Russische Gasleitung bei Vyborg. Foto: Gazprom

Russland ist auf Ölim­por­teure angewiesen

von | 5. August 2014

Die USA und EU wollen Sank­tionen über Russland verhängen, aber wie soll das gehen? Immerhin sind wir doch mit über einem Drittel Ölimport aus Russland abhängig von der Großmacht im Osten. Was dabei allzu oft vergessen wird: Auch Russland ist abhängig von seinen Handels­partnern, denn, wie das Eura­sische Magazin berichtet, machen die Erlöse aus Erdöl und Erdgas über 68 Prozent der russi­schen Export­ge­winne aus.

Das russische Zollamt gibt demnach an, dass vor allem Rohöl, viermal mehr als Erdgas, zu den Export­ge­winnen beiträgt. Die Gewinne und Export­zölle stellen rund 50 Prozent des Haus­halts­budgets in Russland dar.

Russi­sches Erdöl wird haupt­sächlich in die EU, Ukraine, Belarus, Moldau und in die Türkei geliefert. Kürzlich unter­zeichnete auch China einen 30-​Jahres-​Vertrag über Öl- und Gaslie­fe­rungen. Ein Wegfall signi­fi­kanter Export­mengen, wie es durch Wirt­schafts­sank­tionen der EU geschehen könnte, ist ein realis­ti­sches Risiko für Russland. Fraglich bleibt, ob es für die EU umsetzbar wäre.

Nicht ohne Grund beschwich­tigen alle russi­schen Betei­ligten, ob von Gazprom oder seitens der Regierung, dass die Liefer­ver­träge planmäßig erfüllt würden und daher die Suche nach anderen Liefe­ranten nicht geboten sei. So ist auch Russland von der EU abhängig, was die Abhän­gigkeit der EU jedoch nicht schmälert.

Vorschaubild: Russische Gasleitung bei Vyborg. Foto: Gazprom

Autorin: Maren Schiel

Geschrieben für Bund der Ener­gie­ver­braucher. Origi­nal­beitrag hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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