Foto: Berlin Eventfogograf

Baumi­nis­terin Hubertz: „Inno­vation entscheidet über die Zukunft des Bauens”

von | 9. Juli 2026

Bundes­bau­mi­nis­terin Verena Hubertz hat auf der Tech in Cons­truction 2026 die Schlüs­sel­rolle von Inno­vation, Digi­ta­li­sierung und Grün­dertum für die Zukunft der Bauwirt­schaft hervor­ge­hoben. Als Schirm­herrin der Veran­staltung würdigte sie insbe­sondere die Leistung junger Unter­nehmen, die mit neuen Tech­no­logien und Geschäfts­mo­dellen wichtige Impulse für die Trans­for­mation der Branche setzen.

In ihrer Rede verband Hubertz ihre persön­liche Grün­dungs­ge­schichte mit den aktuellen Heraus­for­de­rungen der Bauwirt­schaft. Aus ihrer Erfahrung als Unter­neh­merin leitete sie eine klare Botschaft ab: Fort­schritt entsteht dort, wo Menschen bereit sind, neue Wege zu gehen und Verant­wortung zu übernehmen.

Mit Blick auf die Baupo­litik der Bundes­re­gierung formu­lierte die Minis­terin vier zentrale Ziele. Bauen müsse: schneller, günstiger, nach­hal­tiger und digitaler werden. Dazu verwies sie auf den Bauturbo zur Beschleu­nigung von Planungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fahren sowie auf weitere Reformen des Bauge­setz­buchs. Gleich­zeitig kündigte sie an, digitale Planungs­stan­dards wie X‑Planung und den verbind­li­cheren Einsatz von Building Infor­mation Modeling (BIM) konse­quent voranzutreiben.

Ein weiterer Schwer­punkt liegt auf der Senkung der Baukosten. Verein­fachte Bauvor­schriften, der Gebäu­detyp E sowie der Abbau unnötiger Büro­kratie sollen Planungs- und Baupro­zesse effi­zi­enter gestalten. Ergänzend setzt die Bundes­re­gierung auf lang­fristige Inves­ti­tionen in den Wohnungsbau und eine verein­fachte Förderlandschaft.

Besondere Aufmerk­samkeit widmete Hubertz der Rolle von Startups. Die Bauwirt­schaft verfüge über erheb­liches Inno­va­ti­ons­po­tenzial, nutze digitale Tech­no­logien jedoch bislang nicht konse­quent genug. Künst­liche Intel­ligenz, auto­ma­ti­sierte Prozesse, digitale Platt­formen und neue Ferti­gungs­tech­no­logien könnten Produk­ti­vität, Qualität und Nach­hal­tigkeit deutlich verbessern. Dafür brauche es eine enge Zusam­men­arbeit zwischen etablierten Unter­nehmen und jungen Technologieanbietern.

Neben besseren Rahmen­be­din­gungen für Inno­vation sprach sich die Minis­terin für einen leich­teren Zugang zu Wachs­tums­ka­pital aus. Mit neuen Finan­zie­rungs­in­stru­menten soll verhindert werden, dass inno­vative Unter­nehmen ihre Entwicklung ins Ausland verlagern müssen.

Zum Abschluss appel­lierte Hubertz an Unter­nehmen und Gründer glei­cher­maßen, den Wandel aktiv zu gestalten. Cons­truc­tionTech sei ein entschei­dender Baustein für die Zukunft der Bauwirt­schaft und zugleich ein wichtiger Hebel für Wett­be­werbs­fä­higkeit, bezahl­baren Wohnraum und nach­haltige Infra­struktur. Inno­vation beginne mit dem Mut, neue Wege zu gehen und Ideen konse­quent umzusetzen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

EnWiPo
EnWiPo
Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Die Dekarbonisierung des Wärmesektors wird häufig auf Wärmepumpen und Fernwärme reduziert. Doch gerade in Industrie und Gewerbe stößt eine vollständige Elektrifizierung an technische und wirtschaftliche Grenzen. Hohe Vorlauftemperaturen, begrenzte...

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

In der Farbsystematik des Wasserstoffs taucht auch die Farbe Weiß auf: Sie steht für natürlich entstehenden Wasserstoff, der theoretisch energetisch genutzt werden könnte. Die damit verbundenen Erwartungen sind groß. Doch bei näherer Betrachtung erweisen sich die...

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...

„Eine Wärme­pumpe kann zumeist allen das Gebäude beheizen”

Eine Wärme­pumpe kann zumeist allen das Gebäude beheizen”

Interview mit Johannes Kretschmar, Experte für Monitoring und Wärmepumpensysteme im Fachbereich Klimaneutrale Gebäude bei der dena. Wie groß ist das Potenzial der Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik im Bestand? Das Potenzial ist erheblich. Wärmepumpen...