EEX lässt Federn bei Strom-Termingeschäften

EEX-Chef Peter Reitz und Finanzvorstand Iris Weidinger streben für 2018 ein neues Rekordergebnis an - nach einem kleinen Dämpfer für das vergangene Jahr. Foto: Urbansky
EEX-Chef Peter Reitz und Finanzvorstand Iris Weidinger streben für 2018 ein neues Rekordergebnis an - nach einem kleinen Dämpfer für das vergangene Jahr. Foto: Urbansky

Jah­re­lang ging es nur bergauf: Die in Leipzig ansäs­sige und nach eigenen Angaben inzwi­schen größte Strom­han­dels­börde der Welt, EEX, ver­kün­dete jahrein, jahraus wach­sende Zahlen.

Nun bekam diese an sich erfreu­li­che Ent­wick­lung einen leich­ten Dämpfer. Und der lag nicht am Ver­hal­ten der Bör­sia­ner, sondern an den Poli­ti­kern. Denn das Strom­ter­min­ge­schäft – bisher der Haupt­um­satz­brin­ger – schrumpfte 2017 um 28 %. Und das macht sich bei Umsatz und Gewinn ins­ge­samt bemerk­bar, auch wenn alle anderen Pro­dukte im Port­fo­lio wei­ter­wuch­sen.

Haupt­säch­lich für den Ein­bruch waren nach Angaben von EEX-Chef Peter Reitz die Ein­füh­run­gen der Finanz­richt­li­nien MiFID II und MiFIR. Unter deren ver­schärf­ten Mel­de­pflich­ten hatte der gesamte Handel zu leiden.

Das Abschal­ten von Atom­kraft­wer­ken in Frank­reich zwecks Wartung schlug eben­falls ins Kontor. Auf­grund der feh­len­den pro­du­zier­ten Strom­men­gen, für die es keine bör­sen­tech­ni­sche Absi­che­rung brauchte, rauschte allein das Frankreich-Geschäft um 40 % nach unten – immer­hin eines der Haupt­stand­beine der Börse. Auch der ita­lie­ni­sche Markt, der eng mit dem fran­zö­si­schen ver­bun­den ist, war davon betrof­fen. Hier gingen die Umsätze um 18 % zurück.

Die Dis­kus­sion um die Tren­nung der bisher gemein­sam betrach­te­ten Strom­märkte von Deutsch­land und Öster­reich in zwei Zeit­zo­nen, brach­ten auch einen Rück­gang. Diese wird zwar erst im Herbst dieses Jahres wirksam, ver­un­si­cherte nach Reitz‹ Aus­sa­gen jedoch viele Markt­teil­neh­mer. Resul­tat: In Deutsch­land schrumpfte das Geschäft mit den Strom­ter­mi­nen um 30 %. Immer­hin reagierte die EEX schnell. Sowohl für den deut­schen als auch den öster­rei­chi­schen Markt wurden eigenen Pro­dukte auf­ge­legt. Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass die EEX für dieses Jahr mit neuen Rekor­den auf­war­ten kann.

Hier nun die Zahlen der wich­tigs­ten Märkte im Ein­zel­nen, bezogen auf die EEX-Gruppe:
Umsatz­er­löse               — 4 %      225,3 Mio. Euro
Jah­res­über­schuss       — 7 %         53,9 Mio. Euro
Strom-Terminmarkt  -28 %     2.822 TWh
Strom-Spotmarkt       +3 %          543 TWh
Gas-Terminmarkt      +6 %     1.153,9 TWh
Gas-Spotmarkt           +24 %      827,7 TWh

Die Divi­dende soll 0,27 € je Aktie betra­gen. Ent­spre­chend der Anteile am Grund­ka­pi­tal kommt es damit zu einer 1.288 Mil­lio­nen Euro. Ent­schie­den wird dies erst im Juni.

Mehr Details finden sich hier.