Abluftwärmepumpe mit zentraler Abluft und dezentraler Zuluft. Gafik: Nibe

Wärme­pumpe mit Lüftung: eine Lösung für Niedrigenergiehäuser

von | 21. Februar 2017

Im Neubau verlangt die EnEV die Errichtung von Nied­rig­ener­gie­häusern. Den erfor­der­lichen Wärme­bedarf mit einem herkömm­lichen Heizgerät zu erzeugen, ist nicht immer sinnvoll.

Effi­zi­entere Lösungen sind gefragt, die kaum mehr fossile Energien verbrauchen und den Bedarf nach Möglichkeit aus den im Gebäude vorhan­denen Poten­zialen decken. Eine dieser Möglich­keiten ist die Nutzung einer Abluft­wär­me­pumpe mit Wohnraumlüftung.

Eine Abluft­wär­me­pumpe entzieht die in der Raumluft enthaltene Wärme, statt diese via Lüftungs­anlage ins Freie zu blasen. Die so gewonnene Wärme kann sowohl der Brauch­was­ser­er­wärmung als auch der Heizung dienen. Abluft­wär­me­pumpen mit einem wasser­ba­sie­renden Wärme­ver­teilnetz können so die gesamte Wärme­ver­sorgung eines Wohn­hauses übernehmen. …

Wohnungs­lüf­tungs­an­lagen werden in Deutschland aktuell so gut wie nie als Luft­hei­zungen einge­setzt. Sie werden nur genutzt, um den größten Teil der in der Abluft vorhan­denen Wärme­en­ergie, etwa über einen Kreuz­ge­gen­strom­wär­me­aus­tau­scher, auf die frische Zuluft zu über­tragen. Um ein normales Haus nach aktuellem Standard ausschließlich zu heizen, reicht das jedoch nicht aus. Man verringert lediglich den Wärmeverlust.

Grund­sätzlich ist es in Zukunft sicher denkbar, dass ausschließlich über Luft­hei­zungen, also über die Lüftungs­anlage, geheizt wird“, so Norbert Markus, Produkt­ma­nager Lüftung bei Stiebel Eltron. „Das ist aber nur wirt­schaftlich, wenn der notwendige Mindest­luft­wechsel, der aus hygie­ni­schen und bauphy­si­ka­li­schen Gründen ohnehin sicher­ge­stellt sein muss, siehe DIN 1946, Teil 6 und EnEV, ausreicht, um damit auch ausrei­chend Wärme in die Räume einbringen zu können. Das ist im Moment aber noch nicht gegeben.“

Eine Luft­hei­zungs­anlage, die ein Viel­faches der Luftmenge des eigentlich notwen­digen Mindest­luft­wechsels umwälzen muss, um die Wohn­einheit zu beheizen, verbraucht aber viel Energie, da Luft ein sehr schlechter Wärme­leiter ist und der Transport großer Mengen Luft ebenfalls einen relativ hohen Ener­gie­einsatz erfordert. Das, sagt Markus, sei nicht effizient und wirtschaftlich.

Sinn­voller sind der Einsatz von Abluft­wär­me­pumpen oder Kombi­na­tionen aus Lüftungs­anlage und klas­si­scher Luft/​Wasser-​Wärmepumpe. Diese Systeme sind gerade im Einfamilienhaus-​Neubau beliebt. Generell kommen drei Varianten infrage.

Abluft­wär­me­pumpen mit zentraler Abluft und dezen­traler Zuluft

Bei dieser Lösung wird der system­be­dingte leichte Unter­druck in der Wohnung genutzt. Er sorgt dafür, dass frische Luft über Außen­wand­ventile in den Zuluft­be­reichen nach­strömt. Die raumwarme Abluft wird aus den sensiblen Bereichen wie Küche, Bad oder Gäste-​WC über Lüftungs­rohre zur Wärme­pumpe geleitet. Bevor sie über eine Dachhaube oder Lüftungs­wand­gitter nach außen abgeführt wird, wird ihr ein Großteil der enthal­tenen Wärme­en­ergie entzogen. Die Abluft dient damit als Wärme­quelle für die inte­grierte Wärme­pumpe, um Warm­wasser für Heizung und Brauch­wasser zu erzeugen. In der Regel sind diese Systeme als Kompakt­system mit inte­griertem Brauch­was­ser­speicher ausgeführt.

Abluft­wär­me­pumpen mit zentraler Abluft und zentraler Zuluft

Diese Wärme­pumpen arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie das System zuvor, jedoch wird die Zuluft über die Wärme­pumpe vorge­wärmt und über Lüftungs­rohre in die Zuluft­be­reiche wie Schlaf‑, Kinder- oder Wohn­zimmer geführt.

Luft/​Wasser-​Wärmepumpe mit Kreuzstromwärmeaustauscher

Hier wird die Abluft, nachdem sie den Großteil ihrer Energie über einen Kreuz­ge­gen­strom­wär­me­aus­tau­scher an die Zuluft abgegeben hat, nach außen abge­leitet und entsorgt. Sie strömt je nach Wärme­bedarf noch über die Ober­fläche des Luft/​Wasser-​Wärmepumpenverdampfers. Dort gibt sie die weitere Restwärme an den Kälte­kreislauf der Wärme­pumpe ab. Wird für die Beheizung oder die Trink­warm­was­ser­be­reitung noch zusätz­liche Energie benötigt, wird diese aus der der Wärme­pumpe zusätzlich zuge­führten Außenluft gewonnen. …


Geschrieben für SBZ. Der voll­stän­dige Beitrag ist hier zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier.

Über die Bedeutung der Wärme­pumpe für die Ener­gie­wende schreiben die Energieblogger-​Kollegen von Ener­gie­zu­kunft hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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