Windenergie an Land hat es schwer. Mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung und lange Genehmigungsphasen lassen die Hoffnungen der Marktteilnehmer schwinden. Foto: Frank Urbansky

Nach­hal­tigkeit – Zentrales Thema nicht nur im Energiesektor

von | 16. November 2018

Energie kann als Grund­pfeiler der modernen Zivi­li­sation betrachtet werden. Sämtliche aktuellen und zukünf­tigen Tech­no­logien benötigen Energie. Es handelt sich dabei um Zahlen, die stetig weiter wachsen. 

Experten gingen schon 2007 davon aus, dass sich der Ener­gie­bedarf bis 2050 verdoppelt könnte. Das ist auch alles andere als abwegig, wenn man bedenkt, wie viel Energie unsere digitale Welt benötigt. Der weltweite Daten­verkehr verdoppelt sich fast alle 24 Monate. Würde man den Ener­gie­ver­brauch des Internets alleine mit dem eines Staates vergleichen, würde das Internet den weltweit sechst­größten Ener­gie­ver­brauch erreichen.

Die immer größere Abhän­gigkeit von Energie ist auch dadurch so relevant, da die fossilen Ener­gie­träger nicht endlos exis­tieren. Erneu­erbare Energien und alter­native Tech­no­logien sind aus dem Grunde schon lange eine wichtige Quelle geworden und Unter­nehmen sowie Start-​ups haben den Ener­gie­sektor als Quelle entdeckt, um nach­haltige und umwelt­freund­liche Ideen zu erforschen.

Das Thema des Ener­gie­wandels ist aller­dings Teil einer größeren Wahr­nehmung für mehr Nach­hal­tigkeit auf allen Ebenen der Gesell­schaft. So werden umwelt­schäd­liche Wirt­schafts­me­thoden bei breiten Teilen der Menschen immer unbe­liebter. Doch Nach­hal­tigkeit endet nicht nur beim Thema der Umwelt. Auch soziale Aspekte gelten als immer wichtiger in Bezug auf Ange­stellte und Kunden. Dabei sind alle erdenk­lichen Branchen aus der Industrie oder auch dem Dienstleistungs- und Unter­halts­sektor betroffen.

Besonders beim letzteren kann man sich etwas schwerer vorstellen, was Unter­haltung mit Nach­hal­tigkeit zutun hat. Als Beispiele dienen Online Casinos: Diese würde man im Grunde eigentlich nur mit Glücks­spiel in Verbindung bringen, wenn man einige Online-​Slots spielen oder an Roulette und Black­jack­ti­schen Zeit verbringen möchte. Dennoch wird versucht das Image durch Nach­hal­tig­keits­aspekte positiv zu beeinflussen.

Auf der reinen Spie­l­ebene gesehen haben Online-​Slots prozentual eine höhere Gewinnrate als tradi­tio­nelle Spiel­au­to­maten, was als kunden­freund­licher und damit sozialer dastehen soll. Natürlich ist dies noch kein großer Nach­hal­tig­keits­aspekt, weshalb Anbieter wie Mr Green sich an Umwelt­pro­jekten betei­ligten, bei denen es zum Beispiel um die Reinigung des Ozeans vor den Küsten Maltas ging. Man kann also erkennen, dass es nicht nur die tradi­tio­nelle Industrie ist, die heut­zutage auf das Thema der Nach­hal­tigkeit aufge­sprungen ist.

Beschränkt man das Thema wieder auf den Ener­gie­sektor alleine, findet man ebenfalls einen reichen Ideen­schatz inno­va­tiver Tech­no­logien, die Zukunfts­per­spek­tiven haben. Ein gutes Beispiel ist SEaB Energy. Das britische Start-​up hat es sich zum Ziel gesetzt, aus Abfall eine lohnende Ressource zu machen und sie als Ener­gie­quelle zu nutzen. Dabei werden Unter­nehmen oder Nach­bar­schaften in ihre eigenen Kraft­werke verwandelt, indem geschlossene Kreis­läufe geschaffen werden, bei denen Abfälle konstant in Energie umge­wandelt werden. Aufgrund der Tatsache, dass Abfälle nicht auf Deponien trans­por­tiert werden müssen, werden die Kohlenstoff-​Emissionen reduziert und eine Menge Kosten gespart.

Ebenfalls inter­essant ist der Einsatz von künst­licher Intel­ligenz. So arbeitet Upside Energy daran diese zu benutzen, um Menschen zu helfen kluge Entschei­dungen über ihren Ener­gie­ver­brauch zu treffen. Bei besonders hoher Auslastung werden viele Strom­netze häufig an ihre Kapa­zi­täts­grenzen getrieben, weshalb veraltete Kraft­werke hinzu­ge­schaltet werden. Neben der KI soll ein virtu­eller Strom­speicher ebenfalls dabei helfen solche Vorfälle zu redu­zieren und die Ener­gie­netz­werke smart zu nutzen.

Trotz der großen Heraus­for­de­rungen unserer Zeit gibt es ebenfalls viele mögliche Lösungen diesen Problemen zu begegnen. Die weit­rei­chende gesell­schaft­liche Wahr­nehmung auch in Branchen, die im Grunde nichts mit diesen Themen zutun haben, kann dabei Hoffnung auf eine grünere und nach­haltige Welt wecken.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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