Solarabsorber auf dem Dach ergänzen technisch den Eisspeicher. Foto: Urbansky

Eisspeicher: Rege­ne­ration über Solarabsorber

von | 5. Januar 2017

Für das Software-​Unternehmen Dr. Thomas & Partner entwi­ckelte die auf Gewerbe- und Indus­triebau spezia­li­sierte Vollack-​Gruppe das neue Büro­ge­bäude in Stutensee bei Karlsruhe im Passivhaus-Standard. 

Auf 3600 m² arbeiten dort seit Ende September 2016 rund 120 Mitar­beiter, insgesamt bietet das Gebäude Platz für bis zu 150 Arbeitsplätze.

Der Bauherr strebte nach Ener­gie­aut­arkie. Deswegen haben die Planer den Ener­gie­bedarf soweit wie möglich reduziert. Die vorhan­denen Dach­flächen dienen der Ener­gie­er­zeugung. Letztlich entstand so eine Kombi­nation aus Passivhaus plus Photo­voltaik. Damit der Anteil rege­ne­ra­tiver Energien für den hohen Kühl­bedarf des Gebäudes so hoch wie möglich ausfiel, wurde seitens der Planer auf den Eisspeicher gesetzt.

Eisspeicher ist Herzstück

Der Eis-​Latentwärmespeicher mit 7 m Tiefe und 4 m Durch­messer ist das Herzstück des hoch­ef­fi­zi­enten Gebäudes. Dahinter verbirgt sich ein zylin­dri­scher Stahlbeton-​Behälter von etwa 4 m Höhe und gut 7 m Durch­messer. Der Eis-​Latentwärmespeicher heizt das Gebäude im Winter und kühlt es im Sommer – und das energieautark.

Das kalte Wasser aus dem Speicher wird im Sommer direkt durch das Gebäude gepumpt. Der Ener­gie­eintrag aus dem Erdreich und von den Dach­ab­sorbern des Büro­ge­bäudes bringen das Eis dabei zum Schmelzen. Im Winter dagegen entzieht die Wärme­pumpe Energie und kühlt das Wasser im Speicher ab. Eis bildet sich neu.

Der Eisspeicher ist also ein Primär­quel­len­puffer, der im Sommer der Kühlung dient und im Winter Energie zum Heizen liefert. Je nach Wetter­si­tuation entscheidet die Steuerung der Anlage mithilfe eines spezi­ellen Algo­rithmus, ob als Quelle die Dach­ab­sorber oder der Eisspeicher genutzt werden sollen.

Der Eisspeicher in Stutensee wird seinem Namen nicht ganz gerecht. In ihm befinden sich vor allem unter­kühltes Wasser und – im Kern des Speichers – zeitweise circa 30 % Eis. Das Leitungs­system für Kühlung und Heizung ist so an den Beton­zy­linder ange­bunden, dass an seiner Außenwand die Energie einge­tragen und in seinem Innern wieder entzogen wird. …


Geschrieben für SBZ. Der voll­stän­dige Beitrag ist hier zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier.

Ein Beitrag, wie die Zukunft der Wärme­netze aus­sehen könnte – etwa mit der Befüllung via Solar­thermie, haben meine Energieblogger-​Kollegen von Ecoquent Positions hier ver­fasst.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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