Jörg Trübl ist Gründer und CEO der Mabewo. Foto: MABEWO

Landwirte sollten künftig auch Ener­gie­wirte werden”

von | 20. Oktober 2023

Land­wirt­schaftlich nutzbare Flächen geraten unter Druck, etwa durch deutlich höhere Pacht­an­gebote von PV-​Anbietern. Auch deshalb sollten Landwirte zu Ener­gie­wirten werden, rät Jörg Trübl, Gründer und CEO der Mabewo, die sich auf Hightech-​Lösungen für die Land­wirt­schaft von morgen wie Indoor Farming oder Agri-​PV spezia­li­siert hat.

sprin​ger​pro​fes​sional​.de: Warum sollte die Land­wirt­schaft Klima­schutz, Versor­gungs­si­cherheit und Kreis­lauf­wirt­schaft heute zusammendenken?

Jörg Trübl: Da gibt es mehrere Gründe. Erstens die Auswir­kungen des Klima­wandels, sei es Dürre, Über­schwem­mungen, häufigere Stark­re­gen­er­eig­nisse oder Hagel. Hier müssen wir reagieren. Das kann beispiels­weise durch den Schutz der Anbau­kul­turen oder eine tech­ni­schere Bewirt­schaftung erfolgen, die in der herkömm­lichen Land­wirt­schaft bisher nicht bekannt war.

Zweitens muss man immer die Wirt­schaft­lichkeit im Blick behalten.

Die Synergie zwischen Pflan­zen­anbau und zusätz­licher Strom­erzeugung wird entscheidend sein. Agrar-​Solarprojekte, wie sie derzeit propa­giert werden, gehen meiner Meinung nach noch nicht weit genug. Eine reine Versie­gelung ist nicht akzep­tabel. Die Nutzung der Acker­flächen zur Ener­gie­er­zeugung ist wichtig, aber sie muss in enger Synergie mit den land­wirt­schaft­lichen Erträgen erfolgen.

Wenn die getrof­fenen Maßnahmen nicht zu einer Ertrags­stei­gerung in der Land­wirt­schaft führen, gibt es keinen Grund für einen Landwirt, PV-​Module auf seinen Feldern zu instal­lieren, da es wirt­schaftlich nicht sinnvoll ist.

Drittens sehe ich den Bereich der künst­lichen Intel­ligenz und des Daten­ma­nage­ments als entscheidend an. Wann genau beschattet man die Felder? Wann genau beregnet man sie? Es gibt sicherlich Modelle und Rechen­ver­fahren, die dies vernünftig berück­sich­tigen können. In meinen Augen ist der Landwirt immer mehr zum Ener­giewirt geworden. …


Gekürzt. Geschrieben für Springer Profes­sional. Der komplette Beitrag ist hier zu lesen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

1 Kommentar

  1. Ralf Herweg

    Viele Landwirte sind aufge­schlossen gegenüber diesem Thema und ich muss sagen, das Pilot­projekt in der Hallertau mit dem Hopfen hat mich schwer beein­druckt. Ich finde aber dass wir zuerst die offen­sicht­lichen CO2-​Schwergewichte neutra­li­sieren sollten wie den Gebäu­de­sektor. Da sie sich für Immo­bilien und Wohnungs­wirt­schaft inter­es­sieren könnte das auch für sie relevant sein Herr Urbansky! Ein Startup aus München macht es vor: https://​pionier​kraft​.de/​2022​/​08​/​29​/​d​i​e​-​e​n​e​r​g​y​-​s​h​a​r​i​n​g​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​-​w​i​e​-​e​s​-​f​u​n​k​t​i​o​niert/

    LG Ralf Herweg

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