Regie­rung: Wär­me­wende kostet bis 1,5 Bil­lio­nen Euro

Vorschaubild: Dachdecker beim Verlegen von Steinwollematten zur Dachisolierung an einem Altbau. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia / Linzenz unter CC-BY-SA
Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia / Linzenz unter CC-BY-SA

Die Wär­me­wende, lange ver­nach­läs­sigt, ist bei der Bun­des­re­gie­rung schon länger ange­kom­men. Zu groß sind die Ein­spar­po­ten­ziale, auch wenn ein Markt mit geschätz­ten 20 Mil­lio­nen Wär­me­er­zeu­gern, sprich Hei­zun­gen, kaum regu­lier­bar und noch weniger kom­plett för­der­fä­hig erscheint. Doch auch hier gilt: Der Pri­mär­ener­gie­be­darf soll bis 2050 um 80 % gesenkt werden, aus­ge­hend vom Jahr 2008.

In der Flücht­lings­de­batte wurden Stimmen laut, die gerin­gere ener­ge­ti­sche Stan­dards für deren Unter­künfte for­der­ten. Die Bun­des­re­gie­rung hat dies bereits abge­lehnt, ebenso die Bau­mi­nis­ter der Länder. Warum sich auch ohne Not und Elend für die Zukunft Mehr­kos­ten schaf­fen, zumal diese für ener­gie­spa­rende Bau­wei­sen kaum über den bis­he­ri­ger kon­ven­tio­nel­ler Bauten liegen. Selbst beim Pas­siv­haus­stan­dard kann man von maximal 10 % Mehr­kos­ten aus­ge­hen. Ver­kraft­bar.

In der aktu­el­len Unter­rich­tung »Ener­gie­ef­fi­zi­enz­stra­te­gie Gebäude — Wege zu einem nahezu kli­ma­neu­tra­len Gebäu­de­be­stand« heißt es denn auch:

Moderne Woh­nun­gen mit hoher Ener­gie­ef­fi­zi­enz müssen für alle Bürger, auch für Haus­halte mit gerin­gem und mitt­le­rem Ein­kom­men, ver­füg­bar sein. Und zwar sowohl für die­je­ni­gen, die hier bereits leben, als auch für die­je­ni­gen, die jetzt kommen und bleiben werden. Für die benö­tig­ten neuen Woh­nun­gen darf es keine schlech­te­ren ener­ge­ti­schen Min­dest­stan­dards geben. Ansons­ten ent­steht Wohn­raum, der schon in wenigen Jahren als ener­ge­tisch ver­al­tet gelten und an Attrak­ti­vi­tät ver­lie­ren wird.

Haupt­schwer­punkte sind stei­gende Effi­zi­enz sowie der Einsatz erneu­er­ba­rer Ener­gien, um die gleich­zei­tig ange­strebte CO2-Freiheit zu errei­chen. In Frage kommen:

  • Bio­masse
  • Umwelt­wärme (z.B. Geo­ther­mie)
  • Solar­ther­mie
  • Pho­to­vol­taik
  • Wär­me­netze (etwa gespeist mit Solar­ther­mie oder KWK-Wärme aus Erneu­er­ba­ren)
  • EE-Strom (etwa für Wär­me­pum­pen)

Deren gesam­tes Poten­zial wird für den Gebäu­de­be­reich im Jahr 2050 auf knapp 1.400 PJ bis rund 1.800 PJ geschätzt. Das ent­spricht 40 bis zu 50 Prozent des heu­ti­gen End­ener­gie­ver­brauchs. Da der Bedarf an Wär­me­en­er­gie im glei­chen Zeit­raum durch Effi­zi­enz­maß­nah­men ja in der oben genann­ten Grö­ßen­ord­nung zurück­ge­hen sollte, müsste sich damit der Wär­me­be­darf aller Gebäude decken lassen. Das gelingt nach Ein­schät­zung der Regie­rung jedoch nur mit ver­stärk­ten Effi­zi­enz­maß­nah­men, da sonst ein Fehl­be­darf von 800 PJ (Seite 44 der Unter­rich­tung) auf­tritt. Die Voll- und Moder­ni­sie­rungs­kos­ten für die Errei­chung dieses Zieles werden bis 2050 auf 1 bis 1,5 Bil­lio­nen Euro geschätzt.

Vor­schau­bild: Dach­de­cker beim Ver­le­gen von Stein­wol­lemat­ten zur Dach­iso­lie­rung an einem Altbau. Foto: Armin Kübel­beck / Wiki­me­dia / Linzenz unter CC-BY-SA