Aus­schrei­bun­gen: Bio will, Wind und PV nicht

Könnte noch weiter ins Hintertreffen geraten: Die Bio-Energie. Foto: Urbansky
Foto: Urbansky

Die einen wollen,die anderen nicht: Das Aus­schrei­bungs­mo­dell für die Erneu­er­ba­ren Ener­gien, die bereits bei der Pho­to­vol­taik star­tete, rufen in der Branche nach wie vor ein geteil­tes Echo hervor.

Strom aus Bio­masse soll ab Januar 2017 genauso aus­ge­schrie­ben werden wie dies für Strom aus Pho­to­vol­taik und Wind vor­ge­se­hen ist, fordert der Bio­gas­rat in seiner gestern in Berlin vor­ge­leg­ten Stel­lung­nahme zum Eck­punk­te­pa­pier für ein Aus­schrei­bungs­mo­dell Erneu­er­ba­rer Ener­gien (EEG 2016). Darin heißt es:

Die Aus­schrei­bung müsse für Bestands­an­la­gen, die Erwei­te­rung von Bestands­an­la­gen und für Biomasse-Neuanlagen glei­cher­ma­ßen gelten. Unter den aktu­el­len Rah­men­be­din­gun­gen werde das im EEG 2014 ver­an­kerte Zubau­ziel von 100 MW Strom aus Bio­masse pro Jahr ver­fehlt, gleich­zei­tig fallen bestehende Anlagen schritt­weise aus der erneu­er­ba­ren Strom- und Wär­me­er­zeu­gung. Das gesetz­li­che Zubau­ziel durch einen Aus­schluss vom Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren fak­tisch zu beer­di­gen, wäre ein gewal­ti­ger Ver­trau­ens­bruch und zudem energie‑, klima- und wirt­schafts­po­li­tisch unklug.“

Der Bun­des­ver­band Erneu­er­bare Energie (BEE) sieht das zumin­dest für Wind und PV anders. Er meint: „Die Risiken von Aus­schrei­bun­gen bei der Wind­ener­gie, Photovoltaik-Dachanlagen und der Was­ser­kraft über­wie­gen bei weitem die Chancen. Die Aus­schrei­bungs­pläne sehen für Wind­ener­gie einen Netto-Ausbau von 2,5 Giga­watt im Jahr 2017 vor. Im Ver­gleich zu der für 2015 pro­gnos­ti­zier­ten Menge von 4 bis 4,5 Giga­watt netto wird das ein deut­li­cher Rück­gang.“

Doch auch der BEE hat ein Herz fürs Biogas und will ihm die Aus­schrei­bungs­tü­ren öffnen: „Im Gegen­satz zu den genann­ten Tech­no­lo­gien könnten Aus­schrei­bun­gen für Bio­gas­an­la­gen (vor allem im Bestand) … sogar Chancen eröff­nen. Die Akteure benö­ti­gen so schnell wie möglich Pla­nungs­si­cher­heit. Das BMWi sollte diese Tech­no­lo­gien deshalb in den Gesetz­ent­wurf auf­neh­men.“ Und abschlie­ßend: Die Bun­des­re­gie­rung müsse sich offen halten, das Aus­schrei­bungs­ex­pe­ri­ment zu beenden, wenn sich zeige, dass die realen Nach­teile die erhoff­ten Vor­teile über­wie­gen. Das zeich­net sich schon jetzt ab.

Warum sollte dann aber gerade Biogas, bisher eh schon gebeu­telt und von einem Ein­bruch beim Zubau betrof­fen, von einem offen­sicht­lich nicht funk­tio­nie­ren­den Markt­mo­dell pro­fi­tie­ren? Bestands­schutz ließe sich mit ein­fa­chen gesetz­li­chen Rege­lun­gen leich­ter errei­chen. Mit der Novel­lie­rung des EEG ist das ja auch zu Teilen schon gelun­gen.

Zu beden­ken ist auch, dass wir hier nach wie vor in einem stark sub­ven­tio­nier­tem Bereich unter­wegs sind, in dem Markt­me­cha­nis­men derzeit nur bedingt helfen und Biogas end­gül­tig den Todes­stoss ver­set­zen könnten.

Vor­schau­bild: Wird mit oder ohne Aus­schrei­bun­gen noch weiter ins Hin­ter­tref­fen geraten: Die Bio-Energie. Foto: Urban­sky

1 Trackback / Pingback

  1. Reserve Strommarkt | EnWiPo Energie­Wirtschaft­Politik

Kommentare sind geschlossen.