Komfortable Steuerung aus der Ferne ist nur eine der Vorteile des Smart Home. Foto/Grafik: BDH

Smart Home beliebt zum Energiesparen

von | 5. Dezember 2022

Das Münchener IGT – Institut für Gebäu­de­tech­no­logie gibt monatlich Tipps heraus, mit denen Mietern, Verwaltern und TGA-Verant­wort­lichen die Steuerung der Haus­technik leicht gemacht werden soll. Für den November nun ging es um die Auswertung einer Umfrage zum Thema Smart Home

Begleitend zu einer Bache­lor­arbeit von Frie­demann Rent­schler an der Tech­ni­schen Hoch­schule Rosenheim wurde im Spät­sommer 2022 eine Online-​Umfrage zu Smarthome-​Aspekten durch­ge­führt. Die Teil­nehmer waren zum Teil Ansprech­partner aus der Branche mit kriti­schem Blick auf Nutzeraspekte und teilweise fach­fremde, aber kritisch-​interessierte Personen.

Antworten zu den Fragen und allge­meine Zusammenfassung

Das Thema „Smart Home“ ist in aller Munde und für den weiteren Erfolg ist die Sicht­weise zur Sinn­haf­tigkeit und Nutzer­ak­zeptanz wichtig. Aus diesem Grund wurde die erwähnte Online-​Umfrage durch­ge­führt. Die kompletten Ergeb­nisse können über den später folgenden Link bezogen werden. Hier vorab eine allge­meine Zusammenfassung:

Mehr als 68% der Befragten gaben an, dass das Interesse an tech­ni­scher Unter­stützung im Alltag hoch bzw. sehr hoch ist (Frage 1). Dabei standen einfache Bedienung sowie „Energie sparen“ im Vorder­grund (Frage 2) und bezogen sich insbe­sondere auf den Wohn‑, Koch- und Schlaf­be­reich (Frage 3). Die Wunsch-​Anwendungen bezogen sich bevorzugt auf Beleuchtung, ansteu­erbare Steck­dosen, Heizung und Rollladen/​Jalousien – bei der Bedienung sollten Smartphone/​Tablet sowie Sprach­steuerung parallel zu klas­si­schen Tastern möglich sein (Frage 8).

55% der Befragten nutzen bereits Smarthome-​Anwendungen (Frage 6) und sind zu 71,4% mit ihren Erfah­rungen zufrieden bis sehr zufrieden (Frage 9). Die Befragten, die noch keine Smarthome-​Anwendung gekauft haben, gaben als höchste Gründe den Mieter-​Status und die Tech­nik­ab­hän­gigkeit als Hinde­rungs­grund an – gefolgt von mangelndem Mehrwert, Sorge um die Privat­sphäre sowie Einbau­aufwand (Frage 11).

Besonders positiv wurden bei der Abfrage unter­schied­licher Anwen­dungen der ener­gie­op­ti­mierte Betrieb von Geräten, die Gewähr­leistung einer guten Raum­luft­qua­lität, die Erkennung von Rohrbrüchen/​Leckagen sowie Zentralfunktionen/​Szenen mit Wirkung auf z.B. Verschattung und Beleuchtung bewertet (Fragen 12 bis 20).
Bei der Bedienung war die manuelle Bedien­mög­lichkeit sehr wichtig (Frage 25) wobei bevorzugt ein Touch­screen genannt wurde (Frage 26).

In Bezug auf die Aktua­li­sierung des Systems war es den meisten Benutzern wichtig, Updates selber auslösen zu können und nicht auf einen externen Ansprech­partner ange­wiesen zu sein (Frage 30). Die größte Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft war in den Bereichen „Energie sparen“, „Internet- und WLAN-​Infrastruktur“ sowie „Sicherheit“ wobei die Möglichkeit zur Steuerung über ein Tablet nichts zusätzlich kosten sollte (Fragen 31 und 32). Sehr unter­schiedlich war die Bewertung in Bezug auf eine Bezahlung über ein Abo-​Modell – Befür­worter und Kritiker hielten sich die Waage (Frage 34).

Fazit

Bei der Inter­pre­tation der Ergeb­nisse ist zu beachten, dass in Summe „nur“ 66 Personen teil­ge­nommen haben. Eine höhere Anzahl wäre für eine stabilere Betrachtung wünschenswert gewesen. Trotzdem liefert die Umfrage eine Tendenz der Wünsche und Forde­rungen von Smarthome-​Interessenten und künftigen Anwendern.

Die kompletten Ergeb­nisse können hier als PDF-​Datei herun­ter­ge­laden werden.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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