Im Falle einer umfassenden energetischen Sanierung mit Erneuerung des Daches lohnt sich eine Solarthermieanlage, wie hier zur Unterstützung des Heizungskreislaufes. Foto: Urbansky

Heizung: Tauschzwang durch EnEV

von | 24. August 2016

Die neue Ener­gie­ein­spa­rungs­ver­ordnung (EnEV) und das Altkes­sel­la­beling machen Druck im Wärme­markt. Zahl­reiche alte Heiz­kessel müssen raus. 

Die Haus­tech­nik­branche hat die Wahl zwischen vielen Optionen: Erneuerung der bishe­rigen Tech­no­logie, Wahl eines neuen Brenn­stoffes oder via Hybrid die Einbindung Erneu­er­barer Energien. Doch welche ist die güns­tigste? Welche hat Zukunft? Und welche ist politisch gewollt?

Erneuerbaren-​Pflicht

Wer eine Ölheizung hat, kann auch nach den modi­fi­zierten Verord­nungen bei einer Ölheizung bleiben. Gleiches gilt für Gas und Biomasse. Lediglich reine Strom­hei­zungen sind politisch nicht wohl­ge­litten, können aber auch preislich ohnehin nicht konkur­rieren. Eine Erneuerbare-​Pflicht im Bestand gibt es nur in Baden-​Württemberg, hier in Höhe von 15% des Wärme­be­darfs. Für diese gelten verschiedene Erfül­lungs­op­tionen, etwa durch Einbindung von Solar­thermie, Beheizen mit teils biogenen Brenn­stoffen oder eine Beratung zu einem ener­ge­ti­schen Sanierungsfahrplan.

Drei Punkte sind bei der Wahl eines neuen oder dem Erneuern eines bestehenden Heizungs­systems besonders wichtig: 1. die Brenn­stoff­kosten und deren preis­liche Entwicklung, 2. die Investitionskos­ten sowie 3. die Zukunfts­fä­higkeit des Systems. Letzteres ist immer wieder von poli­ti­schen Entschei­dungen abhängig. Ein Ölhei­zungs­verbot nach dem Vorbild Dänemarks wurde bereits disku­tiert, wird sich jedoch hier­zu­lande nicht durch­setzen lassen. Was aber kommen könnte, ist eine Besteuerung von fossilen Brenn­stoffen. Genau daran wird im Bundes­wirt­schafts­mi­nis­terium seit Januar gear­beitet. Letztlich würde dies eine Verteuerung für alle Heiz­tech­no­logien auf fossiler Basis bedeuten.

Hybride sinnvoll

Wenn das kommt, wäre es sinnvoll, soviel wie möglich Erneu­erbare Energien in ein neues Heizungs­system einzu­binden. Das ist jedoch sehr kosten­in­tensiv. Zudem gibt es beim Wartungs­aufwand und auch zur Lebens­dauer nur zeitlich begrenzte Erfah­rungen bei einigen dieser Tech­no­logien, da sie noch nicht lange genug am Markt sind. …


Gekürzt. Geschrieben für IKZ Haus­technik. Erschienen in 07/​2016. Der kom­plette Beitrag ist auch hier online zu lesen.

Einen Überblick über die Markt­ent­wicklung bei Solar­thermie gibt Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf seinem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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