Das Elektroautomobil - umweltfreundlich und dank Kaufprämie zukünftig sogar besonders günstig zu haben. Foto: Giordano Aita – 71367229 / Shutterstock.com

Kauf­prämie für Elek­tro­autos beein­flusst ein Drittel der Deutschen

von | 23. Mai 2016

Die Kauf­prämie für Elek­tro­autos ist beschlossen. 1,2 Milli­arden Euro werden die direkten Kauf­zu­schüsse kosten. Bei der Bevöl­kerung scheint dieser Schritt anzu­kommen. Rund ein Drittel der Deutschen wird durch die Elek­tro­prämie in Ihrem Kauf­ver­halten beeinflusst.

Die neue Prämie für den Kauf eines Elek­tro­autos könnte mehr als ein Drittel der Deutschen zum Kauf eines Elek­tro­autos moti­vieren. Auch ohne die Verlo­ckung einer Kauf­prämie plane jeder Achte Deutsche laut einer reprä­sen­ta­tiven Umfrage der CreditPlus Bank AG ohnehin den Umstieg auf einen Elek­tro­an­trieb. Demnach steige die Akzeptanz und Attrak­ti­vität von Elek­tro­autos zwar langsam, aber konstant in der deutschen Bevölkerung.

Der grüne Gedanke wächst bei Auto­fahrern, die sich mehr und mehr für E‑Automobilität inter­es­sieren. Denn die elek­trisch betrie­benen Fahrzeuge bringen neben ihrer Umwelt­freund­lichkeit noch weitere Vorteile mit. So lassen sich diese zum Beispiel in der heimi­schen Garage „auftanken“. Und wer einen Strom­preis­ver­gleich im Internet durch­führt, kann den „Sprit­preis“ sogar mit eigenem Zutun in die Tiefe treiben.

Infografik über E-Mobilität

Info­grafik zum Thema E‑Mobilität. Info­gra­fik­quelle: enwipo​.de

Preislich erfahren Käufer aber auch Unter­stützung von anderer Seite: Der Bund bringt rund eine Milliarde Euro für die Förderung von Elek­tro­autos auf. Davon entfallen ca. 600 Millionen Euro auf die Kauf­prämien. Die finan­zielle Spritze beim Kauf eines E‑Automobils wird zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von der Industrie getragen. Bei reinen Elek­tro­wagen beträgt sie 4.000 Euro, bei Plug-​in-​Hybridautos immerhin noch 3.000 Euro. Die Prämie ist bis 2019 befristet und besitzt die Ober­grenze von 1,2 Milli­arden Euro. Ist dieses Geld aufge­braucht, endet der Zuschuss auto­ma­tisch. Rund 400.000 Fahrzeuge könnten mit Hilfe der Kauf­prämie erstanden werden. Inter­es­sierte sollten mit einem Kauf daher nicht zu lange warten.
Ca. 300 weitere Millionen veran­schlagt der Bund für den Ausbau und die Erwei­terung des Lade­netzes. Rund 15.000 neue Strom­tank­stellen mit kürzerer Ladezeit sollen die Sorgen der Bürger vor einem nicht ausrei­chend ausge­bauten Ladenetz eindämmen. Der Energie- und Klima­fonds, ein im Zusam­menhang mit der Ener­gie­wende vom Bundes­fi­nanz­mi­nis­terium einge­rich­teter Sondertopf, könnte die Finan­zierung des Ausbaues übernehmen.
Die Kauf­prämie steht ausschließlich für E‑Autos zur Verfügung, die unter 60.000 Euro kosten und wird noch durch weitere Rege­lungen limitiert. Der Hersteller des Elek­tro­ge­fährts muss seine Teilnahme an der Kauf­prämie und somit den 50-​prozentigen Zuschuss verpflichtend aner­kennen. Dadurch würde der Listen­preis um 2.000 Euro sinken. Bisher haben lediglich Volks­wagen, BMW und Daimler dieser Zusatz­fi­nan­zierung zugesagt.

Die Vorteile beim Kauf eines Elektroautos

Nicht nur die vom Staat einge­führte Kauf­prämie sorgt für eine Attrak­ti­vi­täts­stei­gerung von Elek­tro­wagen. Die durch Strom versorgten Fort­be­we­gungs­mittel besitzen auch weitere spezi­fische Vorteile. Doch für wen lohnt sich der Kauf eines Elek­tro­autos im Beson­deren? Nach­folgend einige Vorteile und Erklä­rungen zu den E‑Cars.

