2026 wird keine neuen energiepolitischen Zielversprechen bringen, dafür jedoch eine spürbare Neujustierung der Instrumente. In nahezu allen zentralen Politikfeldern verschiebt sich der Fokus: weg von pauschalen Fördermechanismen und detailverliebter Regulierung, hin zu Kostenkontrolle, Marktintegration und systemischer Wirksamkeit. Dieser Kurswechsel birgt erhebliche Konflikte.
Besonders deutlich wird diese Zäsur in der Diskussion um ein mögliches Ende der Einspeisevergütung für neu installierte private Photovoltaikanlagen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche stellt damit ein zentrales Erfolgsinstrument der bisherigen Energiewendepolitik infrage.
Die Argumentation des Ministeriums folgt einer klaren Logik: Sinkende Anlagen- und Speicherpreise, hohe Eigenverbrauchsquoten und eine verbesserte Wirtschaftlichkeit lassen neue Kleinanlagen auch ohne feste Vergütung zunehmend tragfähig erscheinen. Gleichzeitig belastet eine ungesteuerte Einspeisung das Stromsystem immer stärker – durch Redispatch-Maßnahmen, Netzausbau und steigende Systemkosten. Die Energiewende müsse günstiger, steuerbarer und marktnäher werden, auch auf der Ebene der dezentralen Erzeugung. …




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