Ener­gie­gip­fel der Unmög­lich­kei­ten – 3:1 für netz­ge­bun­dene Ener­gien

Kraftwerk Lippendorf (Vattenfall/EnBW). Foto: High Contrast / Wikimedia unter Lizenz CC BY 3.0 de
Kraftwerk Lippendorf (Vattenfall/EnBW). Foto: High Contrast / Wikimedia unter Lizenz CC BY 3.0 de

Der gest­rige Ener­gie­gip­fel brachte nicht wirk­lich eine Über­ra­schung. Dennoch ist er in so gut wie allen Berei­chen eine Zumu­tung und (fast) ein aus­schließ­li­cher Gewinn für die im BDEW ver­tre­te­nen Betrei­ber und Besit­zer netz­ge­bun­de­ner Ener­gien wie Strom und Gas. Die Ver­luste hin­ge­gen werden wohl bei uns allen landen.

Hier eine Über­sicht mit den Big Points:

Unter­ir­di­sche Strom­tras­sen

Die für die Ener­gie­wende benö­tig­ten Strom­tras­sen sollen nach Mög­lich­keit unter­ir­disch verlegt werden. Blöd nur, dass deren Kosten die einer Frei­lei­tung um gut das vier bis sie­ben­fa­che fache über­stei­gen. Wer das bezah­len wird, ist offen, die Netz­be­trei­ber sind es wohl eher nicht.
1:0 für die netz­ge­bun­de­nen Ener­gien.

Heim­li­cher Kapa­zi­täts­markt

Alte Koh­le­kraft­werke mit ins­ge­samt 2,7 GW gehen vom Netz. Sie sollen als stille Kapa­zi­täts­re­serve erhal­ten bleiben. So wird dem Kapa­zi­täts­markt, wie von den Kraft­werks­be­trei­bern via BDEW gefor­dert, das Hin­ter­tür­chen geöff­net. Die von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sigmar Gabriel gefor­derte Koh­le­ab­gabe wird gestri­chen.
2:0 für die netz­ge­bun­de­nen Ener­gien.

Ener­gie­ef­fi­zi­enz – Bro­sa­men für Haus­be­sit­zer

Die Regie­rung will für mehr För­der­mit­tel an Ver­brau­cher und Kom­mu­nen bis 2020 aus­schüt­ten, und zwar bis zu 1,2 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr. Nutzen können dies Gas-KWK-Anlagen, die sich bisher nicht kos­ten­de­ckend betrei­ben lassen – auch ein Gewinn für die netz­ge­bun­de­nen Ener­gien mit ihren gas­be­trie­be­nen BHKW-Großanlagen, da sich KWK für End­ver­brau­cher und Haus­be­sit­zer in den wenigs­ten Fällen rechnet. Für die wie­derum sind ein paar Bro­sa­men gedacht, und zwar staat­li­che Anreize zum Aus­tausch alter Hei­zungs­pum­pen. Wie die finan­ziert werden – unklar.
3:0 für die netz­ge­bun­de­nen Ener­gien.

Atom-Rückstellungen

Die Bun­des­re­gie­rung will wenigs­tens durch­set­zen, dass die Ener­gie­kon­zerne den Rückbau ihrer Atom­kraft­werke finan­zie­ren. Dafür stehen nach Angaben der betrof­fe­nen Unter­neh­men 36 Mil­li­ar­den Euro bereit. Aller­dings – die Gewinn­ein­brü­che und Ver­luste bei EON, EnBW und RWE lassen doch künftig zwei­feln, ob diese Finanz­re­ser­ven tat­säch­lich zur Ver­fü­gung stehen. Immer­hin – hier ist die Regie­rung mal nicht weich gewor­den, auch wenn es sich um eine Selbst­ver­ständ­lich­keit handelt. Also wenigs­tens ein Big Point für die All­ge­mein­heit, auch wenn dieser wackelt.

3:1 für die netz­ge­bun­de­nen Ener­gien.

Vor­schau­bild: Kraft­werk Lip­pen­dorf (Vattenfall/EnBW). Foto: High Con­trast / Wiki­me­dia unter Lizenz CC BY 3.0 de

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