  • Besonders geeignet für Kurzstrecken

    Optimale Voraus­set­zungen für Auto­fahrer mit Elek­tro­wagen sind gegeben, wenn zum größten Teil Kurz­strecken gefahren werden und verschiedene Lade­mög­lich­keiten vorhanden sind. Im Idealfall befindet sich eine geeignete Lade­station in unmit­tel­barer Umgebung des Wohn­sitzes oder direkt in der eigenen Garage. Für Pendler ist das Elek­troauto bisher bedingt einsatz­fähig, da das Ladenetz nicht ausrei­chend und die Ausdauer der verbauten Akkus nicht effektiv genug entwi­ckelt sind.

  • Teuer, aber mit Zukunftsaussicht

    Ein bewusster Wille, finan­ziell ein wenig mehr auf die Waag­schale zu legen, sollte vorhanden sein. Denn trotz Prämie sind Elek­tro­autos im Vergleich zu ähnlichen Modellen mit Benzin­an­trieb noch spürbar teurer. Laut einer Studie ist jeder gefahrene Kilometer mit dem Elek­tro­ge­fährt trotz aktuell niedriger Ölpreise zwar um den Faktor 2,4 günstiger als bei einem Auto mit Verbren­nungs­motor, jedoch macht sich dieser Unter­schied erst ab einer hohen Lauf­leistung effektiv bemerkbar. Trotz einer Kauf­prämie von 4.000 Euro ist die Anschaffung eines Elek­tro­autos meistens die kosten­in­ten­sivere Variante beim Autokauf. Aller­dings gestalten sich die Zukunfts­aus­sichten und ‑prognosen beim E‑Mobil durch die vermeintlich stei­genden Ölpreise und die Effek­ti­vi­täts­stei­gerung der Akkus äußerst positiv.

  • Steigende Attrak­ti­vität durch sinkende Akku-Preise

    Ebenfalls zur Attrak­ti­vität des Elek­tro­autos beitragend ist die voraus­sichtlich sinkende Preis­ent­wicklung bei Akku-​Batterien. Laut einer Studie von deutschen Inge­nieuren wird der Preis sich für die Akkus bis zum Jahre 2020 halbieren. Dementspre­chend werden zwar wahr­scheinlich die Rabatte für Elek­tro­wagen sinken, der Preis für einen elek­tro­nisch betrie­benen Neuwagen wird sich aber den Kosten eines neuen Benziners annähern. Nied­rigere Kraftstoff- und Wartungs­kosten helfen ebenso beim Kosten­aus­gleich. Sollte auch zu diesem Zeitpunkt noch eine Prämie für Elek­tro­autos bestehen, wären diese sogar günstiger als Benziner.

  • Ausbau des Ladenetzes

    Im Förder­pro­gramm der Bundes­re­gierung enthalten ist aber nicht ausschließlich eine Kauf­prämie. Zusätzlich werden laut Verkehrs­mi­nister Alexander Dobrindt (CSU) rund 300 Millionen Euro in den Ausbau des Lade­netzes inves­tiert. Die Folge seien ca. 15.000 weitere Lade­sta­tionen. Diese seien von Sport­plätzen über Super­märkte bis zu Veran­stal­tungs­orten sinnvoll verteilt. 5.000 neue Strom­tank­stellen sollen besonders schnell und effektiv laden.

  • Mögliche zehn­jährige Kfz-Steuerbefreiung

    Eine Einsparung der Kfz-​Steuer für die ersten Zehn Jahre nach dem Kauf eines Elek­tro­autos ist längst keine beschlossene Sache, wird aber zumindest disku­tiert. Das Anliegen des Staates, den Kauf von E‑Autos so attraktiv wie möglich zu gestalten, dürfte zukünftig noch weitere finan­zielle Vorteilen mitbringen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

2 Kommentare

  1. Kilian Rüfer

    Elek­tro­autos per se als umwelt­freundlich zu bezeichnen ist nur die halbe Wahrheit. Das wären diese bei einem sehr hohen Grün­strom­anteil. Wer das also für sich nicht beispiels­weise mit eigener Solar­tanke so macht, der fährt ein 2/​3 Kohle-​Atom-​Gas Auto und zu einem Drittel ein sauberes Auto.

    • Frank Urbansky

      Da hast du so was von Recht, lieber Kilian. Aller­dings – und ich denke, da sind wir uns einig – wird es eines Tages die Komplett-​Versorgung auf Grundlage Erneu­er­barer Energien geben. Via Sektor­kopplung wird auch die Mobilität dadurch versorgt. Deswegen finde ich es jetzt schon richtig, dass die Brüger an die E‑Mobilität praktisch heran­ge­führt werden. Kauf­prämien sind nur ein Aspekt (und ob der wirkungsvoll ist, muss sich erst erweisen). Aber auch Lade­infra­struktur, Batte­rie­technik – das alles muss es eben schon jetzt geben, nicht erst, wenn wir 100 % EE haben.

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