Erdgasgewinnung im Feld Groningen. Foto: NAM BV

Regierung: Gasför­derung für Erdbeben verantwortlich

von | 5. Oktober 2015

Die Bundes­re­gierung bejaht einen Zusam­menhang zwischen der konven­tio­nellen Erdgas­för­derung und Erdbeben, die in Deutschland auftreten. Ein Zusam­menhang mit Fracking wird aller­dings bestritten. Nach Kennt­nis­stand der Bundes­an­stalt für Geowis­sen­schaften und Rohstoffe (BGR) sei keine der bislang in nord­deut­schen Erdgas­feldern durch­ge­führten Fracking-​Maßnahmen nach­weisbar mit Seis­mi­zität verbunden. Unter­sucht wurden dabei 327 Fracks in Nieder­sachsen seit 1961.

Bei der konven­tio­nellen Förderung hingegen sei im Bereich der nieder­säch­si­schen Erdgas­felder aufge­tre­tenen Beben bei Unter­su­chungen der Zusam­menhang zwischen Förderung und Seis­mi­zität als „wahr­scheinlich” oder sogar „sehr wahr­scheinlich” einge­stuft worden. Durch Messungen der BGR seien seit 1993 in Nord­deutschland im Bereich der Erdgas­felder insgesamt 56 Beben nach­ge­wiesen worden, von denen einige wenige zu spüren gewesen seien. 

Die größte Magnitude trat beim Ereignis von Rotenburg im Jahr 2004 mit einem Wert von 4,4 auf. Alle übrigen seis­mi­schen Ereig­nisse im Zusam­menhang mit der Erdgas­för­derung lagen unter der Magnitude 3. Der BGR sind keine Schäden bekannt, die nach­weislich auf diese Beben zurück­ge­führt werden konnten”, so die Bundesregierung. 

Die Möglichkeit von Schäden durch Erdbeben in Nieder­sachsen wegen der Erdgas­för­derung im Bereich der nieder­län­di­schen Stadt Groningen, wo das größte west­eu­ro­päische Gasfeld liegt, wird von der Bundes­re­gierung sehr gering einge­stuft. Immerhin: Die seis­mi­schen Ereig­nisse im Raum Groningen sind bis 2012 auf bis zu 80 pro Jahr ange­stiegen, davon mindestens zehn Beben mit einer Stärke von 2 und mehr auf der Rich­ter­skala. Im Vergleich dazu wurden etwa im Erdgasfeld Völkersen seit 2008 lediglich 11 seis­mische Ereig­nisse regis­triert, wobei nur 2 Ereig­nisse spürbar wahr­ge­nommen werden konnten.

Auch eine Gefahr für die Rohöl­speicher im Eper Amtsvenn (Nordrhein-​Westfalen) sei nicht zu erwarten, obwohl es dort im April letzten Jahres zu Ölaus­tritten kam. Dort wurde eine defekte Verbindung in der Rohr­leitung zur Rohöl­ka­verne S 5 in 217 Meter Tiefe iden­ti­fi­ziert. Diese Spei­cher­ka­vernen in befänden sich etwa 100 km südlich der Erdgas­la­ger­stätte Groningen. Deswegen sei allein durch die Entfernung kaum ein Zusam­menhang mit den Förder­ak­ti­vi­täten in Groningen herzustellen.

Vorschaubild: Erdgas­ge­winnung im Feld Groningen. Foto: NAM BV

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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