Kraftwerk Jänschwalde von Vattenfall: Foto J.-H. Janßen / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

#COP21Paris: Wissen­schaftler kriti­sieren nationale Ziele

von | 25. November 2015

Paris wirft seine Schatten voraus und sehr viele Teil­neh­mer­staaten haben schon im Vorfeld nationale Klima-​Ziele fest­gelegt und zwar 147 Vertrags­par­teien, also drei Viertel aller Teil­nehmer. Der insgesamt auf sie entfal­lende Anteil an den globalen Treib­haus­gas­emis­sionen im Jahr 2010 beläuft sich nach dem „SYNTHESEBERICHT ÜBER DIE GESAMTWIRKUNG DER AUF NATIONALER EBENE GEPLANTEN BEITRÄGE (INDCS)“ auf etwa 86 %. Doch was sind diese Beiträge wert?

Die Wochen­zeit­schrift „Die Zeit“ hat für ihre morgige Ausgabe dazu einige Wissen­schaftler befragt. Der Tenor ist kritisch. Viele INDCs seien „so vage formu­liert, dass sie womöglich auf Dauer keinen Bestand haben”, sagte Ottmar Edenhofer, Chef­ökonom des Potsdam-​Instituts für Klimafolgenforschung.

Manche Nationen setzen viel Zahlen­kos­metik ein, andere halten ihre Ankün­di­gungen bewusst vage”, meint Niklas Höhne, Leiter des NewClimate Institute. Seiner Erkenntnis nach seien die bisher einge­reichten Beiträge für das avisierte 2‑Grad-​Ziel ungenügend.

In die gleiche Kerbe haut Regine Günther, Leiterin Energie- und Klima­po­litik des WWF Deutschland. Große Treibhausgas-​Verursacher wie Russland, Japan oder die USA versprächen, bis 2030 ihre Emis­sionen um bis zu 30 Prozent zu senken. Oft jedoch schönten die Regie­rungen ihre Zahlen mithilfe statis­ti­scher Tricks, etwa mit der Bezugs­größe des Startjahres.

Erster Beitrag zur Klima­kon­ferenz in Paris #COP21Paris

Vorschaubild: Kraftwerk Jänsch­walde. Foto J.-H. Janßen /​Wikimedia /​Lizenz unter CC BY-​SA 3.0

#klima​retter​.info muss von #COP21 aus Paris berichten

Wir unter­stützen die Kollegen von klima​retter​.info (http://​www​.klima​retter​.info/), direkt von COP21 zu berichten. Nick Reimer, Chef­re­dakteur von klima​retter​.info, hat über die Geschichte der Klima­kon­fe­renzen ein Buch geschrieben, das viel Lob geerntet hat. Nach der Theorie kommt nun die Praxis: Bei einem erfolg­reichen Crowd­funding nimmt Nick Reimer seine Leser mit auf das Konferenz-​Parkett. Mit seinem Team unab­hän­giger Jour­na­listen und Foto­grafen aus der Redaktion klima​retter​.info berichtet der Publizist direkt von den Verhand­lungen. Damit ist eine Redaktion vor Ort, die in Sachen Klima­di­plo­matie über so viel Expertise verfügt, dass Lobby­isten oder Polit-​Vernebler keine Chance haben. Gebraucht werden 5.000 Euro. Zum Crowd­founding geht es hier: https://​www​.startnext​.com/​k​l​i​m​a​r​e​t​t​erinfo

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

2 Kommentare

  1. Kilian Rüfer

    Wir können also fest­halten, dass die frei­wil­ligen Selbst­ver­pflich­tungen offenbar zu gering und zu unver­bindlich sein werden. Damit haben wir an einem wichtigen Kriterium für ein erfolg­reiches Abkommen gekratzt.

    • Frank Urbansky

      Ich denke das ebenso. Es ist ja bei den Poli­tikern wie meistens im Leben – diese rein frei­wil­ligen Verpfli­chungen sind nie ausrei­chend, mitunter bedarf es etwas Druck, den wir ja mit unserer Aktion ein wenig erhöhen können.

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