Ener­gie­wende: Erst ein Viertel der Strom­lei­tun­gen fertig

Verlegung einer 110-kV-Erdkabels in Baden-Württemberg. Foto Nico Pudimat / Wikimedia
Verlegung einer 110-kV-Erdkabels in Baden-Württemberg. Foto Nico Pudimat / Wikimedia

Von den geplan­ten 1.876 Lei­tungs­ki­lo­me­tern Strom­tras­sen, die für die Ener­gie­wende die Minimum-Ausstattung dar­stel­len, sind zur Jah­res­mitte gerade mal 487 Kilo­me­ter fer­tig­ge­stellt. Das sind gerade mal 26 %.

Das teilte die Bun­des­re­gie­rung in ihrem Bericht zum Ener­gie­lei­tungs­aus­bau­ge­setz (EnLAG) mit. Sechs Vor­ha­ben seien voll­stän­dig in Betrieb genom­men worden, fünf Vor­ha­ben teil­weise.

Die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber würden zudem mit einer Fer­tig­stel­lung von 40 Prozent der EnLAG-Leitungskilometer bis 2016 aus­ge­hen. Die Fer­tig­stel­lung von wei­te­ren 20 Prozent könnte bis 2017 erfol­gen. Dazu die Bun­des­re­gie­rung:

Dies zeigt nicht nur im Ver­gleich zur ursprüng­li­chen Planung, sondern auch zum Stand im letzten Bericht im Jahr 2012 eine noch­mals deut­li­che Ver­zö­ge­rung hin­sicht­lich der geplan­ten Inbe­trieb­nahme.

Zum Ver­gleich: Das Gesetz wurde 2009 beschlos­sen und 2013 modi­fi­ziert. Bis 2020 sollen alle Lei­tun­gen fertig sein. Dies erscheint illu­so­risch, weil schon jetzt, in über der Hälfte der Zeit, gerade mal ein Viertel fer­tig­ge­stellt wurde. Zudem wird der Erd­ka­bel­aus­bau in Süd­deutsch­land weitere Ver­zö­ge­run­gen bedin­gen, da der Aufwand dafür deut­lich höher ist.

Erd­ka­bel noch nicht reif

Auf die Erd­ka­bel, die in der Nord-Süd-Trasse auf den Druck von Bayern durch­ge­setzt wurden geht der Bericht auch ein. Anders als in nied­ri­gen Span­nungs­ebe­nen ent­spre­che der Einsatz von Erd­ka­bel­sys­te­men auf Höchst­span­nungs­ebene im Dreh­strom­be­reich noch nicht dem Stand der Technik. Es gelte daher grund­sätz­lich der Vorrang von Frei­lei­tun­gen.

Bevor Erd­ka­bel in grö­ße­rem Umfang im Über­tra­gungs­netz ein­ge­setzt würden, seien im Rahmen von Pilot­pro­jek­ten im realen Netz­be­trieb aus­rei­chende Erfah­run­gen zu sammeln. Inso­fern könnten Erd­ka­bel im Dreh­strom­be­reich derzeit keine gleich­be­rech­tigte Alter­na­tive zu Frei­lei­tun­gen sein. Die Mehr­kos­ten der Erd­ka­bel­ver­le­gung werden anhand eines Bei­spiels mit 6 mal höher ange­ge­ben als bei einer Frei­lei­tung.

Vor­schau­bild: Ver­le­gung einer 110-kV-Erdkabels in Baden-Württemberg. Foto Nico Pudimat / Wiki­me­dia

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