Regie­rung: Gas­ver­sor­gung sicher – Reserve kommt wohl nicht

Gasspeicher, wie hier der in Etzel, sind das Rückgrat der deutschen Gaswirtschaft und potenzielle Träger einer strategischen Reserve. Foto: Gazprom Germania
Erdgas, hier ein Gasspeicher in Etzel, ist der Gewinner der Halbjahres-Enrgiebilanz. Foto: Gazprom Germania

Deutsch­lands Gas­ver­sor­gung ist sicher, da ist sich die Bun­des­re­gie­rung sicher. In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen, über die an dieser Stelle schon berich­tet wurde und die sich auf eine Studie des BMWi stützt, heißt es:

Die genannte Studie unter­stützt die Ein­schät­zung der Bun­des­re­gie­rung, dass unsere Erd­gas­ver­sor­gung heute bereits sehr sicher ist. Sie zeigt auf, durch welche Maß­nah­men die Gas­ver­sor­gungs­si­cher­heit zukünf­tig weiter gestärkt werden könnte.

Alle in der Studie beschrie­be­nen Maß­nah­men werden derzeit sorg­fäl­tig geprüft und mit allen rele­van­ten Akteu­ren dis­ku­tiert. Mög­li­che neue Instru­mente zur Ver­bes­se­rung der Gas­ver­sor­gungs­si­cher­heit müssen auf Basis einer Kosten‐Nutzen‐Analyse erfol­gen, da damit Markt­aus­wir­kun­gen und lang­fris­tige Kosten ver­bun­den sind.

Eine dieser Maß­nah­men ist die stra­te­gi­sche Erd­gas­re­serve, etwa nach dem Vorbild des Erd­öl­be­vor­ra­tungs­ver­ban­des. Die Kosten hierfür belie­fen sich je nach Aus­for­mung auf 1 bis 1,6 Mrd. Euro pro Jahr kosten und würde die End­kun­den mit 0,6 bis 2,4 % Mehr­kos­ten, bezogen auf den Gas­preis, belas­ten.

Eine weitere Maß­nahme, die in der Studie emp­foh­len wird, ist die Spei­cher­ver­pflich­tung. Dabei wird den Markt­teil­neh­mern die Pflicht auf­er­legt, eine bestimmte Menge Gas zu einem oder meh­re­ren spe­zi­fi­schen Zeit­punk­ten ein­zu­spei­chern oder schon zu lagern. „Dadurch soll sicher­ge­stellt werden, dass stets aus­rei­chend Gas zur Kri­sen­vor­sorge ein­ge­spei­chert ist. Die Spei­cher­ver­pflich­tung wirkt damit – anders als eine stra­te­gi­sche Reserve – im Vorfeld einer Krise“, so die Autoren.

Liest man die Stel­lung­nahme der Bun­des­re­gie­rung genau, so bedeu­tet sie wohl das Aus für eine stra­te­gi­sche Gas­re­serve. Diese wurde auch bereits von der Branche, nament­lich von Bun­des­kanz­le­rin Merkels frü­he­rer Staats­mi­nis­te­rin und heu­ti­gen BDEW‐Chefin Hil­de­gard Müller, abge­lehnt.

Eine Spei­cher­ver­pflich­tung der Branche exis­tiert bisher indi­rekt, und zwar als Selbst­auf­lage. Even­tu­ell wird die Bun­des­re­gie­rung dies in Geset­zes­form gießen. Für die Branche wäre das nicht nur das klei­nere Übel, sondern wohl das kleinste Übel.

Vor­schau­bild: Gas­spei­cher, wie hier der in Etzel, sind das Rück­grat der deut­schen Gas­wirt­schaft und poten­zi­elle Träger einer stra­te­gi­schen Reserve. Foto: Gazprom Ger­ma­nia

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