Wärmepumpenproduktion bei Alois Müller. Foto: Urbansky

EnEV-​Verschärfung ermöglicht Wärmepumpen-Contractingt

von | 21. Oktober 2016

Bisherige Modelle setzen meist auf BHKW. Doch auch mit Wärme­pumpen lässt sich diese Finan­zie­rungs­me­thode erfolg­reich umsetzen.

Möglich wurde ein wirt­schaft­licher Betrieb von Wärme­pumpen im Contracting erst durch die EnEV 2014. „Durch die EnEV 2016 wurde der Einsatz dieser Tech­no­logie erst richtig inter­essant“, weiß Michael Lowak. Der Vorstands­vor­sit­zende des Contracting-​Spezialisten Getec Wärme & Effizienz AG zählt die weiterhin erhöhte Ener­gie­ein­sparung von 25 bis 30 Prozent und die engere Fassung des Primär­ener­gie­faktors zu den Plus­punkten für Wärme­pumpen im Contracting.

Kältenutzung wichtig

Bereits fünf Wärme­pumpen im Contracting hat Andreas Müller. Der Geschäfts­führer der Alois Müller Produktion GmbH aus Unger­hausen in Schaben (Bayern) baut eigene Groß­wär­me­pumpen und instal­liert sie auch ganz normal. Doch fünf Firmen aus dem Bereich Handel und Gewerbe nahmen sein Contracting-​Angebot an. … Alle seine Contracting-​Pumpen würden auch dafür einge­setzt. Die Kunden zahlten dann einen Kältepreis.

Die verbauten Wärme­pumpen hätten Leis­tungen von 100 bis 600 kW. Inter­essant sei das Contracting dann, so der Schwabe, wenn der Kunde kein Personal wie einen Heizungs­in­ge­nieur oder anderes, gut geschultes gebäu­de­tech­ni­sches Personal für Betrieb und Über­wa­chung hätte. Bei den Wärme­pumpen, die grund­sätzlich Geothermie nutzen, müssten zudem regel­mäßig wasser­recht­liche Daten, und das einmal im Jahr, ans Wasser­wirt­schaftsamt geliefert werden. …

Verträge ähnlich wie bei BHKW

Die Vertrags­ge­staltung unter­scheidet sich kaum von dem bei einem BHKW. Der Kunde zahlt einen Grund­preis für die Bereit­stellung von Wärme und Kühl­en­ergie mit klar defi­nierter Leistung. Es gibt geson­derte kWh-​Preise für Wärme und Kälte. Der für Kälte wird mit einem Abschlag auf die Wärme fest­gelegt. Der Wärme­preis orien­tiert sich dabei am Index für Strom. …


Geschrieben für Energie&Management. Beitrag erschien in den Power News am 15.09.2016. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur dort zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo, dem Arti­kelkauf oder den ver­schie­denen Abonnement-​Paketen geht es hier.

Warum Ener­gie­speicher, die auch Wärme­pumpen konti­nu­ierlich speisen könnten, der Effi­zi­enz­schlüssel sind, beschreibt Energieblogger-​Kollege Olof E. Matthaei hier auf seinem Blog Energie effi­zient sparen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

4 Kommentare

  1. Sandra Henning

    Die Entzugs­leistung steigt aber bei weitem nicht propor­tional zur Vergrö­ßerung des Rohr­durch­messers. Bei 600 kW Heiz­leistung bräuchte man 450 kW Kälte­ent­zugs­leistung. Das entspricht bei 50 Watt pro Sonden­meter 90 Bohrungen á 100 Meter. Tiefer ist möglich, aber auch damit steigt die Leistung nicht linear. Zudem nehmen die Bohr­kosten zu.

    • Frank Urbansky

      Hier haben Sie recht – die Leistung steigt nicht linear, dennoch wird es technisch so gelöst. Tiefer gebohrt wurde bei allen Projekten nicht, da man nicht ins Bergrecht rutschen wollte.

  2. Frank Urbansky

    Hallo Frau Henning,

    dafür sind mitnichten so viele Bohrungen nötig. Sie können die Rohr­durch­messer einfach größer gestalten, um auf eine entspre­chende Leistung zu kommen. Und – bei Insolvenz des Contracting-​Nehmers gilt: Das Risiko liegt beim Contractor.

  3. Sandra Henning

    Wer bezahlt denn den Erdwär­me­tau­scher? Das müssten ja 50 bis 75 Bohrungen á 100 m sein. Das wären dann ja ab 250.000€ aufwärts Invest. Was passiert dann, wenn der Contracting-​Nehmer nach ein paar Jahren nicht mehr zahlen kann?

EnWiPo

Warm dank kalter Nahwärme

Niedertemperatur-​Wärmenetze sind eine Option für die Ener­gie­wende. Denn sie arbeiten mit sehr geringen Verlusten und passen gut in eine Förder­land­schaft, die das Dämmen von Häusern belohnt. Hier ergeben die hohen Vorlauf­tem­pe­ra­turen der klas­si­schen Fern­wär­me­netze keinen Sinn mehr. Ein erstes Niedertemperatur-​Wärmenetz in Deutschland wurde vor sechs Jahren instal­liert. Inzwi­schen folgten weitere.

mehr lesen