Säuft trotz niedriger Ölpreise nicht so schnell ab: Iranischer Öl-Tanker. Foto Alf van Beem / Wikimedia / Lizenziert unter CC0

OPEC feiert weiter Ölparty

von | 5. Dezember 2015

Vermutet wurde von vielen Experten eine Dros­selung der Ölför­derung – doch es kam anders. Bei der gestrigen 168. Sitzung der OPEC wurde eine Ausweitung der bishe­rigen Förder­menge auf 31,5 Millionen Barrel täglich beschlossen. Das sind 1,5 Millionen Barrel mehr als bisher und dürfte in etwa der tatsächlich geför­derten Menge entsprechen. Denn nicht alle OPEC-​Produzenten hielten sich an die Vorgaben des OPEC-​Meetings vor einem Jahr.

Tatsächlich dürfte die Ausweitung eine Remi­niszenz an das in Kartell zurück­ge­kehrte Indo­nesien sein. Zudem wird ab 1. Januar 2016 frei von Sank­tionen OPEC-​Mitglied Iran auf das inter­na­tionale Parkett zurück­kehren und hat dies auch schon mit ehrgei­zigen Förder- und Liefer­plänen ange­kündigt. Alle wollen also Markt­an­teile behalten. Das wird die Lage der US-​Fracker und auch Russland sowie der Nord­see­för­derung von Norwegen und Groß­bri­tannien weiter zusetzen

Der Preis fürs Rohöl wird weiter fallen – moderat, doch die von Analysten erwar­teten 35 Dollar je Fass zum Jahresende sind nun in Greif­weite. Damit dürften auch die Preise für Verbraucher von Heizöl und Benzin weiter zurück­gehen – trotz der sich mani­fes­tie­renden Euro-​Schwäche gegenüber dem US-​Dollar, in dem ja Rohöl und seine Produkte inter­na­tional gehandelt werden.

Zum Hinter­grund: Die OPEC-​Mitglieder liefern jedes dritte Fass Öl, rund 30 Millionen davon täglich. Zudem verfügen sie über 75 % der bekannten und wirt­schaftlich förder­baren Reserven, allen voran Saudi-​Arabien und der Iran.

Vorschaubild: Mit der Rückkehr des Irans an die welt­weiten Handels­plätze, hier der Tanker Dena vor Rotterdam, wird auch weitere Abwärts-​Bewegung in die Ölpreise kommen. Foto Alf van Beem /​Wikimedia /​Lizen­ziert unter CC0

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Effi­zi­enz­stan­dards: Frag­würdige Benchmark

Effi­zi­enz­stan­dards: Frag­würdige Benchmark

Energetische Sanierungen gelten als zentraler Hebel, um die Energieeffizienzklasse von Bestandsgebäuden zu verbessern. Maßnahmen wie Fassaden- und Dachdämmung, der Austausch alter Fenster oder die Erneuerung ineffizienter Heizsysteme können den Energieverbrauch...

Wärme­wende vor Ort: Planung läuft, Umsetzung stockt

Wärme­wende vor Ort: Planung läuft, Umsetzung stockt

Anfang 2026 zeigt die kommunale Wärmeplanung in Deutschland ein gemischtes Bild. Die Planungen kommen voran und wirken organisatorisch machbar. Doch die Umsetzung könnte zum milliardenschweren Engpass werden. Anfang 2026 zeigt die kommunale Wärmeplanung (KWP) in...

Luft-​Luft-​Wärmepumpen ersetzen Gas-Etagenheizungen

Luft-​Luft-​Wärmepumpen ersetzen Gas-Etagenheizungen

Die Wärmewende im Gebäudebestand bedeutet oft den Anschluss an zentrale Wärmenetze. Doch Millionen fossiler Gasetagenheizungen lassen sich schnell und ohne tiefgreifende nur mit Wärmepumpen ersetzen. Luft-Luft-Wärmepumpen (LLWP) arbeiten wie umkehrbare...

Mit Künst­licher Intel­ligenz Gebäude effizient steuern

Mit Künst­licher Intel­ligenz Gebäude effizient steuern

Die technische Basis ist in vielen Objekten bereits vorhanden. KI kann helfen Gebäudetechnik effizienter zu betreiben. Besonders deutlich – und wirtschaftlich gut messbar – zeigt sich dies bei der Energieversorgung. Angesichts steigender Kosten gewinnt dieses Thema...