Wohnung in einem komplett energieautarken Mehrfamilienhaus in Brütten in der Schweiz. Die meisten Planer nutzen jedoch weiterhin Netze, um den restlichen Energiebedarf von Niedrigstenergiegebäuden oder Passivhäusern zu decken. Foto: Umwelt Arena

Ener­gie­aut­arkie in Gebäuden teuer und schwer umzusetzen

von | 16. November 2016

Ener­gie­aut­arkie ist die Unab­hän­gigkeit von fossilen Ener­gie­quellen und Deckung des kompletten Eigen­be­darfs mittels Erneu­er­barer Energien. In Gebäuden ist dies jedoch nicht immer sinnvoll. 

Ener­gie­aut­arkie, also die Unab­hän­gigkeit von fossilen und die komplette Eigen­ver­sorgung durch Erneu­erbare Energien, wird schon prak­ti­ziert. Doch die Beispiele sind rar gesät. „In der Tat wäre es schon mit heute verfüg­baren Tech­no­logien möglich, die meisten kleineren Städte und Gemeinden (weit­gehend) strom­autark zu machen.

Man benötigt ’nur’ eine geeignete Kombi­nation von lokalen Wind­rädern, lokalen Biomas­se­an­lagen, PV-​Anlagen, lokalen Block­heiz­kraft­werken (BHKW) und lokalen Speichern”, beschreibt Springer Autor Thomas Unner­stall die Poten­ziale, aber auch die Voraus­set­zungen für die Strom­aut­arkie in seinem Buch­ka­pitel „Rahmen­be­din­gungen der Ener­gie­wende – Beschreibung” auf Seite 49.

Nicht nur für die Strom­ver­sorgung gibt es Autar­kie­be­stre­bungen, sondern auch für den Wärme­markt und den Verkehr – die beiden anderen großen Ener­gie­ver­brauchs­be­reiche. Wie sinnvoll, sprich wie wirt­schaftlich ist jedoch das Streben nach Ener­gie­aut­arkie insbe­sondere im Gebäudebereich? …


Gekürzt. Geschrieben für Sprin­ger­Pro­fes­sional. Der komplette Beitrag ist hier zu lesen.

Wie das Haus der Zukunft komplett mit Eigen­energie versorgt werden könnte, beschreibt Energieblogger-​Kollege Andreas Kühl hier auf seinem Blog Energynet. 

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

5 Kommentare

  1. Rainer

    Am Ende einer „Kette” ist CO2 – frei wohl kaum machbar. In einer Phase wo noch für die Produktion von PV & WKA usw. „graue” Energie notwendig ist, wird jeder weiter „mittelbar” beteiligt sein.

    Ob jeder einzelne „Haushalt” selbst­suf­fi­zient sein kann oder gar sein muss, ist fraglich. Wesentlich leichter dürfte der lokale Zusam­men­schluss von „Leis­tungen” funk­tio­nieren. Dem stehen aber jede Menge sehr starrer Regu­lie­rungen und Monopole entgegen. Schon um nur seine direkten Grenz­nachbarn mit PC-​Strom zu versorgen berührt das eine ganze Reihe von Bestim­mungen und längst ist der Staat mit Steu­er­for­de­rungen und gesetz­lichem „Mono­pol­schutz” als Bremse für jedes Gemein­schafts­un­ter­nehmen „dazwi­schen”.

    Ganz offen­sichtlich soll da kein Kontroll- und Pfrün­de­verlust entstehen. Bleibt also „nur” die Gebäude so ener­gie­ef­fi­zient wie möglich zu bauen (was längst gesetz­liche Grund­lagen hat) und viel wichtiger, Bestands­ge­bäude von der „Ener­gie­schleuder” zu moderaten Verbrau­chern nachrüsten. 

    Klar wäre es vernünftig lokale Wärme­speicher für mehrere Haushalte zu instal­lieren – in länd­lichen Gebieten liegen häufig große, meist völlig unge­nutzte Scheunen im Bereich mehrerer Nachbarn. Doch schon der Gedanke mit denen gemeinsam etwas zu etablieren, wird oft strickt abgelehnt. Das mag ja in Einzel­fällen unpro­ble­ma­tisch sein. Doch überall wo dazu auch gewisse „Risiken” (Vertrag – Abhän­gig­keiten – alte „Fehden” usw.) über­wunden werden müssen, gibt es kaum Zustimmung – „man” glaubt mit dem was man so hat, ausrei­chend versorgt zu sei. 

    Wärme­dämmung z.B. wir mit nahezu aber­gläu­bigem Verhalten begegnet. Ganze Häuser können nicht mehr „atmen” – ganze Sied­lungen gehen in Flammen auf. Der Schimmel wartet nur auf die böse Wärme­dämmung, um endlich auch diese Hütte zu besiedeln.

    Ganz schlimm, PV auf dem Dach und „jede” Feuerwehr wird sich weigern, deine Hütte zu löschen – in Kombi­nation mit Poly­sty­rol­dämmung – oh Gott ! – ist die nächste Kata­strophe geradezu vorge­zeichnet. Das Mittel­alter lässt schön grüßen. 

    Mich wundert, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, das diese „überaus häss­lichen Platten auf dem Dach” irgend­welche geheim­nis­vollen Strahlen aussenden und ähnlich wie die allge­gen­wär­tigen „Chem­trails” zu völligen Verblödung weiter Kreise der von dunklen Mächten bedrohten Bevöl­kerung führen. Es scheint zu funktionieren … 

    Ach ja, ich persönlich wäre schon dafür, endlich sich der Natur geschickt anzu­passen – mit allen Mitteln die uns das 21. Jahr­hundert bereitstellt …

  2. jogi54

    Na ja, mal wieder ein Misch­masch von „ener­gie­autark” und theo­re­tisch „CO2-​frei”.

    Ener­gie­autark wäre z.B.
    PV + Windräder + ausrei­chend Batteriespeicher
    oder
    PV + Windräder + H2 Erzeugung + Brenn­stoff­zelle + ausrei­chend Batteriespeicher
    Schon Biomas­se­kraft­werke sind mir suspekt, da die Traktoren etc. für die Erzeugung der Biomasse mit Diesel betrieben werden.

    Gäbe es schon P2G H2 Anlagen für EFH, wäre ich am Ziel, ein Reihen­endhaus im Bestand (BJ1982) zum absoluten Plus­ener­giehaus aufzu­rüsten (absolut bedeutet für mich, zu keiner Zeit Energie beziehen zu müssen).
    So aber muss ich mich mit ca 6000kWh/​a Einspeisung und ca. 1000kWh/​a Bezug von Strom für die WP begnügen.

    LG jogi

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