Koh­le­re­serve zu lahm für den Ernst­fall

Teile des Kraftwerks Jänschwalde von Vattenfall verbleiben in der unsinnigen Kohlereserve: Foto J.-H. Janßen / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0
Kraftwerk Jänschwalde von Vattenfall: Foto J.-H. Janßen / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

1,6 Mil­li­ar­den Euro für nix – so liest sich der Refe­ren­ten­ent­wurf für das neue Strom­markt­ge­setz zum Thema Koh­le­re­serve. Exakt mit dieser Summe sollen alte Koh­lemei­ler, oder besser ihre Besit­zer ali­men­tiert werden, damit sie diese nicht abrüs­ten, sondern als stille Reserve belas­sen, sollte die Sonne mal nicht kräftig genug schei­nen oder der Wind nicht genug blasen.

Von ver­schie­dens­ten Akteu­ren wurden diese Pläne von Anfang an kri­tisch gesehen. Nun steht indi­rekt selbst im Refe­ren­ten­ent­wurf, dass die Reserve kom­plett sinnlos ist. Denn den Koh­lemei­lern soll eine 10tägige Karenz­zeit ein­ge­räumt werden, um hoch­zu­fah­ren. Doch die ist viel zu groß. Um halb­wegs die Schwan­kun­gen der Erneu­er­ba­ren bestim­men und aus­glei­chen zu können, bedarf es viel kür­ze­rer Inter­valle.

Exakte Pro­gno­sen für Ein­strah­lung und Wind­ge­schwin­dig­keit sind maximal für 24 Stunden möglich, mit Abstu­fun­gen für 72 Stunden, also 3 Tage. Die Fle­xi­bi­li­tät, um hier Schwan­kun­gen aus­zu­glei­chen, haben nur moderne Gas­kraft­werke, die binnen 24 Stunden hoch­ge­fah­ren werden können und die diesen Part ja auch jetzt bereits über­neh­men.

Die Zeche für diese idio­ti­schen Pla­nun­gen (anders, auch wenn man solch dras­ti­sche Worte in diesem Blog nicht gewohnt ist, kann man das nicht bezeich­nen), werden die Ver­brau­cher bezah­len. Denn die 1,6 Mil­li­ar­den Euro werden unwei­ger­lich wie Netz­be­trei­ber bei ihnen landen.

Vor­schau­bild: Teile des Kraft­werks Jänsch­walde von RWE ver­blei­ben in der unsin­ni­gen Koh­le­re­serve: Foto J.-H. Janßen / Wiki­me­dia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0