Grün­schnitt und Laub ver­feu­ern – aber wie?

Grünschnitt lässt sich auch energetisch verwerten. Foto: Antonín Slejška / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0
Grünschnitt lässt sich auch energetisch verwerten. Foto: Antonín Slejška / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

Der Herbst hat fast alle Blätter von den Bäumen geris­sen. Kom­mu­nen landauf, landab treiben per Gebläse oder klas­sisch mit Harken und Besen die grünen Massen zusam­men, trans­por­tie­ren sie weg und ab damit auf dem Kom­pos­tie­rer. Doch es geht auch anders. Grün­schnitt, Laub und Pflan­zen­reste aus der Gewäss­ser­pflege lassen sich auch ener­ge­tisch ver­wer­ten.

Das ist deut­lich auf­wän­di­ger als Holz, aber es geht. Das zeigt ein Projekt am Deut­schen Bio­mas­se­for­schungs­zen­trum (DBFZ). Im Vor­der­grund des Pro­gram­mes IbeKET stehen die Erar­bei­tung eines regio­nal über­trag­ba­ren Kon­zep­tes zur ther­mi­schen und ther­mo­che­mi­schen Ver­wer­tung sowie die bedarfs­ge­rechte und dezen­trale Nutzung dieser feuch­ten Bio­masse.

Die ver­fah­rens­tech­ni­sche Auf­be­rei­tung erfolgt zunächst durch das florafuel-Verfahren, in dem kri­ti­sche Brenn­stoff­ei­gen­schaf­ten wie kor­ro­si­ons­för­dernde Ver­bin­dun­gen von Chlor, Kalium, Schwe­fel oder Stick­stoff redu­ziert werden. Weitere Pro­bleme: die Ver­schla­ckun­gen, das Asche­schmelz­ver­hal­ten, der Heiz­wert und der Asche­ge­halte.

Die nach­fol­gende Pel­le­tie­rung ermög­licht die spätere Ver­ga­sung und Ver­feue­rung. Die For­scher suchen auch nach Addi­ti­ven, mit denen sie den so ent­ste­hen­den Brenn­stoff opti­mie­ren können. Ziel ist die Her­stel­lung eines defi­nier­ten Brenn­stof­fes gemäß DIN EN 14961–6.

Doch das ist nicht so einfach zu errei­chen, denn recht­lich gilt fol­gen­des

  • ver­ar­bei­tete Mate­ria­lien gelten als Abfall
  • kein Regel­brenn­stoff gemäß 1. BImSchV
  • durch Auf­be­rei­tung ent­fällt nicht gleich­zei­tig Abfall­sta­tus
  • Anwen­dungs­be­reich der 17. BImSchV
  • hohe Anfor­de­run­gen an Emis­si­ons­grenz­werte

Die For­scher um Andreas Schon­hof vom TTZ Bre­mer­ha­ven schla­gen dafür fol­gende Lösun­gen vor:

  • Ver­las­sen des Abfall­re­gimes durch Nach­weis des Pro­dukt­sta­tus
  • Klas­si­fi­zie­rung als Nummer 8- oder Nummer 13-Brennstoff (nur für auto­ma­tisch beschickte Feue­rungs­an­la­gen nach 1. BImSchV)

Das Projekt läuft noch bis nächs­tes Jahr. Das hoff­nungs­volle Zwi­schen­fa­zit: „Die Umset­zung des Gesamt­kon­zep­tes ist unter Berück­sich­ti­gung der gegen­wär­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen aus der­zei­ti­ger Sicht möglich.“

Vor­schau­bild: Grün­schnitt lässt sich auch ener­ge­tisch ver­wer­ten. Foto: Antonín Slejška / Wiki­me­dia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0