Mit automatisierter TGA, wie hier einer Verteileranlage einer Wärmepumpe, lässt sich die Energieeffizienz eines Gebäudes steigern. Foto: Urbansky

Ener­gie­ef­fi­zienz der Gebäu­de­au­to­mation ermitteln und bewerten (1)

von | 15. April 2020

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-Ver­ant­wort­li­chen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Im April nun geht es in einem ersten Teil um die Ermittlung und Bewertung der Ener­gie­ef­fi­zienz der Gebäudeautomation.

Zur Abschätzung der Ener­gie­ein­spa­rungen durch Gebäu­de­au­to­mation (GA) existiert die euro­päische Norm EN 15232. Mit Hilfe einer Check­liste können Gebäude in GA-​Energieeffizienz-​Klassen einge­teilt werden. Durch den (späteren) Vergleich von Ist- und Soll-​Ausstattung lässt sich auf Basis dieser Norm abschätzen, wie groß die mögliche Reduktion des Ener­gie­be­darfs durch die (weitere) Einführung von Gebäu­de­au­to­mation ist. Dies wiederum ist für eine sinnvolle Investitionskostenent-​scheidung wichtig!
Die im Folgenden vorge­stellte Check­liste basiert auf der EN 15232:2017 (Version von 2017). Dabei ist die Check­liste textlich angepasst, um die Lesbarkeit und somit Anwend­barkeit zu erhöhen. In Ergänzung zur Norm werden wenige zusätz­liche Fragen gestellt, die zur späteren Auswertung er-​forderlich sind (z.B. Frage nach Passiv­haus­standard, Existenz diverser Anla­gen­technik etc.).

In der Check­liste ist zu jeder Antwort­mög­lichkeit bereits aufge­führt, zu welcher GA-​Effizienzklasse ein Beitrag geleistet wird. Diese GA-​Effizienzklassen sind in der EN 15252 wie folgt festgelegt:

  • Klasse A: hoch ener­gie­ef­fi­zi­entes Gebäu­de­au­to­ma­ti­ons­system (GA-​System) und Tech­ni­sches Gebäu­de­ma­nagement (TGM)
  • Klasse B: erwei­tertes GA-​System und einige spezielle TGM-Funktionen
  • Klasse C: Standard GA-System
  • Klasse D: GA-​System, das nicht ener­gie­ef­fi­zient ist

Die Check­liste ist als PDF-​Formular verfügbar (s. Link unten). D.h. die Check­liste kann nicht nur ausge­druckt sondern auch direkt am PC ausge­füllt werden. Zudem kann in der Check­liste sowohl der Ist- als auch ein Soll-​Zustand erfasst werden. Da zu jeder Antwort­mög­lichkeit bereits angezeigt ist, zu welcher GA-​Effizienzklasse ein Beitrag geleistet wird, ist bereit beim Ausfüllen des Ist-​Zustandes ersichtlich, wo mögli­cher­weise Verbes­se­rungs­po­tenzial vorliegt.

Die Auswertung der Check­liste sowie Abschätzung des zu erwar­tenden Einspar­po­ten­zials als auch die Über­leitung in funk­tionale Anfor­de­rungen (für Ausschrei­bungen, Lasten­hefte oder Erläute-​rungsberichte) wird im nächsten „Tipp des Monats“ behandelt.

Mehr dazu und zur Check­liste hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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