So wenig transparent wie der Bundestag vor über 20 Jahren sind auch die Aussichten für die Energiewende mit einer erneuten GroKo. Foto: Urbansky

Ener­gie­po­li­ti­scher Ausblick 2018: Da kommt wohl wenig

von | 16. Januar 2018

Ich habe Dialog.Energie.Zukunft ein kleines Interview gegeben darüber, was ich 2018 ener­gie­po­li­tisch und ‑technisch erwarte. Das ist eher nichts und eine neuer­liche Große Koalition verheißt für die Ener­gie­wende nichts Gutes, wie sich das schon im Kippen der Klima­ziele für 2020 anlässt. Spei­cher­tech­nisch hingegen könnte es vorangehen.

DEZ-​Blog: Was erwartest Du ener­gie­po­li­tisch von 2018?

Frank Urbansky: Ehrlich gesagt – nichts. Ich hab mir im Vorfeld der Bundes­tagswahl alle Wahl­pro­gramme ange­schaut. Wo die Euphorie für eine Jamaika-​Koalition herkam, ist mir voll­kommen schlei­erhaft. Denn FDP und Grüne schlossen sich da diametral aus. Gegen­sätz­licher geht es kaum. Eine mögliche Große Koalition würde Still­stand und Rück­schritt der letzten Jahre von Merkels dritter Amtszeit in Bezug auf Erneu­erbare Energien fort­schreiben. Der einzige Licht­blick war da noch das Ausschrei­bungs­modell, und das soll schon was heißen. …

Was sollte eine neue Bundes­re­gierung als erstes anpacken?

Tja, wie schon gesagt, die Kraft wird dazu keiner haben, aber ein gerechtes Steu­er­system im Ener­gie­be­reich wäre nötig. Strom muss entlastet werden. Ob das mit einem Streichen der Strom­steuer gelingt, die ja volks­wirt­schaftlich sinnlos geworden ist, keinerlei Lenkungs­funktion hat und nur dem Finanz­mi­nister das Säckel füllt, oder zu Lasten der fossilen Kraft- und Brenn­stoffe via Umlage oder CO2-​Bepreisung geht, muss man diskutieren. …

Welche Inno­va­tionen aus Forschung und Technik werden in 2018 eine Rolle spielen?

In der Spei­cher­technik kommt hoffentlich der Durch­bruch für polymere Redox-​Flow-​Batterien. Auch Kera­mik­speicher lassen sich viel­ver­spre­chend an. Zudem rechne ich durch die Digi­ta­li­sierung mit vielen, sehr intel­li­genten Anwen­dungen, mit der sich die Ener­gie­ef­fi­zienz einfach steigern lässt. Nur ein Beispiel: In einem intel­ligent vernetzten Haus entsteht genug Abwärme, die mittels einfacher Kreuz-​Gegenstrom-​Wärmetauscher gut einge­fangen werden könnte. …


Gekürzt. Das voll­ständige Interview ist hier auf dialog​-energie​-zukunft​.de zu lesen.

Über neue Tech­no­lo­gien für die Ener­gie­wende berich­tet Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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