden, welche Zusagen dem Versorger gemacht wird und wie digitale Daten­ver­ar­beitung statt­findet. Hierbei zeigt sich, wie offen ein Ener­gie­un­ter­nehmen dem Thema Digi­ta­li­sierung gegen­über­steht und wie fort­ge­schritten die haus­in­terne Trans­for­mation bereits ist. Eine neue Bran­chen­dy­namik bringt der Wandel in jedem Fall mit sich.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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