Wär­me­pumpe mit Lüftung: eine Lösung für Nied­rig­ener­gie­häu­ser

Abluftwärmepumpe mit zentraler Abluft und dezentraler Zuluft. Gafik: Nibe
Abluftwärmepumpe mit zentraler Abluft und dezentraler Zuluft. Gafik: Nibe

Im Neubau ver­langt die EnEV die Errich­tung von Nied­rig­ener­gie­häu­sern. Den erfor­der­li­chen Wär­me­be­darf mit einem her­kömm­li­chen Heiz­ge­rät zu erzeu­gen, ist nicht immer sinn­voll.

Effi­zi­en­tere Lösun­gen sind gefragt, die kaum mehr fossile Ener­gien ver­brau­chen und den Bedarf nach Mög­lich­keit aus den im Gebäude vor­han­de­nen Poten­zia­len decken. Eine dieser Mög­lich­kei­ten ist die Nutzung einer Abluft­wär­me­pumpe mit Wohn­raum­lüf­tung.

Eine Abluft­wär­me­pumpe ent­zieht die in der Raum­luft ent­hal­tene Wärme, statt diese via Lüf­tungs­an­lage ins Freie zu blasen. Die so gewon­nene Wärme kann sowohl der Brauch­was­ser­er­wär­mung als auch der Heizung dienen. Abluft­wär­me­pum­pen mit einem was­ser­ba­sie­ren­den Wär­me­ver­teil­netz können so die gesamte Wär­me­ver­sor­gung eines Wohn­hau­ses über­neh­men. …

Woh­nungs­lüf­tungs­an­la­gen werden in Deutsch­land aktuell so gut wie nie als Luft­hei­zun­gen ein­ge­setzt. Sie werden nur genutzt, um den größten Teil der in der Abluft vor­han­de­nen Wär­me­en­er­gie, etwa über einen Kreuz­ge­gen­strom­wär­me­aus­tau­scher, auf die frische Zuluft zu über­tra­gen. Um ein nor­ma­les Haus nach aktu­el­lem Stan­dard aus­schließ­lich zu heizen, reicht das jedoch nicht aus. Man ver­rin­gert ledig­lich den Wär­me­ver­lust.

Grund­sätz­lich ist es in Zukunft sicher denkbar, dass aus­schließ­lich über Luft­hei­zun­gen, also über die Lüf­tungs­an­lage, geheizt wird“, so Norbert Markus, Pro­dukt­ma­na­ger Lüftung bei Stiebel Eltron. „Das ist aber nur wirt­schaft­lich, wenn der not­wen­dige Min­dest­luft­wech­sel, der aus hygie­ni­schen und bau­phy­si­ka­li­schen Gründen ohnehin sicher­ge­stellt sein muss, siehe DIN 1946, Teil 6 und EnEV, aus­reicht, um damit auch aus­rei­chend Wärme in die Räume ein­brin­gen zu können. Das ist im Moment aber noch nicht gegeben.“

Eine Luft­hei­zungs­an­lage, die ein Viel­fa­ches der Luft­menge des eigent­lich not­wen­di­gen Min­dest­luft­wech­sels umwäl­zen muss, um die Wohn­ein­heit zu behei­zen, ver­braucht aber viel Energie, da Luft ein sehr schlech­ter Wär­me­lei­ter ist und der Trans­port großer Mengen Luft eben­falls einen relativ hohen Ener­gie­ein­satz erfor­dert. Das, sagt Markus, sei nicht effi­zi­ent und wirt­schaft­lich.

Sinn­vol­ler sind der Einsatz von Abluft­wär­me­pum­pen oder Kom­bi­na­tio­nen aus Lüf­tungs­an­lage und klas­si­scher Luft/Wasser-Wärmepumpe. Diese Systeme sind gerade im Einfamilienhaus-Neubau beliebt. Gene­rell kommen drei Vari­an­ten infrage.

Abluft­wär­me­pum­pen mit zen­tra­ler Abluft und dezen­tra­ler Zuluft

Bei dieser Lösung wird der sys­tem­be­dingte leichte Unter­druck in der Wohnung genutzt. Er sorgt dafür, dass frische Luft über Außen­wand­ven­tile in den Zuluft­be­rei­chen nach­strömt. Die raum­warme Abluft wird aus den sen­si­blen Berei­chen wie Küche, Bad oder Gäste-WC über Lüf­tungs­rohre zur Wär­me­pumpe gelei­tet. Bevor sie über eine Dach­haube oder Lüf­tungs­wand­git­ter nach außen abge­führt wird, wird ihr ein Groß­teil der ent­hal­te­nen Wär­me­en­er­gie ent­zo­gen. Die Abluft dient damit als Wär­me­quelle für die inte­grierte Wär­me­pumpe, um Warm­was­ser für Heizung und Brauch­was­ser zu erzeu­gen. In der Regel sind diese Systeme als Kom­pakt­sys­tem mit inte­grier­tem Brauch­was­ser­spei­cher aus­ge­führt.

Abluft­wär­me­pum­pen mit zen­tra­ler Abluft und zen­tra­ler Zuluft

Diese Wär­me­pum­pen arbei­ten nach dem glei­chen Prinzip wie das System zuvor, jedoch wird die Zuluft über die Wär­me­pumpe vor­ge­wärmt und über Lüf­tungs­rohre in die Zuluft­be­rei­che wie Schlaf‑, Kinder- oder Wohn­zim­mer geführt.

Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Kreuz­strom­wär­me­aus­tau­scher

Hier wird die Abluft, nachdem sie den Groß­teil ihrer Energie über einen Kreuz­ge­gen­strom­wär­me­aus­tau­scher an die Zuluft abge­ge­ben hat, nach außen abge­lei­tet und ent­sorgt. Sie strömt je nach Wär­me­be­darf noch über die Ober­flä­che des Luft/Wasser-Wärmepumpenverdampfers. Dort gibt sie die weitere Rest­wärme an den Käl­te­kreis­lauf der Wär­me­pumpe ab. Wird für die Behei­zung oder die Trink­warm­was­ser­be­rei­tung noch zusätz­li­che Energie benö­tigt, wird diese aus der der Wär­me­pumpe zusätz­lich zuge­führ­ten Außen­luft gewon­nen. …


Geschrie­ben für SBZ. Der voll­stän­dige Beitrag ist hier zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Über die Bedeu­tung der Wär­me­pumpe für die Ener­gie­wende schrei­ben die Energieblogger-Kollegen von Ener­gie­zu­kunft hier.