Werden intelligent ausgerüstet: Wohnblocks des smarten Quartiers in Jena-Lobeda. Foto: grafiker.org

Wie Wohn­quar­tiere netto Null erreichen können

von | 9. Mai 2023

Klima­neu­tra­lität muss im Kleinen beginnen. Oder im nicht ganz so Kleinen. Quartiere sind eine prak­ti­kable Größe, um Tech­no­logien zur Ener­gie­ver­sorgung zu nutzen, die wenig oder gar keine Treib­hausgase emit­tieren. Was in einzelnen Immo­bilien zu teuer wäre, ist hier mitunter sinnvoll, weil die Abnehmer eine hohe Anschluss­dichte und damit fallende Kosten garan­tieren. Erste Beispiele in Deutschland zeigen, wie es geht.

Der Klima­wandel hat direkte Folgen in den Quar­tieren selbst. Das Umwelt­bun­desamt (UBA) hat im Rahmen des Forschungs­pro­jekts „Nach­haltige Gebäu­de­kli­ma­ti­sierung in Europa“ ermittelt, dass sich Hitze­inseln besonders in stark verdich­teten Innen­städten bilden, was durch Maßnahmen wie Dämmung, Begrünung, kontrol­lierte Belüftung und Photo­voltaik vermindert werden kann. Von Hitze­inseln spricht man bei einem größeren Tempe­ra­tur­un­ter­schied zwischen der Stadt und dem umlie­genden länd­lichen Bereich – besonders in den Sommer­nächten wirkt dies negativ auf das Wohl­be­finden von Bewohnern in Innenstadtlagen.

Dabei wurden Mikro­kli­ma­si­mu­la­tionen in digi­ta­li­sierten realen Quar­tieren durch­ge­führt, um Maßnahmen zur Aufhei­zungs­min­derung und Verbes­serung der ther­mi­schen Behag­lichkeit zu unter­suchen. Als wirksame Maßnahmen wurden Begrü­nungen, Verschat­tungs­ele­mente, Verschattung der Fenster, gute Dämmung, Dach- und Fassa­den­be­grünung und Belüf­tungs­systeme iden­ti­fi­ziert. Trotz solcher kombi­nierter Maßnahmen wurde nur in einem von fünf Quar­tieren Klima­neu­tra­lität erreicht, und zwar aufgrund des relativ hohen Anteils des Haus­halts­strom­be­darfs am Gesamtenergiebedarf. …


Gekürzt. Geschrieben für IVV. Erschienen in der Ausgabe 05/​2023. Der voll­ständige Beitrag ist hier zu lesen. Zu einer kosten­freien Probe­ausgabe und zum IVV-​Newsletter geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
„Wir zeigen für jedes Gebäude eine rationale Wärmelösung“

Wir zeigen für jedes Gebäude eine rationale Wärmelösung“

Interview mit Dr. Katja Nowak, Leitung Klimaneutralität und Energiewende der Stadtwerke Halle, zur kommunalen Wärmeplanung und zum Fernwärmeausbau in Halle (Saale). Welche Stadtgebiete in Halle sind nach aktuellem Stand der Wärmeplanung künftig verbindlich...

Planung ist bezahlbar, die Umsetzung wird teuer

Planung ist bezahlbar, die Umsetzung wird teuer

Kommunale Wärmepläne sind im besten Fall ein verbindlicher, datenbasierter Orientierungsrahmen für den Umbau der Wärmeversorgung. Verbindlich sind sie allerdings nur dort, wo Gebiete für eine künftige Fernwärmeversorgung ausgewiesen werden. Doch selbst das ist...

Wasser­stoff: Infra­st­uktur ohne Markt?

Wasser­stoff: Infra­st­uktur ohne Markt?

Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft bleibt deutlich hinter den politischen Erwartungen zurück. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesrechnungshof. Die Prüfer sehen zentrale energie- und industriepolitische Ziele gefährdet: Planung, Priorisierung und Umsetzung der...

Wärme­wende wirt­schaftlich gestalten in Mehrfamilienhäusern

Wärme­wende wirt­schaftlich gestalten in Mehrfamilienhäusern

Die Wärmewende im Bestand läuft am Ende immer auf dieselbe Frage hinaus: Was senkt CO₂-Emissionen und Nebenkosten – und was verlagert lediglich Risiken, etwa vom Gaspreis zum Strompreis oder hin zu intransparenten Fernwärme-Preisformeln? Realistisch betrachtet bleiben...