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Grüne Aktien: So inves­tiert man in saubere Energie

von | 28. Juni 2017

Immer mehr Anleger inves­tieren in „grüne Aktien” – also in saubere Energie. Doch wer sein Geld in grüne Aktien steckt, der sollte sich auch mit den Prognosen und Trends befassen. Auch wenn immer mehr Menschen in saubere Energie inves­tieren, so ist eine Umkehr des Trends nicht ausgeschlossen.

Inves­ti­tionen in Windkraft

Folgt man den Analysen der Experten – beispiels­weise von Oanda – so ist Vestas Wind Systems, der dänische Turbinen-​Hersteller, weiterhin die Nummer 1 für Windenergie-​Anlagen. 2016 führte der dänische Konzern den welt­weiten Onshore-​Windenergiemarkt an und instal­lierte Anlagen mit einer Gesamt­leistung von 8.700 Megawatt. Somit konnten die Dänen auch Goldwind, den Markt­führer 2015, auf Abstand halten. Der Grund? Vestas hat, nur in den USA, Wind­tur­binen mit einer Gesamt­leistung von 4.300 Megawatt errichtet. In Europa wurden Turbinen mit einer Gesamt­leistung von 3.700 Megawatt instal­liert; im asiatisch-​pazifischen Raum waren es Turbinen mit einer Gesamt­leistung von rund 800 Megawatt.

Vestas Wind startete aber erst zu Beginn des Jahres durch – das lag an den Groß­auf­trägen, die aus den USA kamen. So errichtete der Konzern 174 Wind­tur­binen, die eine Gesamt­ka­pa­zität von 348 Megawatt lieferten. Die Kompo­nenten wie Rotor­blätter, Turm und Maschi­nenhaus wurden allesamt im ameri­ka­ni­schen Werk in Colorado herge­stellt. Des Weiteren durfte sich das Unter­nehmen auch über einen Service-​Vertrag freuen, der für mehrere Jahre abge­schlossen wurde. Die Wind­tur­binen sollen im Jahr 2018 geliefert werden.

Auch General Electric, ein US-​Unternehmen, konnte im Jahr 2016 ein deut­liches Plus verzeichnen. Insgesamt wurden Anlagen mit einer Gesamt­leistung von 6.500 Megawatt instal­liert. Goldwind, ein chine­si­scher Konzern und Markt­führer 2015, wurde auf Platz 3 verdrängt – das Unter­nehmen instal­lierte Anlagen mit einer Gesamt­leistung von 6.400 Megawatt.

Nordex, ein deutsches Unter­nehmen, konnte hier nicht mithalten – das Unter­nehmen steht seit geraumer Zeit unter Druck, da der Vorstand immer wieder Korrek­turen an den Umsatz- und Gewinn-​Erwartungen vornehmen musste. Der Plan, durch die Übernahme der Acciona Windpower zu wachsen und somit auf Vestas Wind Systems aufzu­schließen, ging nicht auf – der Umsatz ging sogar zurück. Der Umsatz­rückgang wurde mit Projekt-​Verschiebungen und einem verzö­gerten Markt­ein­tritt in Indien begründet. Während Gewinne erhofft wurden, trennte sich das Unter­nehmen von Chef Lars Krogs­gaard. Nun ist José Luis Blanco an der Spitze des Unter­nehmens – Blanco war bislang nur für das operative Tages­ge­schäft verant­wortlich. Noch sind sich die Analysten und Insider unsicher, ob Nordex durch­starten kann oder weitere Verluste einfahren muss.

Das Unter­nehmen 2G Energy ist mit einem starken Rückenwind in das Jahr 2017 gestartet – der Auftrags­be­stand, der 91,2 Millionen Euro schwer war, konnte von 2016 in das Jahr 2017 mitge­nommen werden. Den Anlegern, die grüne Aktien und somit in saubere Energie inves­tieren wollen, stehen also mehrere Unter­nehmen zur Verfügung.

Die Inves­ti­tionen sind zurückgegangen

Erneu­erbare Energien galten lange Zeit als die Zukunfts­tech­no­logie in Deutschland – das wissen auch die Anleger, die sich vermehrt für grüne Aktien inter­es­sieren. Doch schon mit Ende des letzten Jahres stand fest, dass die Branche einen kräftigen Gegenwind erwarten muss, da die welt­weiten Inves­ti­tionen zurück­ge­gangen sind. Folgt man der Studie von Bloomberg, so sind die Inves­ti­tionen – verglichen mit dem dritten Quartal 2015 – um 42,4 Milli­arden US-​Dollar zurück­ge­gangen. Das ist ein Minus von 43 Prozent! Das liegt vor allem an der sinkenden Nachfrage in Europa, Japan und China.

Doch noch herrscht keine Nervo­sität. Dr. Hermann Falk, der Geschäfts­führer des Bundes­ver­bandes Erneu­erbare Energie (BEE), verwies auf die Ausbau­re­korde, die seit dem Jahr 2013 verzeichnet werden konnten. Dennoch bleiben viele Insider und Analysten kritisch. Eine Trend­umkehr ist nicht mehr zur Gänze ausge­schlossen. Anleger sollten daher vorsichtig sein, wenn sie ihr Geld in grüne Aktien inves­tieren möchten.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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