The intelligent Inline Inspection Tool is removed from the pipeline in Lubmin, Germany. It was inserted into the PIG trap at the start of the pipelines in Portovaya, Russia, and launched into the pipelines. The internal inspection tool is designed to detect any sign of corrosion, the internal dimensions of the pipeline, its precise position, size and coordinates, and the exact run of the pipelines curves.

Nord Stream 2 soll Gasbezüge diver­si­fi­zieren, doch das geht nicht

von | 5. April 2016

Die Bundes­re­gierung befür­wortet das Projekt Nord Stream 2 und sieht in ihm einen wichtigen Beitrag zur Versor­gungs­si­cherheit. Nach der bereits fertig­ge­stellten Pipeline Nord Stream 1 soll der neue Strang ebenfalls durch die Ostsee führen und die bishe­rigen Kapa­zi­täten verdoppeln. Die lagen 2015 bei 39,1 Milli­arden Kubik­meter Gas und einer Auslastung von 71 %.
In einer Antwort auf Anfrage der Linken nennt die Bundes­re­gierung auch für Gründe dafür. Das sind zum einen der zukünftige Rückgang der Erdgas­för­derung in den Nieder­landen und Groß­bri­tannien. Hier liegen die Gründe klar, die Felder der Nordsee erschöpfen sich immer mehr. Doch auch Deutschland wird genannt, obwohl die hier Förderung noch auf Jahre hinaus zumindest stabil gehalten werden könnte. Doch dies ginge nur mit Fracking. Das aber wird wohl politisch nicht durch­zu­setzen sein. Die Bundes­re­gierung hat hier quasi selbst einen Mangel geschaffen.

Andere Bausteine der zukünf­tigen Gaswirt­schafts­struktur, die auch durch LNG-​Importe aus den USA und Nahost geprägt werden könnten, stünden dann im Wett­bewerb mit der neuen Pipeline. Kühn jedoch ist die folgende Behauptung:

Durch eine Nord Stream 2‑Pipeline würden die Lieferwege weiter diver­si­fi­ziert, da eine zusätz­liche Gastrans­port­mög­lichkeit geschaffen würde.

Genau das kann eben nicht passieren. Für die OPAL-​Pipeline, also die sich unmit­telbar an Nord Stream anschließt, wurden aus diesen Gründen 50 % Trans­port­ka­pa­zi­täten frei­ge­halten, die von anderen Anbietern außerhalb Russlands genutzt werden sollten. Doch mangels Interesse wurden die nie gebraucht. Die einzigen Inter­es­senten wären Groß­bri­tannien und Norwegen, doch deren Bedarf an Einspeisung geht auch hier zurück. Bleibe Norwegen, doch das verfügt über eine vorbildlich ausge­baute eigene Infrastruktur.

Nord Stream 2 wird also unwei­gerlich zu einer höheren Abhän­gigkeit von russi­schem Erdgas führen und konter­ka­riert damit die Bemü­hungen der EU um weniger Abhän­gigkeit von russi­schem Gas. Alter­na­tiven sind nicht in Sicht.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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