Grüne Aktien: So investiert man in saubere Energie

Foto: Peter Dargatz/pixabay
Foto: Peter Dargatz/pixabay

Immer mehr Anleger inves­tie­ren in „grüne Aktien“ – also in sau­bere Energie. Doch wer sein Geld in grüne Aktien steckt, der sollte sich auch mit den Prognosen und Trends befas­sen. Auch wenn immer mehr Menschen in sau­bere Energie inves­tie­ren, so ist eine Umkehr des Trends nicht aus­ge­schlos­sen.

Investitionen in Windkraft

Folgt man den Analysen der Experten – bei­spiels­weise von Oanda – so ist Vestas Wind Systems, der däni­sche Turbinen-Hersteller, wei­ter­hin die Nummer 1 für Windenergie-Anlagen. 2016 führte der däni­sche Konzern den welt­wei­ten Onshore-Windenergiemarkt an und instal­lierte Anlagen mit einer Gesamtleistung von 8.700 Megawatt. Somit konn­ten die Dänen auch Goldwind, den Marktführer 2015, auf Abstand hal­ten. Der Grund? Vestas hat, nur in den USA, Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 4.300 Megawatt errich­tet. In Europa wur­den Turbinen mit einer Gesamtleistung von 3.700 Megawatt instal­liert; im asiatisch-pazifischen Raum waren es Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund 800 Megawatt.

Vestas Wind star­tete aber erst zu Beginn des Jahres durch – das lag an den Großaufträgen, die aus den USA kamen. So errich­tete der Konzern 174 Windturbinen, die eine Gesamtkapazität von 348 Megawatt lie­fer­ten. Die Komponenten wie Rotorblätter, Turm und Maschinenhaus wur­den alle­samt im ame­ri­ka­ni­schen Werk in Colorado her­ge­stellt. Des Weiteren durfte sich das Unternehmen auch über einen Service-Vertrag freuen, der für meh­rere Jahre abge­schlos­sen wurde. Die Windturbinen sol­len im Jahr 2018 gelie­fert wer­den.

Auch General Electric, ein US-Unternehmen, konnte im Jahr 2016 ein deut­li­ches Plus ver­zeich­nen. Insgesamt wur­den Anlagen mit einer Gesamtleistung von 6.500 Megawatt instal­liert. Goldwind, ein chi­ne­si­scher Konzern und Marktführer 2015, wurde auf Platz 3 ver­drängt – das Unternehmen instal­lierte Anlagen mit einer Gesamtleistung von 6.400 Megawatt.

Nordex, ein deut­sches Unternehmen, konnte hier nicht mit­hal­ten – das Unternehmen steht seit gerau­mer Zeit unter Druck, da der Vorstand immer wie­der Korrekturen an den Umsatz- und Gewinn-Erwartungen vor­neh­men musste. Der Plan, durch die Übernahme der Acciona Windpower zu wach­sen und somit auf Vestas Wind Systems auf­zu­schlie­ßen, ging nicht auf – der Umsatz ging sogar zurück. Der Umsatzrückgang wurde mit Projekt-Verschiebungen und einem ver­zö­ger­ten Markteintritt in Indien begrün­det. Während Gewinne erhofft wur­den, trennte sich das Unternehmen von Chef Lars Krogsgaard. Nun ist José Luis Blanco an der Spitze des Unternehmens – Blanco war bis­lang nur für das ope­ra­tive Tagesgeschäft ver­ant­wort­lich. Noch sind sich die Analysten und Insider unsi­cher, ob Nordex durch­star­ten kann oder wei­tere Verluste ein­fah­ren muss.

Das Unternehmen 2G Energy ist mit einem star­ken Rückenwind in das Jahr 2017 gestar­tet – der Auftragsbestand, der 91,2 Millionen Euro schwer war, konnte von 2016 in das Jahr 2017 mit­ge­nom­men wer­den. Den Anlegern, die grüne Aktien und somit in sau­bere Energie inves­tie­ren wol­len, ste­hen also meh­rere Unternehmen zur Verfügung.

Die Investitionen sind zurückgegangen

Erneuerbare Energien gal­ten lange Zeit als die Zukunftstechnologie in Deutschland – das wis­sen auch die Anleger, die sich ver­mehrt für grüne Aktien inter­es­sie­ren. Doch schon mit Ende des letz­ten Jahres stand fest, dass die Branche einen kräf­ti­gen Gegenwind erwar­ten muss, da die welt­wei­ten Investitionen zurück­ge­gan­gen sind. Folgt man der Studie von Bloomberg, so sind die Investitionen – ver­gli­chen mit dem drit­ten Quartal 2015 – um 42,4 Milliarden US-Dollar zurück­ge­gan­gen. Das ist ein Minus von 43 Prozent! Das liegt vor allem an der sin­ken­den Nachfrage in Europa, Japan und China.

Doch noch herrscht keine Nervosität. Dr. Hermann Falk, der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), ver­wies auf die Ausbaurekorde, die seit dem Jahr 2013 ver­zeich­net wer­den konn­ten. Dennoch blei­ben viele Insider und Analysten kri­tisch. Eine Trendumkehr ist nicht mehr zur Gänze aus­ge­schlos­sen. Anleger soll­ten daher vor­sich­tig sein, wenn sie ihr Geld in grüne Aktien inves­tie­ren möch­ten.