Energiewende-Monitoring wenig ambi­tio­niert

Hier soll das Energiewende-Monitoring laufen: Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Foto: Beek100 Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA
Hier soll das Energiewende-Monitoring laufen: Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Foto: Beek100 Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA

Die Bun­des­re­gie­rung fällt ja immer mal wieder damit auf, dass sie die Fakten zur Ener­gie­wende nicht parat hat. Nun ist zumin­dest der gute Wille da, dies zu ändern. Ein Moni­to­ring, das jähr­lich die Hard­facts zum Ener­gie­markt ermit­telt, und alle drei Jahre Trends bestimmt, soll es nun richten.

Ange­glie­dert wird es beim Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rium. Ihm soll eine unab­hün­gige Komis­sion von vier Wis­sen­schaft­lern vor­ste­hen. Wenigs­tens ist im Entwurf dieses Monitoring-Prozesses „Energie der Zukunft« vor­ge­se­hen, dass keine staats­na­hen oder lob­by­an­hän­gi­gen Ver­tre­ter berufen werden.

Doch wie sinn­voll ist das Moni­to­ring?

Das jähr­li­che Moni­to­ring soll wie folgt aus­se­hen:

Der Monitoring-Bericht ist fak­ten­ori­en­tiert und bewer­tet den Fort­schritt bei der Ziel­er­rei­chung und den Stand der Umset­zung. Er wird für den Zeit­raum des vor­aus­ge­gan­ge­nen Kalen­der­jahrs vor­ge­legt. Zu quan­ti­ta­ti­ven Größen/Indikatoren erfolgt eine Gegen­über­stel­lung mit dem jewei­li­gen Status quo (z.B. Absen­kung des Primärenergie- und Strom­ver­brauchs, Strom­mix, Anteile erneu­er­ba­rer Ener­gien, Netz­aus­bau, Ent­wick­lung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Ent­wick­lung der Treib­haus­gas (THG)-Emissionen, Ener­gie­preise und ‑kosten, Strom­han­del mit dem Ausland).

Nun, dafür braucht es kein Moni­to­ring, das wird schon jedes Quartal und für das Gesamt­jahr von der Arbeits­ge­mein­schaft Ene­re­gie­bi­lan­zen erfasst.

Bei dem drei­jäh­rige Moni­to­ring, „Zusam­men­fas­sen­der Fort­schritts­be­richt“ genannt, will die Bun­des­re­gie­rung fol­gen­des machen:

Der Fort­schritts­be­richt beruht auf einer mehr­jäh­ri­gen Daten­ba­sis und trägt auf diese Weise dazu bei, dass ver­läss­li­che Trends erkenn­bar werden.

Er enthält eine aus­führ­li­che Gegen­über­stel­lung von Status quo und quan­ti­ta­ti­ven und qua­li­ta­ti­ven Ziel­set­zun­gen des Ener­gie­kon­zepts.

Er beschreibt und bewer­tet den Stand bei der Umset­zung wesent­li­cher Maß­nah­men und bietet Gele­gen­heit für tiefer gehende Ana­ly­sen, für die ggfs. sta­tis­ti­sche Son­der­auf­be­rei­tun­gen not­wen­dig sind.

Er gibt einen Aus­blick auf die abseh­bare weitere Ent­wick­lung wich­ti­ger Kenn­grö­ßen.

Er unter­sucht Ursa­chen und stellt Hemm­nisse dar.

Er schlägt ggfs. Maß­nah­men vor, um Hemm­nisse zu besei­ti­gen und die Ziele zu errei­chen.

Also AGEB-Jahresberichte der letzten Jahre plus etwas Markt­be­ob­ach­tung und ein bißchen intel­lek­tu­elle Inter­pre­ta­tion, was das denn nun zu bedeu­ten habe. Das sollte ein Volks­wirt­schafts­stu­dent nach dem 2. Stu­di­en­jahr schon hin­be­kom­men. Eine Exper­ten­kom­mis­sion, deren Mit­glie­der „über beson­dere wis­sen­schaft­li­che Kennt­nisse und Erfah­run­gen über das Ener­gie­sys­tem und die ener­gie­po­li­ti­sche Ziel­trias ver­fü­gen“, bedarf es dazu kaum.

Vor­schau­bild: Hier soll das Energiewende-Monitoring laufen: Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rium in Berlin. Foto: Beek100 Wiki­me­dia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

#kli​ma​ret​ter​.info muss von #COP21 aus Paris berich­ten

Wir unter­stüt­zen die Kol­le­gen von kli​ma​ret​ter​.info (http://​www​.kli​ma​ret​ter​.info/), direkt von COP21 zu berich­ten. Nick Reimer, Chef­re­dak­teur von kli​ma​ret​ter​.info, hat über die Geschichte der Kli­ma­kon­fe­ren­zen ein Buch geschrie­ben, das viel Lob geern­tet hat. Nach der Theorie kommt nun die Praxis: Bei einem erfolg­rei­chen Crowd­fun­ding nimmt Nick Reimer seine Leser mit auf das Konferenz-Parkett. Mit seinem Team unab­hän­gi­ger Jour­na­lis­ten und Foto­gra­fen aus der Redak­tion kli​ma​ret​ter​.info berich­tet der Publi­zist direkt von den Ver­hand­lun­gen. Damit ist eine Redak­tion vor Ort, die in Sachen Kli­ma­di­plo­ma­tie über so viel Exper­tise verfügt, dass Lob­by­is­ten oder Polit-Vernebler keine Chance haben. Gebraucht werden 5.000 Euro. Zum Crowd­foun­ding geht es hier: https://​www​.start​next​.com/​k​l​i​m​a​r​e​t​t​erinfo